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Teile des Ammoniak-Wasser-Gemischs kehrten die Eismeister Bernd Petzold und Florian Leitner gestern in die Kanalisation. Die Stelle, an der das Gas austrat, ist mit Sandsäcken bedeckt.

Reizgas-Vorfall

Kein Eis in der Trainingshalle – wohl bis Ende November

Bad Tölz - Nach dem Ammoniak-Austritt in der Trainingshalle des Tölzer Eisstadions stehen eine Reihe von Arbeiten an. Die Nachwuchsabteilungen des EC Bad Tölz und des SC Reichersbeuern müssen Trainingseinheiten zusammenlegen.

Zwei Eishallen für eine Kleinstadt: Diesen Luxus genießen der EC Bad Tölz und die anderen Isarwinkler Eishockeyspieler seit der Eröffnung der Hacker-Pschorr-Arena im Jahr 2004. Nun müssen sie vorübergehend auf eine Eisfläche verzichten: „Die Trainingshalle steht voraussichtlich den ganzen November nicht zur Verfügung“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Andrea Bacher.

Wie berichtet, hatte ein Mitarbeiter der Stadtwerke am Montag versehentlich eine Ammoniak-Leitung angebohrt, als er eine Bodenmatte befestigen wollte. Das Reizgas, das zu Atemnot führen kann, schoss aus dem Leck, der Notfallplan des Eisstadions wurde aktiviert, zehn Feuerwehren und insgesamt 157 Einsatzkräfte rückten an. Nachdem das Leck an der Leitung mit einem Holzpflock provisorisch verschlossen worden war, spritzte die Feuerwehr Wasser in die Halle, um das Ammoniak zu binden. Wann genau die Halle wieder in Betrieb genommen werden kann, ist unklar. Denn nun stehen viele Arbeiten an, von denen man nicht weiß, wie lange sie dauern. „Wir können nicht sagen, ob wir das Ammoniak-Rohr nur reparieren oder ersetzen müssen“, erklärt der technische Leiter des Eisstadions, Hans Glasl.

Der beißende, einem Haarfärbemittel ähnliche Geruch, lag auch gestern noch in der Luft. Am Tag nach dem Unfall begannen die Eismeister damit, das komplette Eis abzutauen. Bernd Petzold und Florian Leitner wischten das Ammoniak-Wasser-Gemisch in die Kanalisation. Eine unbedenkliche Maßnahme, die allerdings ein paar Arbeitstage erfordert. Erst danach werde man sich laut Glasl um die Austrittsstelle des Gases kümmern, die aktuell mit Sandsäcken bedeckt ist. Um die Leitung freizulegen, die wenige Zentimeter unter dem Boden verläuft, muss der Beton aufgerissen werden. Ist das Rohr repariert – oder ersetzt – muss es noch vom TÜV geprüft werden.

Das Eismachen im Stadion funktioniere nach dem Prinzip einer Fußbodenheizung, erklärt Glasl. Das Ammoniak fungiert dabei als Kältemittel. Die Leitungen kühlen den Betonboden auf etwa minus fünf Grad ab, damit das aufgespritzte Wasser gefriert. Bis zum nächsten Eis müssen sich Spieler und Schlittschuhfahrer länger gedulden. Kein öffentlicher Lauf, keine Eisdisco, kein Training für Hobbyteams unter der Woche bis Ende November: Das sind die Folgen des Vorfalls, die vor allem Ulrike Lachner beschäftigen. Sie ist zusammen mit einer Kollegin für die Belegung der Eisflächen zuständig. „Uns rauchen die Köpfe. Wir tun unser Möglichstes, dass zumindest der Spielbetrieb nicht beeinträchtigt wird“, sagt Lachner. Alle Spiele des kommenden Wochenendes habe man in die Arena verlegen können. „Wir müssen Woche für Woche schauen, wie wir das regeln.“

Einen aktualisierten Trainingsplan gibt es bereits auf der ECT-Homepage. „Wir müssen zusammenrücken“, sagt ECT-Jugendleiter Robert Eder. Er müsse nun gemeinsame Trainingseinheiten mit dem SC Reichersbeuern organisieren. „50 Kinder auf dem Eis, das wird spannend.“ 46 Nachwuchsspiele steigen bis Ende November in Tölz, zehn davon müssen aus der Trainingshalle in die Arena verlegt werden. Zur Not müsse man „zu unchristlichen Zeiten spielen“ oder Gegner aus der näheren Umgebung bitten, unter der Woche anzureisen. Eder: „Das geht dann allerdings wieder zu Lasten des Trainingsbetriebs.“

Eine gute Nachricht gibt es nach dem Vorfall: Der Stadtwerke-Mitarbeiter, der am Montag ins Krankenhaus musste, ist laut einer Mitteilung der Stadt wieder im Dienst

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