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Richtfest wurde gestern auf der Flinthöhe gefeiert. Zimmerer Klaus Braun hielt den Richtspruch. Im April sollen die Räume bezugsfertig sein.

Stadt schafft Platz für 175 Asylbewerber und später bezahlbare Wohnungen

Bad Tölz – Beim Neubau auf der Flinthöhe konnte man praktisch täglich die Baufortschritte beobachten. Ende März waren die Bagger auf der Fläche neben der Montessorischule angerollt, gestern wurde Richtfest gefeiert. Die Stadt schafft in dem neuen Gebäude Platz für 175 Asylbewerber. Wird die Unterkunft nicht mehr benötigt, sollen die 30 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen preiwert vermietet werden.

In den nächsten zehn Jahren wird das aber wohl nicht der Fall sein. So lange hat die Stadt das Gebäude nämlich an die Regierung von Oberbayern verpachtet, die die Gemeinschaftsunterkunft auch betreiben wird. Im April 2017 sollen dort die ersten Flüchtlinge einziehen. Im Gegenzug hofft die Stadt, dass das ehemalige Hotel Jodquellenhof im Badeteil nicht länger belegt wird. „Dagegen läuft ja auch immer noch eine Klage“, sagt Kämmerer Hermann Forster auf Anfrage. Die Stadt befürchtet hier, dass Eigentümer Anton Hoefter aus der vorübergehenden Wohnnutzung eine dauerhafte ableiten möchte. Die Kommune will auf dem Areal aber eine touristische Nutzung erhalten. Wann sich das Verwaltungsgericht mit der Klage befasst, ist im Moment allerdings offen.

4,6 Millionen Euro investiert die Stadt in die Unterkunft. Der Betrag ist komplett fremdfinanziert. Zwei Darlehen nimmt sie dafür in Anspruch – in Niedrig- beziehungsweise Null-Zinszeiten keine ungewöhnliche Entscheidung, wie Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann gestern beim Richtfest erläuterte. Über die Miete, die die Regierung von Oberbayern bezahlt, werde ein Großteil des Betrags refinanziert. „Tatsächlich werden rund 90 Prozent der Ausgaben gedeckt“, sagte Wiedemann. Das heißt, am Ende bleiben an der Stadt nur 450 000 Euro hängen – verteilt auf zehn Jahre.

Ansonsten stand gestern der Dank an die Handwerker im Mittelpunkt. Den Richtspruch übernahm Klaus Braun von der gleichnamigen Arzbacher Zimmerei. „Drum wünsche ich so gut ich’s kann, so kräftig wie ein Zimmermann, mit stolz empor gehobnem Blick, der Gemeinschaftsunterkunft viel Glück. Der Herrgott möge alle hier beschützen, vor Wassersnöten, Sturm und Blitzen.“

Weitere Asylunterkünfte plant die Stadt derzeit nicht. „Die Zahlen haben sich ja völlig anders entwickelt als am Jahresende angenommen“, sagt Forster mit Blick auf die seit Monaten niedrigen Zuweisungen von Asylbewerbern an den Landkreis. Weiterverfolgt werden aber andere Wohnungsbauprojekte. Auf 4000 Quadratmetern an der Osterleite sollen beispielsweise 18 Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen entstehen und für bezahlbare Beträge vermietet werden. Wann dort angefangen wird, steht noch nicht fest. „Jetzt bauen wir erst mal auf der Flinthöhe zu Ende“, sagt Forster.

Darüber hinaus verhandelt die Stadt mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) über ein Grundstück gegenüber der Lettenholzschule. Auch dort könnten bezahlbare Wohnungen entstehen. Derzeit wird ein Wertgutachten erstellt. Dann müsse der Bund sagen, was er für den Grund haben wolle, so Forster.

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