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Hinter dem Gerüst liegt das Büro des Förderschulleiters – das am stärksten mit PCB belastete Zimmer, wie Hauptamtsleiter René Beysel gestern erläuterte. 

Kreis-Schulausschuss

PCB: Fugen sind der Grund des Übels

Bad Tölz - Die gute Nachricht zuerst: Von der PCB-Belastung in der Tölzer Förderschule geht keine Gesundheitsgefährdung aus. Dennoch bietet das Gesundheitsamt verunsicherten Mitarbeitern Blutuntersuchungen an. Und saniert werden muss natürlich auch.

Der Kreis-Bau- und Schulausschuss machte sich gestern Nachmittag ein Bild vor Ort. Im Juni hatten Messungen in der Förderschule in einigen Zimmern eine erhöhte Belastung der Raumluft mit dem Schadstoff PCB ergeben (wir berichteten) – und das, obwohl es in der Schule 2002 eine umfangreiche PCB-Sanierung gegeben hatte. Seit Juni gab es nun zahlreiche weitere Untersuchungen durch den TÜV, „so dass wir mittlerweile ein umfangreiches Bild von der Lage haben“, sagte Hauptamtsleiter René Beysel gestern.

Die Werte in den meisten Räumen liegen unter oder knapp über dem Richtwert von 300 Nanogramm pro Kubikmeter Luft. Große Ausnahme sind das Sekretariat und das Zimmer von Schulleiter und Drittem Landrat Klaus Koch. Dort wurden Werte von rund 1700 Nanogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Erst ab 3000 Nanogramm werden allerdings sofortige Sanierungsmaßnahmen empfohlen. Verantwortlich für die Belastung ist die Fugenmasse, die außen an der Schule verwendet wurde. „Der wurden PCB-haltige Materialen als Weichmacher beigefügt“, so Beysel. Diese Weichmacher kamen beim Bau 1972 aber offenbar nur vereinzelt zum Einsatz. „Wir haben hochbelastete Fugen – und zehn Meter weiter ist gar nichts.“

Der Einbau einer Zwangslüftung brachte nur mäßigen Erfolg. Der Grund dafür ist vermutlich, dass die belasteten Fugen eben außen liegen und durch die Lüftung wieder Schadstoffe nach innen geleitet werden. Nun sei vorgesehen, die Fugen auf der Süd- und Westseite auf Ebene 1 durch eine Fachfirma entfernen zu lassen, so Beysel.

Aufgeschreckt durch die Ergebnisse in der Förderschule hatte das Landratsamt auch in der benachbarten Realschule Messungen angeordnet. „Da schaut es aber ganz gut aus“, sagte der Hauptamtsleiter. Lediglich in einer Umkleidekabine habe man einen Wert von 1800 Nanogramm gemessen. Allerdings werde die Kabine ja immer nur kurzzeitig genutzt. „Quelle ist hier die alte Fugenmasse um die Fenster“, erklärte Regina Nieder vom TÜV. Leicht erhöhte Werte über dem Richtwert von 300 Nanogramm gab es in der PhysikVorbereitung, der Aula und in einem Flur. Das dürfte an Resten alter Fugenmassen um die Türen liegen.

Ob man denn all diese Fugenmasse wirklich entfernen müsse, fragte Ausschussmitglied Alois Bauer mit Blick auf die Kosten. „Kann man das nicht irgendwie abdichten?“ Das sei eher nicht zielführend, antwortete Nieder. Bauer war damit nicht zufrieden: Vielleicht sei es generell besser, „weniger zu messen und weniger zu wissen“.

Dass trotz der erhöhten Werte keine gesundheitliche Gefährdung für die Nutzer der Räume ausgehe, betonte Eike Roscher vom Landesamt für Gesundheit. „Aus unserer Sicht wären keine Untersuchungen der Menschen nötig.“ Das glaubt Schulleiter Koch. „Ich habe aber ein psychologisches Problem.“ Er brauche Ruhe in der Schule, und einige Mitarbeiter seien eben besorgt. „Und daran ändern auch kühle Zahlen nichts“, so Koch. Deshalb biete das Gesundheitsamt ja auch Blutuntersuchungen an, beruhigte Dr. Petra von Jagemann. „Das Human-Biomonitoring ist zwar nicht ganz einfach, weil es nur wenige Labore anbieten. Aber wir werden das Problem lösen.“

Generell findet es Koch ärgerlich, dass es nach der PCB-Sanierung 2002 keine Nachmessungen gegeben habe. Damals habe man auch nichts an der Fassade gemacht – mit Blick darauf, „dass die ja bald neu gemacht werden sollte“. Saniert ist sie bis heute nicht, erledigt werden soll das 2017. Koch bittet darum, die PCB-Sanierungsmaßnahmen möglichst rasch umzusetzen. Ausdrückliches Lob gab es für Beysel. „Die Begleitung bei diesem Thema war sehr gut.“

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