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Gut besuchte Stifterversammlung: Durch den Abend führte Stefan Drexlmeier, Leiter der EWO-Geschäftsstelle (vo., re.). Für Unterhaltung sorgte eine Gruppe der Musikschule. 

Kooperation

Das Oberland ist jetzt komplett

Bad Tölz - Große Freude bei der Bürgerstiftung Energiewende: Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen konnte als neues Mitglied gewonnen werden.

Noch 18-mal. Genau so oft muss sich die Stifterversammlung der Energiewende Oberland (EWO) noch treffen, „bis wir uns gegenseitig los sind“, sagt Dritter Landrat Klaus Koch am Dienstagabend im Landratsamt. Das war durchaus freundlich gemeint. Denn wenn alles glatt läuft, hat die Bürgerstiftung 2035 ihr Ziel erreicht und das Oberland versorgt sich vollständig aus erneuerbaren Energien.

Der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak freute sich in seinem Grußwort besonders, dass sein Garmisch-Partenkirchener Amtskollege Anton Speer unter den Gästen war. Dessen Kreistag hatte erst vor Kurzem den Beitritt zur EWO beschlossen. „Das freut mich wirklich“, sagte Rzehak. „Und die EWO macht so gute Arbeit, dass du bestimmt bald den ganzen Kreistag hinter Dir hast.“ Speer ist voll motiviert. „Dass wir es nach langem Hin und Her jetzt geschafft haben, auch mit im Boot zu sein, macht mich besonders glücklich.“ Der Landkreis wolle sich aktiv einbringen. Schon in der Planungsregion 17 würden Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Weilheim-Schongau gut zusammenarbeiten. Ähnliches erwarte er von der EWO.

Das Ziel der Energiewende sei auf jeden Fall richtig, ergänzte Rzehak. „Wir müssen wegkommen von fossilen Energieträgern“. Auch, weil um Öl Kriege geführt werden, das bringe Leid und Not in viele Länder.

Stiftungsratsvorsitzender Gerald Ohlbaum ging kurz auf die finanzielle Lage der Bürgerstiftung ein. Wegen der anhaltenden Niedrigzinsen wirft das Stiftungsvermögen kaum etwas ab. Wichtig sei es deshalb, Spenden zu generieren, „um mehr Handlungsspielraum zu haben“. EWO-Vorstandsvorsitzender Josef Kellner blickte auf die gute Arbeit der vergangenen elf Jahre zurück, machte aber auch klar, dass noch viele Fragen offen sind, auf die man Antworten finden müsse. Diese reichen von „Wie viel Energie braucht unsere Gesellschaft? Wo und wie soll Energie produziert werden, auf welchen Wegen zu uns kommen?“ bis hin zu „CETA und TIPP: Wie geht es weiter, welche Auswirkungen haben die Handelsabkommen auf den Klimawandel und die Energiewende?“ Für Kellner ist eines ganz klar: „Kooperation ist die einzige Antwort auf den Klimawandel.“ Und natürlich brauche es Bürger, „die sich ihrer Verantwortung für das Ganze bewusst sind“. Dazu passt auch gut das Jahresmotto der EWO: „Mach jetzt mit!“

„Energieeinsparung und Energieeffizienzsteigerung“ seien weiterhin Schwerpunkte in der Arbeit der Bürgerstiftung“, betonte Kellner. Wichtig sei aber auch junge Leute für die Idee zu gewinnen. Froh ist Kellner, dass die drei bislang beteiligten Landkreise die finanzielle Unterstützung der Bürgerstiftung heuer für die nächsten fünf Jahre gesichert haben.

Offiziell unterstützen wird die EWO ab sofort den „Konvent der Bürgermeister“. Dieser ursprünglich EU-weite Zusammenschluss „versammelt lokale und regionale Gebietskörperschaften, die sich freiwillig dazu verpflichten, Klima- und Energeiziele der EU auf ihrem Gebiet umzusetzen“, erklärte Communication-Officer David Donnerer aus Brüssel.

Höhepunkt am Ende war die Verleihung von Auszeichnungen. Der Solarstrompreis 2015 geht an die Gemeinde Pähl. Ausgezeichnet wird hier der höchste Zuwachs an neu installierter Fotovoltaikleistung im vergangenen Jahr. Auf Rang zwei landete Peiting, dahinter Penzberg. Für die Stadt im Nachbarlandkreis Weilheim-Schongau gab es an dem Abend noch eine zweite Ehrung: Penzberg ist Energiewende-Kommune 2016. Hier zeichnet die EWO besonderes Engagement für die Idee der Energiewende aus. Von Schülerprojekten, über Bürgerbeteiligung bis hin zur LED-Straßenbeleuchtung – Penzberg sei in vielen Bereichen vorbildlich, lobte Kellner. Unter anderem gibt es in der Kommune ein Solarkataster, aus dem jeder Bürger ersehen kann, welches Solarstrompotenzial er auf seinem Dach hat. Vize-Bürgermeister Johannes Bauer bedankte sich für die Auszeichnung. „Dieser Preis ist Ehre, Ansporn und Verpflichtung zugleich.“

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