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Wer ein Elektroauto kauft, bekommt seit einiger Zeit dafür einen kräftigen Zuschuss vom Staat.

Elektromobilität

Nachfrage nimmt nur langsam Fahrt auf

Bad Tölz – Sehr viele Autokäufer sind es bisher nicht, die sich von der neuen E-Auto-Prämie des Bunds elektrisieren lassen. Bei einigen Tölzer Autohändlern tendiert die Nachfrage sogar gegen Null. Andere registrieren immerhin gelegentlich Interesse an Fahrzeugen mit Antrieb aus der Steckdose.

„Die Nachfrage steigt langsam, aber das Thema ist klar im Kommen“, ist etwa der Eindruck von Josef Geisreiter, Inhaber des Tölzer Renault-Autohauses Frimberger. Erst kürzlich war er dabei, als beim Tölzer Bürgermeister Josef Janker in der Garage eine Ladebox installiert wurde, an dem er seinen Renault Zoe in zwei bis drei Stunden von null auf 100 Prozent aufladen kann. Insgesamt hält Geisreiter Bad Tölz für eine „Vorzeige-Metropole“ in Sachen E-Mobilität. Die Infrastruktur sei mit den öffentlichen Ladestationen – am Parkhaus, an der Osterleite, bei der Kfz-Zulassungsstelle und bei der Baywa – sehr gut.

Klassischerweise werden Elektroautos laut Geisreiter als Zweitwagen nachgefragt. Sie seien aber gerade auch für Pendler mit einfacher Fahrstrecke bis zu 80 Kilometern interessant – für den Renault Zoe mit 240 Kilometern Reichweite sei das kein Problem. Gerade für Vielfahrer „wird es neben dem Umweltgedanken auch noch finanziell rentabel“, so Geisreiter – besonders, wenn der Arbeitgeber am Dienstsitz eine kostenlose Möglichkeit zum Aufladen zur Verfügung stelle.

Nur „sporadische Anfragen“ nach E-Autos verzeichnet Karlheinz Beyerlein, Verkaufsleiter im Tölzer Ford-Autohaus Spagl. Zwar gebe es etwa den Focus oder den C-Max auch elektrisch, den Mondeo als Hybrid. „Den hab ich auch selbst schon gefahren, das ist ein tolles Auto“, sagt Beyerlein. Wenn man aber die Themen Kaufpreis und Reichweite erörtere, sei das Gespräch mit den Kunden meist „schnell beendet“. „Für die jetzige Zeit die richtige Lösung“ sei dann wohl doch der „extrem sparsame“ Eco-Boost-Motor beim Benziner.

Ähnlich sieht der Tölzer Autohändler Johann Taubenberger das Thema. Bei ihm kann man alle Fabrikate kaufen. Nach E-Autos gebe es aber nur „hin und wieder Anfragen“, denn: „Selbst mit 4000 Euro Prämie sind sie immer noch teurer als ein vergleichbarer Benziner oder Diesel.“ Für denjenigen, der die Möglichkeit habe, das Auto zu Hause aufzuladen und der eine tägliche Fahrstrecke unter 200 Kilometern habe, sei das E-Auto durchaus eine Alternative, meint Taubenberger. „In Zukunft wird man sicher in diese Richtung schauen – aber ob das E-Auto der Weisheit letzter Schluss bleibt, muss man abwarten.“

Bei Toyota Auer fragt laut Inhaber Thomas Auer ebenfalls „der ein oder andere“ Interessierte nach der E-Auto-Prämie. Toyota habe allerdings kein Modell im Angebot, das gefördert werde, räumt Auer ein. Denn die Toyota-Hybridfahrzeuge haben kein Kabel – sie laden ihren Akku durch das normale Fahren und Bremsen auf und wechseln unter der Fahrt selbstständig zwischen Verbrennungs- und Stromantrieb. Dass diese Technologie nicht von der Prämie erfasst ist, gleiche Toyota aus, indem der Konzern von sich aus 3000 Euro Nachlass auf jedes Hybridmodell gewähre, so Auer. Auf diese Weise sei dann etwa der Yaris schon ab knapp 16 000 Euro zu haben.

Die Hybrid-Technologie sei bei Toyota schon lange fest etabliert, betont Auer. „Toyota verkauft fast jedes zweite Auto als Hybrid.“ Von der staatlichen Prämie profitiere man auf indirekte Art. „E-Mobilität und die Vielfalt der Möglichkeiten kommen dadurch allgemein verstärkt ins Gespräch.“

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