Prädikat: Studiendirektor Thomas Zimmermann (li.) und Oberstudienrat Thomas Burger nahmen von Staatssekretär Georg Eisenreich (Mi.) die Urkunde entgegen, die das Tölzer Gymnasium als Medienreferenzschule ausweist.

Gabriel-von-Seidl-Gymnasium

Richtungsweisend bei der Medienbildung

Bad Tölz – Das Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasium darf sich ab sofort mit der Auszeichnung „Referenzschule für Medienbildung“ schmücken. Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich überreichte den Tölzern und 30 weiteren Schulen in Bayern vor Kurzem dieses Prädikat. Das Tölzer Gymnasium ist die einzige Schule mit dieser Auszeichnung im Landkreis.

In den vergangenen zwei Jahren hat man sich an der Schule besonders intensiv mit dem Thema Medienbildung auseinandergesetzt. Die Tölzer hatten sich eigens darum beworben, in das Projekt des Kultusministeriums aufgenommen zu werden. Im Mittelpunkt standen die didaktische Fortbildung der Lehrkräfte und die technische Ausstattung in den Klassenzimmern. Dort gibt es jetzt zum Beispiel W-Lan in allen Räumen, zudem einen Beamer. „Das ist top“, sagt Studiendirektor Thomas Zimmermann. Der Lehrer für Latein und Englisch ist auch Mitglied der Schulleitung.

Die Lehrkräfte haben einen Medienentwicklungsplan für die verschiedenen Jahrgangsstufen erarbeitet. „Das Digitale hat das Analoge nicht ersetzt, sondern erweitert“, erklärt Zimmermann.

Wie sieht das im Unterricht konkret aus? Zwei Beispiele: In den sechsten Klassen lernen die Schüler, wie man Powerpoint-Präsentationen gestaltet, um sie etwa bei einem Referat einzusetzen. In den zehnten Klassen nützen die Lehrer Videoclips, um den Jugendlichen etwa im Englisch-Unterricht Hintergründe über die amerikanische Präsidentschaftswahl näherzubringen. „Früher musste man mühsam Video-Kassetten organisieren“, erinnert sich Zimmermann lächelnd. „Heute ruft man im Internet auf, was vergangene Nacht im Fernsehen zu sehen war.“

Aber haben viele Jugendliche heute nicht ohnehin schon viel Wissen über moderne Medien? „Das beschränkt sich meist aufs Chatten oder WhatsApp“, sagt Zimmermann. Aber wenn es um professionelles Arbeiten gehe, etwa um Präsentationen, kämen die jungen Erwachsenen rasch an ihre Grenzen, so Zimmermann.

Zudem gab es für Schüler und Eltern Fachvorträge, um zu vermeiden, dass sie sorglos mit privaten Daten im Internet umgehen. Ein Experte erklärte, wie Kinder mit wenigen Clicks auf jugendgefährdende Seiten geraten können, und was Eltern in solchen Situationen tun sollten.

Ein weiteres Thema im Unterricht ist der Umgang mit Informationsmedien – sei es Zeitung oder Internet. Die Jugendlichen lernen, wie man seriöse Nachrichtenquellen von unseriösen unterscheidet. Gleichzeitig geht es um den sorgsamen Umgang mit Zitaten. „Hier besteht großer Lernbedarf“, sagt Zimmermann.

Das Tölzer Gymnasium dient nun als Multiplikator für andere Schulen im Landkreis. Die Lehrkräfte bieten Fortbildungen an und berichten über ihre Erfahrungen. Seminare werden Anfang 2017 angeboten.

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