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Radelt für Kambodscha: Elzo de Haan (68) wirbt für seine Stiftung, mit der er Wasserpumpen baut.

Stiftung für Kambodscha

Der radelnde Holländer

Bad Tölz – Von Nordrhein-Westfalen nach Bayern mit dem Fahrrad: Elzo de Haan aus den Niederlanden fährt durch Deutschland, um auf seine Stiftung aufmerksam zu machen. Er baut Wasserpumpen in Kambodscha.

Es gibt zwei Dinge, die Elzo de Haan (68) aus Enschede (Niederlande) bewegen: Kambodscha und das Fahrrad. Diese zwei Leidenschaften bringt er zusammen, indem er bei seinen Fahrradtouren für die „Stichting Twentse Waterpompen Cambodja“ wirbt. Mit der Stiftung sammelt er Spenden, um Wasserpumpen in Siem Reap zu bauen.

Die vergangenen Tage war de Haan in Bad Tölz unterwegs, von wo er am Freitag weiter nach Pasing geradelt ist. Die Zwischenstopps waren kein Zufall: In Tölz hat der 68-Jährige seine Schwägerin besucht. Und in Pasing lebt eine Familie, die ihre zweite Pumpe spenden will. Losgefahren ist de Haan in Minden (Nordrhein-Westfalen) um entlang von Weser, Fulda und Rhein Bayern anzusteuern.

Die 1020 Kilometer sind für den Rentner kein Problem – nicht, weil Holländer generell gerne Fahrrad fahren. „Wenn ich auf dem Fahrrad sitze, habe ich das Gefühl, frei zu sein“, sagt de Haan. Dabei könne er die Gedanken schweifen lassen, bekomme Ideen und es spielten sich kleine Geschichten in seinem Kopf ab. „Fiets denk an niets“, nennt der Niederländer das. „Fiets“ ist das Radfahren.

Sein Trikot, auf dem das Logo der Stiftung zu sehen ist, darf natürlich nicht fehlen. Und das Zelt auf seinem Gepäckträger. „Bei gutem Wetter schlafe ich im Zelt.“ So könne man gute Gespräche mit den Menschen führen, anders als es in einem Hotel möglich sei. Eine Frau hat er zum Beispiel getroffen, die vermutlich auch eine Pumpe spenden wird.

„Sie kannte die Gegend um Siem Reap“, sagt de Haan. Dort hat der 68-Jährige vergangenes Jahr seine 123. Wasserpumpe gebaut. Kambodscha fasziniert ihn. Vor fünf Jahren erkundete de Haan Asien mit seiner Frau – und natürlich dem Fahrrad. „Wir sind von Laos reingefahren. Uns hat gleich ergriffen, dass es hier ganz anders ist.“ Die Menschen seien so fröhlich, obwohl das Volk nichts habe.

Getreu seinem Lebensmotto, „wenn du nichts Größeres machen kannst, mach etwas Kleines, aber groß“, gründete de Haan seine Stiftung. Seitdem fliegt er jeden Februar für sechs Wochen nach Siem Reap und baut mit zwei Kambodschanern so viele Pumpen, wie Geld auf dem Spendenkonto ist. Eine kostet 350 Euro.

Den Platz für die Wasserpumpen auszusuchen, ist das Schwierigste für den 68-Jährigen. „Damit muss ich entscheiden, wer eine bekommt und wer nicht“, sagt er. Die Familien nutzen ihre Pumpe zum Waschen, Zähneputzen und Trinken. Das Abwasser wird auf ein Feld geleitet, damit dort Gemüse angebaut werden kann. Auch das sei wichtig, sagt de Haan. „Meist essen die Menschen dort nur Reis und kleine Fische.“

In Kambodscha freut sich de Haan den ganzen Tag. „Ich werde glücklich, wenn ich sehe, dass ich etwas Gutes mache“, sagt der 68-Jährige. Deswegen ist die aktuelle Fahrradtour auch wichtig für den Niederländer. Als Rentner hat er nicht mehr so viele Kontakte wie früher, als er noch Pilotanlagen gebaut hat. Heute unterstützen Familie, Freunde und der Hersteller seines Fahrrads die Stiftung. Nach Pasing geht es für de Haan mit dem Zug zurück nach Enschede. Aber nächstes Jahr will er wieder einen Monat Radfahren. De Haan: „In Siem Reap gibt es noch genug zu tun.“

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