Elisabeth (li.) und Marlene Schuen (Mi.) sowie Maria Moling (re.) begeisterten ihre Fangemeinde im Tölzer Kurhaus. Auch die Lichtshow war faszinierend. Foto: bib

Ganes-Konzert im Tölzer Kurhaus

Schöne, schaurige Märchenstunde

Bad Tölz - Um ein solches Album herauszubringen, müssen sich Musiker ihrer Fangemeinde schon ganz sicher sein. Ganes kann darauf bauen und führt mit seinem fünften Album „An chunta che“ in die ladinische Sagenwelt Südtirols. Die große Fangemeinde im restlos ausverkauften Tölzer Kurhaus bejubelte jetzt das fünfte Werk der drei Sängerinnen.

Reihenweise nur Lieder über Prinzessinnen, Kriege und verzauberte Waffen – Marlene und Elisabeth Schuen sowie Maria Moling fordern mit ihrem jüngsten Album „An chunta che“ („Man erzählt sich, dass....“) durchaus heraus, denn nicht jeder Musikliebhaber will sich eine CD lang durch ladinische Sagen hören. Aber die drei Südtirolerinnen sind bereits eine Marke der modernen alpenländischen Musik, sodass ihnen auch mit diesem ungewöhnlichen Stoff der Erfolg sicher ist.

Mit dem langsam-melancholischen „Nothing else matters“- Dreiklang erzählten sie auf Ladinisch zum Beispiel von einem schlagenden Menschenherz zwischen Herzen aus Stein. Ein andermal wurde eine gewaltige musikalische Sogwirkung mit Violinen und Schlagzeug entfacht, als über dem raschen Grundtakt des Bolero die filigranen Stimmen aufstiegen.

Auf der Bühne sind die drei Musikerinnen sehr präsent. Dreistimmigen Gesang, Hackbrett, Violinen, Gitarren und Schlagzeug verbanden sie mit Hilfe des Pianisten Nick Flades mit dem Synthesizer. So „erweckten“ sie ihre Namensgeber, die Wassernixen Ganes, die mit Geräuschen verzaubern, eindrucksvoll zum Leben. Dabei sorgten sie selbst für die schönsten „Geräusche“. Marlene Schuen schlug mit dem Geigenbogen leicht auf die Saiten und rief Laute von hell klingenden Wassertropfen in einer Höhle hervor. Ihre Schwester Elisabeth, ausgebildete Sängerin, begeisterte als alte, erzählende „Gana-Königin“ mit klagenden, hohen Tönen, sie hauchte nur und sprach die ladinischen Worte knarzend ins Mikrofon – perfekt für eine schön-schaurige Märchenstunde.

Dem Trio sind wieder eindrucksvolle Kompositionen gelungen. Mit „La Pesc Gnará“ („Frieden wird kommen“) haben sie die derzeit reale große Sehnsucht nach Frieden musikalisch großartig eingefangen. In der Sage erkennt die des Kämpfens müde Fanes-Prinzessin Dolasila, dass Streben nach Ruhm und Ehre Illusion ist.

Eine Video- und Lichtschau untermalte die Songs auf eindrucksvolle Art und Weise. Der projizierte Sternenhimmel an der Decke des Kurhauses erweckte den großen Leuchter zu glitzerndem Eigenleben, und die Zuschauer wurden immer wieder in unterschiedliches Licht getaucht. Leider wurden wunderbare Bilder wie ein Blütenbaum oder ein Flug durch Wolken nicht auf den Bühnenhintergrund projiziert, wo lediglich eine blumige Bergsilhouette vor schwarzem Hintergrund hing.

Zum Schluss musste man die Fans nur noch von der Märchenwelt auf den Boden der Tatsachen zurückholen – und das gelang mit dem Hit „Bang Bang Bun“. Das Publikum johlte – der perfekte Abschluss eines tollen Konzerts im Kurhaus. (bib)

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