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Genug Platz zum Tanzen gab’s im „Gasthaus“ beim Auftritt der extravagant gekleideten Musiker von „Mr ZigZag“.

Nacht der blauen Wunder

Nächste Haltestelle: Gute Live-Musik

Bad Tölz - Bewährt hat sich am Samstagabend einmal mehr das Konzept der „Nacht der Blauen Wunder“: Einmal Eintritt bezahlen und damit Live-Musik in 13 Lokalen besuchen. Hunderte Musik-Fans waren da trotz des Regens in Bad Tölz unterwegs. Trotzdem hatten viele den Eindruck, dass es nicht ganz so voll war, wie in den 13 Jahren zuvor.

Eine halbe Stunde Live-Musik, eine halbe Stunde Zeit zum Lokalwechsel: Das war der „Fahrplan“ für die „Nacht der blauen Wunder“ am Samstag in Bad Tölz. Und die Haltestellen boten den Passagieren wieder viele unterschiedliche Stilrichtungen.

Tasächlich war es ein Shuttle-Bus, der den Besuchern nicht nur die Wege kreuz und quer durch die Stadt ermöglichte, sondern er erlaubte ihnen auch, den einen oder anderen gehaltvollen Drink zu sich nehmen, der sonst „führerscheingefährdend“ gewesen wäre.

„Wir kommen immer wieder sehr gerne nach Tölz. Hier sind die Leute einfach supernett“, freute sich auch Peter Feller, Chef des veranstaltenden Erdinger Kulturbüros „Sinnflut“. Er ist überzeugt: „Die gute Mischung macht’s.“ Michael Pongratz, ein wandernder Besucher, stimmte dem voll zu: „Wenn in Tölz so etwas geboten wird, dann muss man ja fast dabei sein.“

Mit 13 Lokalitäten war die Teilnehmerzahl besonders hoch. Mit dem „Marché“ und dem Café Volkland sind zwar zwei Veranstaltungsorte weggefallen, dafür kamen mit der „Einbachmühle“ (hier spielten „BlankWeinek“ bairische Chansons und Country), der „Bar N19“ („Welfare Bros.“, unplugged Coversound), dem „Brucklyn“ („Kim Azas & Friends“, African, Reggae), dem „Kult“ („Ois Live§, Pop, Rock) und dem „Kulturhaus Alte Madlschule“ („Hundling“, bayerischer Rhythm ’n’Blues) gleich mehrere neu dazu. In letzterer Lokalität erklärte Petra Strobl von der „Lust“: „Wir machen erstmals mit, weil wir hoffen, so neue Gäste für unser Gesamtprogramm zu gewinnen.“ Dies schien zu funktionieren. Viele Besucher gaben zu, zum ersten Mal in dem Tölzer Kulturhaus zu sein.

Einer der Stamm-Teilnehmer der Blauen Wundernacht ist hingegen Anno Wagner mit seiner Kellerkneipe „Click“ („Smooth Acoustic“, unplugged Coversound): „Ich bin von Anfang an und immer wieder gerne mit dabei.“ Er ist von dem Konzept überzeugt: „Im Normalfall könnte ich mir mit meiner kleinen Kneipe den Liveauftritt einer Band gar nicht leisten.“ Dem stimmte Sepp Schnaderbeck vom „Saloon Nr. Two“ zu. Freilich war er mit der Band „Rebel Bunch“ nicht ganz glücklich. 13 Jahre lang spielten hier „Eric & his Peacemakers“ und machten ihm die Hütte brechend voll. Die hatten aber aus Termingründen abgesagt.

Dass „gefühlt“ nicht ganz so viele Isarwinkler unterwegs waren, hatte auch seine Vorteile. „Da haben die Leute wenigstens auch eine Chance zu tanzen“, meinte Tino Kellner vom „Gasthaus“ („Mr ZigZag“, Pop, Rock). Der Eindruck könne aber auch täuschen, vermutete er. Schließlich hätten sich die Besucher auf mehr und teils größere Lokale verteilt. „Bei uns war jedenfalls ein ständiges Kommen und Gehen“, stellte Kellner fest.

„Etwas weniger Leute“ registrierte Peter Frech in seinem „Jailhouse“ („Wasteland“, Rock): „Ich glaube, dass da das miese Wetter nicht ganz schuldlos ist.“ Dennoch war er zufrieden: „Die Stimmung ist wieder einmal ausgezeichnet.“

Ewald Scheitterer

Große Musik-Vielfalt in der "Nacht der blauen Wunder"

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