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Ein Hingucker waren die Faltboote, die am Samstag entlang der Isarpromenade ausgestellt waren. Im Vordergrund ist ein Kleinboot aus dem Jahr 1927 zu sehen.

An der Isarpromenade

Faltboot-Camp: Per Schiff in die Vergangenheit

Bad Tölz - Faltboot-Freaks sind eine besondere Spezies. Das stellten am Samstag eine Freiluftausstellung an der Isarpromenade und ihre Besucher unter Beweis.

Ein Stück Tölzer Geschichte neu beleben: Das war das Ansinnen von Stadtmuseums-Leiterin Elisabeth Hinterstocker, als sie bereits vor Jahresfrist für diesen Sommer ein Faltbootcamp einschließlich Regatta mit Start unweit der Tölzer Isarbrücke plante. Dieses Ereignis sollte zudem auch den Anschluss bilden an die Regatta im vorigen Jahr, als das Stadtmuseum gebührend den 90. Geburtstag der Tölzer Faltbootwerft aufbereitete.

Die Wettfahrt, die nun am Samstag hätte stattfinden sollen und für die 13 Anmeldungen vorlagen, wurde jedoch aufgrund der unsicheren Wetterlage im Vorfeld abgesagt. Gekommen waren trotzdem die meisten der Angemeldeten. Das Camp an der Isarpromenade mit einer Reihe von Faltbooten unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Typen fand nicht nur das Interesse von Besuchern und Passanten, sondern diente den Bootfahrern überdies als willkommene Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch und Fachsimpeln. Bei der Eröffnung am Vormittag bei bestem Sommerwetter war auch Gabriele Stirnimann anwesend, die Tochter des einstigen Hauptanteilseigners der Tölzer Faltbootwerft, Hans Hoeflmayr.

Dass die Faltboot-Freaks eine ganz spezielle Spezies sind, braucht eigentlich nicht zu verwundern. Denn die Ausübung dieser sportlichen Betätigung stellt auch ganz eigene Anforderungen, wie die Lenggrieserin Kerstin Mutschall erläutert, während sie nebenbei ihr Boot zusammenbaut. „Da gehört Liebe und Leidenschaft dazu. Das Boot hat seinen Preis, dazu müssen Pflege, Aufbau und Transport gehändelt werden.“ Und es sei nicht so ganz einfach, sich mit solch einem Gefährt auf das Wasser zu begeben. Dazu brauche man Kraft, Können und Mut. „Früher“, meint Mutschall, die Rafting-Erfahrung hat, „als die Isar noch wilder war, war das sicher eine abenteuerliche Sache.“ Sie selbst sei erst bei der Regatta 2015 auf das Faltbootfahren aufmerksam geworden und habe schon bald danach vom Boot-Sammler Frank Felden ihr Wunschmodell, ein „Pionier 450 4A“, erstanden.

Bis von Potsdam angereist war Ralf Petsching vom Verein „Freunde historischer Faltboote“. Mitgebracht hatte er neben einigen Booten überdies ein altes Zelt samt zugehörigem Spirituskocher, Blechgeschirr und nicht zuletzt einen „Pionier“-Bootswagen – zusammen ein nostalgisches Ensemble zur Erinnerung an die Glanzzeit der seinerzeit marktbeherrschenden Tölzer Werft mit ihrer Qualitätsmarke „Pionier“ und zugleich ein Blickfang für das Treffen an der Isarpromenade.

Den Kontrast dazu bildete nicht weit daneben ein neues schmales schwarzes Boot, das, so sein Besitzer Jörg Callehn aus der Schweiz, den aktuellen offiziellen Regattavorschriften entspricht.

Vor Ort anzutreffen waren auch die Tölzer Faltboot-Kenner Hans Ranhart und Florian Schott, die bei der Regatta im vorigen Jahr die vorderen Plätze belegt hatten. Und großen Spaß hatte die siebenjährige Besucherin Christina, die bei einer der Probefahrten als „Copilot“ fungieren durfte. 

Rosi Bauer

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