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Den Zettel mit der 33 erwischte Josef Bichlmair aus Reichersbeuern bei der Zugnummernverlosung im Kurhaus.

Der Leonhardi-Zug steht 

Bad Tölz - 79 Wagen nehmen heuer an der Wallfahrt teil. Bei der Zugnummernverlosung im Kurhaus wurde deutlich, dass der Tag ausdrücklich kein "Event" werden soll. Lader Anton Heufelder appelliert für Glas-Stamperl beim Schnaps-Ausschank, um Müll am Kalvarienberg zu vermeiden.

Wer startet wo bei der Tölzer Leonhardifahrt. Diese Frage wurde am Mittwochabend im Kurhaus bei der Zugnummernverlosung geklärt. Insgesamt 79 Wagen stellen sich heuer im Badeteil auf, um ab 9 Uhr über die Isarbrücke ein Stück weit die Marktstraße hinauf, durch die Jägergasse und schließlich über den steilen Maierbräugasteig zur Leonhardikapelle auf dem Kalvarienberg zu fahren. Dass die Wallfahrt diesmal um einen Tag nach hinten, also auf Montag, den 7. November, verschoben wird, liegt an einer alten Regelung. Diese besagt nämlich, dass die Fahrt nicht an einem Sonntag durchgeführt wird.

Als „großen Erfolg“ bezeichneten Vize-Bürgermeister Andreas Wiedemann und Bürgermeister-Referent Klaus Pelikan die Tatsache, dass die Fahrt auf Antrag des Stadtrats in die Liste des immateriellen Kulturerbes Bayerns aufgenommen wurde. Als nächster Schritt entscheide die Kultusministerkonferenz über die Aufnahme in die Bundesliste. „Das wird vielleicht noch in diesem Dezember sein“, erklärte Pelikan, der während seiner 27 Dienstjahre bei der Stadt Bad Tölz im Leonhardi-Ausschuss und auch als „Lader“ tätig war. Zum Jahresende geht er in den Ruhestand. Pelikan nutzte deshalb die Zugnummernverlosung als Gelegenheit, sich bei den zahlreich anwesenden Leonhardi-Fahrern und Vertretern der Wagenbesatzungen offiziell zu verabschieden. Er habe die Initiative zur Anerkennung der Wallfahrt als Kulturerbe von Anfang an unterstützt, „aber nicht, um für diesen besonderen Tag noch mehr Rummel zu erzeugen“.

Vielmehr solle die angemessene Wertschätzung dazu beitragen, dass nicht „übereifrige deutsche oder europäische Bürokraten unsere Wallfahrt durch neue technische Regeln und Vorschriften verändern“. Auf der neuen Homepage www.tölzer-leonhardifahrt.bayern stehe die traditionelle Pferdewallfahrt im Mittelpunkt, nicht deren „Eventisierung“ – ein Pluspunkt bei der bevorstehenden Bewertung durch die Kultusministerkonferenz. Pelikan: „Dass die Wallfahrt auch schwierige Zeiten überdauert hat, als auf den Höfen Traktoren die Pferde verdrängten und deren Haltung unwirtschaftlich wurde, ist der Beharrlichkeit der Stadt-Verantwortlichen zu verdanken – aber vor allem den Pferdezüchtern- und haltern sowie den Mitgliedern der Traditionsvereine, die den alten Brauch aufrechterhalten haben und weiter leben.“

Wiedemann und auch Diakon George Papp sehen in der Tölzer Leonhardifahrt ein wichtiges Bekenntnis zu den kulturellen Werten der Heimat und ein Beispiel des Zusammenwirkens der Stadt mit den Bauern und der Kirche. Leonhardilader Anton Heufelder wandte sich schließlich den Regeln der Fahrt zu, die wie folgt lauten: Zügiges Fahren; Frauen dürfen nur auf den Wagen und nicht als Reiter oder Praxer teilnehmen; auf der Kalvarienberg-Wiese ist den Einweisern Folge zu leisten; kein Schnapsausschank an fremde Besucher.

Heufelder appellierte an die Frauen, lieber Glasstamperl „oder gleich die essbaren Stamperl zu verwenden.“ Im vergangenen Jahr seien viele Plastikgefäße auf der Wiese zurückgeblieben. Und noch etwas war Heufelder wichtig: „Das Galopp-Verbot über die Marktstraße gilt auch für die Vorreiter."

Rosi Bauer

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