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Interkommunale Freude: (v. li.) Ingrid Schnaller, Fried-Thorsten Jantzen und Stephanie Hanna-Necker nur wenige Minuten, nachdem der Wolfratshauser Stadtrat den Weg für das interkommunale Hallenbad geebnet hat. Zu den ersten Gratulanten - per Handy - zählt der Geretsrieder Fraktionssprecher der Freien Wähler, Robert Lug.

Interkommunales Hallenbad 

Jetzt wird mit vereinten Kräften gerudert

Bad Tölz-Wolfratshausen - Freude bei Michael Müller, Freude auch bei Josef Niedermaier. Der Geretsrieder Bürgermeister und der Landrat begrüßen das Wolfratshauser Ja zum interkommunalen Hallenbad. Bis zur Ausschreibung und Auftragsvergabe wird es trotzdem noch ein gutes Jahr dauern.

Die Nachricht kam kurz nach der Entscheidung per SMS. „Natürlich habe ich mich darüber gefreut“, sagte Michael Müller (CSU), „für die Initiatoren des Bürgerbegehrens – diese Entscheidung ist Lob und Anerkennung für ihre unermüdliche Arbeit; für die Bürgerinnen und Bürger, deren Wunsch entsprochen wurde, und natürlich für das Projekt selbst. Wolfratshausen sitzt nun mit im Boot, jetzt kann mit vereinten Kräften gerudert werden."

Natürlich lehnt man sich in Geretsried jetzt nicht zurück. Laut Stadtratsbeschluss vom 27. September soll Müller Alternativen für den Bau eines Hallenbades am bisher geplanten Standort erkunden und im Stadtrat vorlegen. Dieser Beschluss muss aufgehoben werden. „Jetzt gilt es, den interkommunalen Faden wieder aufzunehmen“, ergänzt der Rathauschef. Er wird dem Gremium am Dienstag 29. November, empfehlen, wieder in die Realisierung der großen Lösung einzusteigen. „Dann geht es darum, in Absprache mit dem Landratsamt und der Regierung von Oberbayern die Zweckvereinbarung fertig auszuarbeiten.“ Neben den Investitionskosten und der Schulklassennutzung werde diese auch das Betriebskostendefizit regeln. Sobald die Vereinbarung fertig ist, werde sie allen beteiligten Kommunen erneut zur Abstimmung vorgelegt. Diese können das Dokument dann auch auf seine Rechtmäßigkeit hin überprüfen. In Wolfratshausen hatten einige Räte in dieser Hinsicht Zweifel angemeldet. Die Bedenken aus der Loisachstadt, so Müller, nehme man sehr ernst, auch in puncto Kündigungsmöglichkeit. „Diese ist allerdings gesetzlich geregelt und muss daher nicht zwangsweise Teil der Vereinbarung sein.“ Vorausgesetzt, es gibt keine weiteren Verzögerungen, könnten der Bau des Bads im Winter 2017/2018 ausgeschrieben und im Anschluss die Aufträge vergeben werden. Auch mit der fälligen Rodung der Bäume werde man frühestens im Herbst 2017 beginnen.

Auch Landrat Josef Niedermaier freut sich „über die Entscheidung des Stadtrats im Interesse aller Beteiligten, auch des Landkreises“. Damit komme man der Verwirklichung des interkommunalen Hallenbads einen wichtigen Schritt näher. „Der Beschluss, dass der Landkreis zum Zweck des Schulschwimmsports einen Investitionskostenzuschuss für ein solches Hallenbad beisteuert, hat selbstverständlich weiterhin Bestand“, betonte Niedermaier. „Ich bin überzeugt davon, dass diese nun doch noch gefallene Entscheidung zur Zusammenarbeit ein richtungsweisendes Beispiel für eine zukunftsfähige starke kommunale Selbstverwaltung ist.“ Von den Baukosten von rund 11,9 Millionen Euro trägt 6,9 Millionen Euro die Stadt Geretsried, 4,2 Millionen Euro können über Fördergelder generiert werden. 800 000 Euro teilen sich Landkreis und die übrigen Kommunen untereinander auf. Beim erwarteten Betriebskostendefizit von 750 000 Euro pro Jahr schultert Geretsried 500 000 Euro, der Rest wird auf die Kommunen verteilt. Auf Wolfratshausen kommen jährlich 105 000 Euro zu. Die Sauna soll ein externer Betreiber finanzieren. Michael Müller: „Sie ist vollkommen losgelöst vom Schulsportbad zu betrachten und fällt daher kostenmäßig bei der Gemeinschaft nicht ins Gewicht."

Kommentar

Allein das Verdienst der Bürger

Es ist kein Verdienst der Politik. Dass sich die Stadt Wolfratshausen nun doch an dem Betriebskostendefizit des interkommunalen Hallenbads in Geretsried beteiligt, ist einzig und allein das Verdienst der Bürger. Wenn sich drei Privatleute samt ihrer Unterstützer nicht mit aller Energie wochenlang für das Projekt eingesetzt, Unterschriften gesammelt und prominente Zugpferde wie Dr. Edmund Stoiber an Land gezogen hätten – Geretsried würde die kleinere Variante B planen. Dieses Szenario hat der Wolfratshauser Stadtrat in letzter Minute abgewendet. Sei es aus Überzeugung, sei es, weil man sich dem Wähler verpflichtet fühlt – langfristig wird die Stadt, wird die gesamte Region von dieser Entscheidung profitieren. Die Bedenken, die es jetzt noch gibt, sind noch lange nicht vom Tisch. Sie müssen ernst genommen und ausgeräumt werden. Das Votum vom Dienstag ist dennoch ein wichtiger Schritt. Die Verhandlungen gehen weiter.

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