40 Jahre RVO

Der Bus soll stärker zum Zug kommen

Bad Tölz - Fünf neue Busse für die Flotte und ein eigener Krimi: Das bietet der RVO den Fahrgästen im 40. Jahr seines Bestehens. Gestern wurden die Fahrzeuge und das Buch in Bad Tölz vorgestellt.

„Für viele ist der Bus einfach selbstverständlich“, sagte Landrat Josef Niedermaier bei der Feierstunde des Regionalverkehrs Oberbayern (RVO) im Tölzer Moraltpark. Da standen – sauber aufgereiht – fünf knallrote Regionalbusse und ein Jubiläumsbus mit entsprechendem Schriftzug.

Die fünf neuen Fahrzeuge sind vier Linienbusse mit jeweils 45 Sitz- und 48 Stehplätzen sowie ein Überlandlinienbus mit 49 Sitz- und 27 Stehplätzen. Der RVO plant heuer insgesamt Investitionen von über sieben Millionen Euro in 37 barrierefreie Linienbusse, die ältere Modelle ersetzen, sagte Geschäftsführer Veit Bodenschatz. In der RVO-Niederlassung West, zu der das Tölzer Land gehört, wurden in den vergangenen fünf Jahren 60 neue Busse angeschafft. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge liegt bei fünf Jahren. „Wir achten darauf, umweltfreundlich zu fahren“, betonte Bodenschatz.

Die neuen Fahrzeuge sind barrierefrei, die vier Linienbusse niederflurig. Das heißt, man kann sie absenken, damit ältere Fahrgäste, Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer problemlos ein- und aussteigen können. Alle Busse verfügen über große LED-Fahrzielanzeiger. Monitore im Innenraum informieren optisch und akustisch über den Fahrtverlauf in Echtzeit. An den Haltewunschtasten gibt es Blindenschrift. Die neuen Busse werden im südlichen Tölzer Land eingesetzt, aber sie sind auch „grenzüberschreitend“ Richtung Miesbach, Garmisch und Weilheim unterwegs. Der RVO hat insgesamt 120 eigene Fahrzeuge und 210 Mitarbeiter. Zur Fahrzeugweihe war auch Klaus Thurnhuber, stellvertretender Landrat in Miesbach, gekommen.

Landrat Niedermaier betonte mit Blick auf die wachsende europäische Metropolregion München die Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs. In den kommenden Jahren werde die Region um geschätzte 300 000 Menschen wachsen. „Das entspricht der Größe von Augsburg“, sagte Niedermaier. „Und da muss natürlich auch die Infrastruktur mitwachsen.“

Dass es nicht leicht sei, die Bürger zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen, war ein Schwerpunkt in der Ansprache von Andreas Wiedemann, Zweiter Bürgermeister von Bad Tölz. Weil der Bus „halt ein paar Euro kostet“, würden es zum Beispiel viele Eltern vorziehen, ihre Kinder morgens selbst zur Schule zu fahren. Die Folge: dichter Verkehr. „Wir müssen daran arbeiten, dass das Angebot des RVO besser wahrgenommen wird.“ Auf gutem Weg sei man da schon bei der Urlauber-Betreuung: Wer eine Gäste-Karte hat, kann von Tölz aus kostenlos bis Kochel oder Lenggries fahren. „Und das wird sehr gut angenommen“, sagte Wiedemann.

Zum 40-jährigen Betriebsjubiläum hat sich der RVO etwas Besonderes einfallen lassen und bei dem Kochler Heimatkrimi-Autor Wolfgang Schuldlos einen Roman in Auftrag gegeben. Schuldlos hat Kommissar Lupo Faltlmayr erfunden, der zwei Mordfälle und zwei merkwürdige Vorkomnisse im RVO-Gebiet aufklären muss. Weil der Polizist an der Schlafkrankheit leidet, darf er nicht Autofahren. Und so ist er für seine Ermittlungsarbeit auf die Busse angewiesen – beste Werbung für den RVO also, zum Beispiel die Beschreibung der Fahrt mit dem Wanderbus in die Eng. Das Buch „Alpenflimmern“ ist über den RVO zu beziehen. Und wer im Bus nicht lesen kann, kann es sich auch als Hörbuch kaufen.

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