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Ein Street-Food-Festival fand im Mai in Penzberg statt. In Bad Tölz wird es so etwas vorerst nicht geben.

Veranstaltung auf Facebook

Verwirrung um Schlemmer-Markt

Bad Tölz – Ein kulinarisches Fest im Tölzer Moraltpark wird im sozialen Netzwerk Facebook für das kommende Wochenende angekündigt. Der Haken: Es wird gar nicht stattfinden.

„Street Food ist in aller Munde, in den Metropolen der Welt und jetzt auch in Bad Tölz!“ Mit diesem Spruch wird eine Veranstaltung auf dem Festplatz im Moraltpark im sozialen Netzwerk Facebook beworben. Weiter heißt es: „Vom 19. bis 21. August erwarten dich und deine Freunde viele kulinarische Leckereien von diversen Foodtrucks aus allen Regionen der Erde und lokalen Gastrogrößen!“ Knapp 3000 Personen interessieren sich für die Veranstaltung, die neben Köstlichkeiten auch Live-Musik, Künstler und Getränkebars bieten möchte.

Aber: Stattfinden wird der Markt nicht. Die Veranstaltung ist nicht angemeldet und war auch nie wirklich an diesem Datum geplant.

Von vorne: Im Februar stieß Steffi Hörmann vom „Jailhouse“, einer der Eigner am Festplatz, auf die Veranstaltung im Internet. Ihre Nachfrage ergab, dass niemand davon etwas wusste. „Wir haben versucht, Kontakt aufzunehmen“, so Hörmann. Allerdings ohne Erfolg. Auch auf eine öffentliche Nachricht in der Facebook-Gruppe meldete sich niemand. Für Steffi Hörmann stand bald fest: „Diese Veranstaltung wird es nicht geben.“

Dessen ist sich auch Susanne Frey-Allgaier von der Tourist-Info sicher. „Ohne Genehmigung kann der Markt nicht stattfinden.“ Es sei absolut notwendig, Veranstaltungen auf dem Festplatz vorher anzumelden, sagt Alexander Schindler vom Tölzer Ordnungsamt. Denn aufgrund der Fülle an Terminen könne es sonst zu Überschneidungen kommen. Für diesen Sonntag, 21. August, ist beispielsweise der nächste Flohmarkt auf dem Festplatz geplant. Auch die Lebensmittelkontrolleure am Landratsamt reagieren überrascht, wie Sprecherin Sabine Schmid berichtet. „Normalerweise meldet sich ein Veranstalter selbst bei uns oder über die Stadt oder die Gemeindeverwaltung.“ Wenn es um Lebensmittel gehe, müssten die Überwacher tätig werden und vor Beginn die Hygiene kontrollieren.

Wird eine Veranstaltung abgehalten, ohne dass sie angemeldet ist, kann die Stadt ein Bußgeld verhängen, sagt der Tölzer Polizeichef Bernhard Gigl. Werden über 2000 Teilnehmer erwartet, muss die Polizei vorher informiert werden. Im Fall des „Street Food Markts“ ist auch das nicht geschehen.

Warum vernachlässigen die Verantwortlichen so offensichtlich alle ihre Pflichten und haben auch keinerlei Plakate aufgehängt oder sonstige Werbemaßnahmen gestartet? Steffi Hörmann hat sich umgehört und in Erfahrung gebracht, dass die Organisatoren solcher Märkte ab und zu diesen Weg beschreiten: „Sie testen, wie viele Leute auf eine Veranstaltung reagieren und entscheiden dann, ob sie wirklich stattfindet.“ Allerdings, so Hörmann, sei es seltsam, die Ankündigung bei Facebook dann nicht zu löschen.

Dem Tölzer Kurier gelang es gestern schließlich, einen der Verantwortlichen ans Telefon zu bekommen: „Es ist leider etwas dazwischen gekommen. Wir müssen den Markt in Bad Tölz verschieben“, erklärt Kinan Salameh, der zusammen mit seinem Bruder Samer und Daniel Debus in Augsburg die Märkte organisiert. Auf die Frage, warum er sich bislang nicht bei der Stadt Bad Tölz gemeldet habe, sagt Salameh: „Wir wollten zuerst ein Gefühl bekommen, wo der Markt funktionieren kann.“ In Tölz sei die Resonanz ziemlich gut gewesen. Kurios: Kurz nach dem Telefonat kam eine E-Mail von Debus. Inhalt: „Für den Markt in Tölz sind wir nicht verantwortlich.“

Prinzipiell ist Susanne Frey-Allgaier von der Idee eines Street-Food-Markts in Bad Tölz nicht abgeneigt. „Das ist ein schönes Konzept, das uns interessiert“, so die stellvertretende Kurdirektorin. „Aber auch diese Veranstalter müssen den offiziellen Genehmigungsweg gehen.“

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