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Ein letztes Mal Hochbetrieb: Etwa 2000 Gäste vergnügten sich am 30. August 2015, dem letzten Öffnungstag, im Alpamare. Heute fragt kaum noch ein Gast nach dem einstigen Spaßbad.

Ein Jahr nach der Schließung zieht Bad Tölz Bilanz

„Ohne Alpamare nicht untergegangen“

Bad Tölz - Das Alpamare war einst ein Markenzeichen von Bad Tölz. Ein Jahr, nachdem es geschlossen hat, scheint es nun aber kaum zu fehlen.

Zwischen kreischenden Kindern und sonnenbadenden Senioren war überall der Abschiedsschmerz zu spüren: Der 30. August 2015, ein heißer Spätsommertag, war der letzte Öffnungstag des Alpamare. Noch heute kämen beim einstigen Betreiber, der Jod AG, „regelmäßig bedauernde Zuschriften von ehemaligen Gästen“ an, sagt Vorstand Anton Hoefter. Aus Sicht der Stadt dagegen hat das Ende des Spaßbads offenbar kaum Spuren hinterlassen.

„Ich habe die Schließung nie als Drama für Bad Tölz bezeichnet“, sagt Bürgermeister Josef Janker. In der ersten Zeit nach der Schließung habe er insgesamt vielleicht zehn E-Mails zum Thema Alpamare erhalten – darunter Anfragen, was man denn nun mit seinen Gutscheinen machen solle. „Aber seit mindestens einem halben Jahr ist das Thema ganz weg.“

Jugendliche hätten in einer Gesprächsrunde mit der Stadtverwaltung beklagt, dass sie das Alpamare vermissen. „Aber auf Nachfrage haben sie gesagt, dass sie höchstens ein- oder zweimal im Jahr dort waren. Das war das Problem – deswegen war das Alpamare wirtschaftlich nicht tragbar.“

Gelassen fällt auch das Fazit von Kurdirektorin Brita Hohenreiter aus. „Es ist so gekommen, wie ich es prophezeit habe: Tölz ist nicht untergegangen“, sagt sie. Die Zahl der Übernachtungen in Bad Tölz sei 2015 zurückgegangen. Das sei aber auf die Schließung des „Jodquellenhofs“ Ende 2014 zurückzuführen. Da seien einfach Betten weggefallen. Bereinigt um die Zahlen des „Jodquellenhofs“, habe es bei den Übernachtungen lediglich ein Minus von 1,15 Prozent gegeben. Das entspreche einer „normalen Schwankung“ und sei für das Jahr der Alpamare-Schließung „nicht nennenswert“. Die Tourismus-Chefin räumt allerdings ein, dass einige Häuser, die früher aktiv mit dem Alpamare warben, Einbußen zu beklagen hatten.

Als eine Art Ersatzangebot für die Gäste hatte die Tourist-Info den „Bäderbus“ eingeführt, der je einmal pro Woche zu den Thermen in Erding und Bad Wörishofen fährt. Während die Tour nach Erding mangels Nachfrage wieder eingestellt wurde, hat Hohenreiter die Kooperation mit Bad Wörishofen im Allgäu soeben bis Herbst 2017 verlängert. Jeden Donnerstag fahren zwischen fünf und 20 Gäste mit.

Richtung Erding hat sich dagegen Hannes Zintel orientiert. Der Betreiber der Blombergbahn hat ein Joint-Venture mit der dortigen Therme geschlossen: Man gewährt den Gästen des jeweils anderen Rabatte und bewirbt sich gegenseitig. Lieber wäre es Zintel, er könnte dasselbe Modell mit dem Alpamare fortsetzen. „Das lag natürlich deutlich näher. Das Alpamare war für uns ein großer Kooperationspartner.“

Auch sonst weint der Vorsitzende des Gastgebervereins „Gesundes Bad Tölz“ dem Alpamare die eine oder andere Träne nach. In Zahlen sind die Auswirkungen aus seiner Sicht schwer festzumachen. Es komme nicht nur auf die Übernachtungszahlen an, sondern auch auf den statistisch nicht erfassten Tagestourismus. „Und ich weiß von Hotels, die unter Stornierungen und Absagen litten.“

Auf dem einstigen Areal des Spaßbads herrscht derweil Stillstand. „Die Rutschbahnen werden in Kürze abgebaut, ansonsten wird sich auf dem Gelände nichts tun“, teilt dazu Hoefter mit. Die Stadt hat bekanntlich die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen, der ausschließlich touristische Nutzung vorsieht. Bürgermeister Janker signalisiert nach wie vor Entgegenkommen. „Verhandlungen sind immer möglich, wenn uns Herr Hoefter ein neues Konzept vorlegt. Denn es kommt auf die Entwicklung an und nicht auf die Starrköpfigkeit des Stadtrats.“ Auf Anfrage des Tölzer Kurier verweist Hoefter auf sein bestehendes Nutzungskonzept – „entwickelt auf Wunsch der Stadt und gemeinsam mit der Stadt“. Es sah Wohnbebauung vor. „Die Stadt hat im Anschluss danach einen Bebauungsplan aufgestellt, ohne diesen mit dem Nutzungskonzept oder mit uns abzustimmen“, so Hoefter. Von anderen Entwicklungsideen seinerseits erwähnt er nichts.

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