+

Planungsverband Region Oberland

Vom Wunsch, ein Zentrum zu sein

Bad Tölz - Die einen streben nach der Anerkennung als Ober- oder Mittelzentrum. Andere pfeifen auf das Etikett und möchten als „Raum mit besonderem Handlungsbedarf“ lieber von Vorteilen profitieren. Das zeigte sich gestern, als Vertreter der der Region Oberland über den Landesentwicklungsplan diskutierten.

 Einen Überblick über die aktuellen Diskussionen zum Landesentwicklungsplan (LEP) bekamen Vertreter der Kommunen in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau gestern im Tölzer Landratsamt. Dort tagte der Planungsausschuss der Region Oberland. Eines der LEP-Themen: das „Zentrale-Orte-System“. Es legt fest, welchen Städten und Gemeinden bestimmte Versorgungsfunktionen zugeschrieben werden. In die Kategorie der „Oberzentren“ fällt nach dem aktuellen LEP-Entwurf im Oberland nur Garmisch-Partenkirchen. Zu Mittelzentren hochgestuft werden demnach Oberammergau und Mittenwald. Kreuth soll dem Mittelzentrum Tegernseer Tal zugerechnet werden.

Doch andere wollen dieses Prädikat ebenfalls. Vor allem Weilheim hebt die Hand, wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß in der Sitzung unterstrich: „Weilheim ist Handels- und Dienstleistungszentrum, der Sitz großer Behörden und Arbeitgeber, ist ein Verkehrsknotenpunkt, hat ein Riesenangebot an Kultur und Sport“, zählte sie auf. Die Einstufung als Oberzentrum diene dem Erhalt all dessen.

Josef Niedermaier, Tölzer Landrat und Vorsitzender des Planungsverbands, bestätigte, dass Weilheim alle Kriterien erfülle und seine Bestrebungen „nachvollziehbar“ seien.

Rückendeckung signalisierte das Gremium genauso für weitere Wünsche nach Hochstufungen zum Oberzentrum. Die gibt es laut Niedermaier in Geretsried und Wolfratshausen sowie in Bad Tölz. Lenggries strebe nach der Klassifizierung als Mittelzentrum. Niedermaier hielt all das im Vergleich zu anderen Ober- und Mittelzentren in Oberbayern für gerechtfertigt, gab aber auch zu bedenken: „Die inflationären Hochstufungen sind eigentlich kontraproduktiv. Dadurch verliert das Zentrale-Orte-System nach und nach seine Funktion, denn das Ziel war ursprünglich, Netze zwischen den zentralen Orten aufzubauen.“ Die Zahl der „zentralen Orte“ um ein Drittel zu verringern, wie es Gutachten fordern, sei aber „politisch nicht durchsetzbar“.

Der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak fragte, ob eine Hochstufung bloß einen „ideellen Wert“ habe oder auch „konkrete Vorteile“ bringe. Thomas Bläser von der Regierung von Oberbayern antwortete: „Es lassen sich daraus keine Ansprüche oder finanziellen Zuwendungen ableiten.“

Praktischer dachte da Leni Gröbmaier, Bürgermeisterin von Dietramszell, die sich zu einem anderen Aspekt des LEP zu Wort meldete. Der weist nämlich auch „Regionen mit besonderen Handlungsbedarf“ (RmbH) aus. Diese haben laut Bläser „wirtschaftsstrukturelle und sozioökonomische Nachteile“: Das werde durch „bessere Förderkonditionen“ ausgeglichen, etwa beim Breitbandausbau oder der regionalen Wirtschaftsförderung. Solche RmbH gab es im Oberland bisher gar nicht. Im aktuellen LEP-Entwurf fallen der ganze Landkreis Garmisch-Partenkirchen sowie die Gemeinden Altenstadt, Hohenpeißenberg, Peißenberg und Oberhausen (alle Kreis Weilheim) sowie Hausham (Kreis Miesbach) darunter. Gerade im Vergleich zu Hausham sieht Gröbmaier ihre Gemeinde nicht besser aufgestellt. Sie will prüfen lassen, ob nicht auch Dietramszell den RmbH zugerechnet werden könne.

Niedermaier berichtete, dass auch der Großraum München „besonderen Handlungsbedarf“ für sich reklamiere, und zwar in Sachen Schaffung von Wohnraum. „Da wäre natürlich auch unsere Region betroffen.“ Das Oberland habe in den kommenden Jahren mit bis zu 300 000 zusätzlichen Bewohnern zu rechnen. Hier protestierte Gröbmaier. „Es kann nicht sein, dass wir das widerspruchslos hinnehmen, dass man bei uns baut, wo die Flächen schon rar sind, während Regionen wie der Bayerische Wald und die Oberpfalz ausbluten.“ Hier müsse die Staatsregierung gegensteuern.

Mehr zum Thema

Auch interessant

<center>Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l</center>

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l
<center>Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l</center>

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l
<center>Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen
<center>Schokoladen-Set zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Meistgelesene Artikel

Vier Männer ausgezeichnet: Gipfeltreffen des Ehrenamts

Bad Tölz-Wolfratshausen – Sie setzen sich für die Allgemeinheit ein und wurden nun ausgezeichnet:  Der Landkreis hat vier engagierten Männern die Isar-Loisach-Medaille …
Vier Männer ausgezeichnet: Gipfeltreffen des Ehrenamts

Heute Abend: Löwen treten zu Hause gegen Selb an

Heute Abend: Löwen treten zu Hause gegen Selb an

Kommentare