Da hieß sie noch Lilly: Das Katzenjunge hatte eine Fehlstellung der Hinterpfoten und wurde von der Mutter verstoßen. 

Fundtier wurde von Mutter verstoßen

Nach OP hat Kätzchen gesunde Beine - und neuen Namen

Bad Tölz - Ein Bild, das einem das Herz bricht: Das kleine Kätzchen "Lilly" mit verkrüppelten Beinchen. Nur eine komplizierte OP konnte ihr helfen und brachte sogar noch eine Überraschung zutage.

Operation geglückt, Katze „Lilly“ wohlauf – und die Tölzerin Susanne Ignjatovic konnte nach vielen schlaflosen Nächten endlich wieder durchschlafen. Sie ist heilfroh, denn die OP, die mit Hilfe von Spenden aus der Bevölkerung ermöglicht wurde, verlief besser als gedacht. Aktuell trägt das Kätzchen noch einen Verband an ihrem Fuß und kann noch nicht richtig laufen. Doch Ignjatovic ist zuversichtlich, dass „Lilly“ bald wieder wie früher herum tollen kann. Oder fast wie früher: Denn bei der OP gab’s auch eine große Überraschung.

„Lilly“ ist ein Fundtier aus Bulgarien, das vermutlich von seiner Mutter verstoßen wurde. Die Tierfreundin Ignjatovic nahm das Kätzchen bei sich auf. Wie berichtet leidet „Lilly“ an einer Fehlstellung der Hinterpfote, die nur durch eine teure Operation behoben werden konnte. Die meisten Ärzte lehnten den komplizierten Eingriff ab. Nur Dr. Hannes Kriegleder in Gauting erklärte sich bereit.

Bei der OP kam heraus: "Lilly" ist gar kein Katzen-Mädchen

Während der OP wollten die Ärzte die Narkose nutzen und „Lilly“ zusätzlich sterilisieren lassen. Doch die Suche nach den Eierstöcken war vergeblich. Die Ärzte stellten fest, dass „Lilly“ gar keine Katze ist, sondern ein Kater. Etliche andere Tierärzte hatten diese Tatsache ebenso wie Ignjatovic bisher übersehen.

Uns geht's gut: Susanne Ignjatovic und ihr Kätzchen. Es hat nun einen recht außergewöhnlichen Namen. 

Nach dieser Überraschung musste natürlich ein neuer Name für „Lilly“ her. Ignjatovic bekam auch viele Vorschläge aus ihrem Umfeld und auch Leser der Facebook-Seite des Tölzer Kurier wurden kreativ. Doch weder „Lucky“, „Bazi“, „Paulchen“ noch „Mister Lilly“ sagten Ignjatovic zu. Sie hatte die Eingebung, das Tier „Ü-Ei“ zu taufen.

Mit dem Wissen um das wahre Geschlecht des Haustiers hat sich übrigens auch der Blick der Tölzerin auf ihren Gefährten verändert. „Früher war das so eine taffe Lady“, sagt sie. „Aber jetzt nach der Operation ist ,er‘ der typische Mann – ständig am Jammern.“

Tierische Photobombs: Sie wollten unbedingt aufs Bild

Einen neuen Besitzer für den Kater hat Ignjatovic noch nicht ausgesucht. Das Thema sei äußerst heikel, schließlich brauche das Tier ein Zuhause, das auch geeignet ist. „Einige Interessenten wollten den Kater nur, weil er berühmt ist“, glaubt sie. Die Tierfreundin hat aber genaue Vorstellungen. So kommt für sie nicht in Frage, „Ü-Ei“ in einen Haushalt zu geben, wo es keine weiteren Tiere gibt. Zunächst einmal aber solle sich das Tier vollständig erholen. „Am liebsten würde ich mein ,Ü-Ei‘ selbst behalten“, gibt sie zu. „Doch dann könnte ich keinen anderen Tieren mehr helfen.“

jm

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