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Ist bis November im Dekanat Bad Tölz unterwegs: Weihbischof Wolfgang Bischof – hier beim Redaktionsbesuch im Jahr 2012.

Visitation im Dekanat beginnt

Was brennt den Pfarreien unter den Nägeln?

Bad Tölz - Mit einem Gottesdienst um 18 Uhr in der Lenggrieser Pfarrkirche eröffnet Weihbischof Wolfgang Bischof am Freitag die Visitation der vier Pfarrverbände und zwei Pfarreien im Dekanat Tölz. Dabei werden bis November zahlreiche Gespräche mit Vertretern aus Kirche, Gesellschaft und Politik geführt. Ein Gespräch mit dem Weihbischof.

Worum geht’s bei der Visitation?

Wolfgang Bischof: Zunächst einmal: Das ist vom Kirchenrecht vorgeschrieben. Der Weihbischof besucht regelmäßig Pfarreien und Pfarrverbände, um die Situation der Seelsorge zu reflektieren und sich ein Bild zu machen. Ich nenne das aber lieber Pastoralbesuch.

Besuchen Sie alle Dekanate hintereinander, oder wie läuft das ab?

Wolfgang Bischof: Ich habe 14 Dekanate in meinem Zuständigkeitsbereich. Visitation ist immer im Herbst. In der Regel werden ein oder zwei Dekanate besucht. Heuer ist Tölz alleine dran. Letztendlich hat die Visitation schon begonnen. Die Pfarreien haben Erhebungsbögen bekommen. Diese Vorabinfos sind bei uns bereits gesichtet und ausgewertet worden. Meine Mitarbeiter haben auch schon Vorgespräche geführt. Wir sind jetzt in der Woche zwei, drei Tage vor Ort.

Was sind denn von Ihrer Seite Themen, die Sie bei den Gesprächen mit den kirchlichen Mitarbeitern ansprechen?

Wolfgang Bischof: Die veränderte Situation in der Kirche, das ist ein großes Thema. Die deutschen Bischöfe haben dazu ja ein Papier herausgebracht: „Gemeinsam Kirche sein“. Darin geht es um die Mitverantwortung aller Gläubigen bei der Weitergabe des Glaubens.

Stehen auch regionale Themen an?

Wolfgang Bischof: Die ergeben sich aus dem Gespräch. Ich nehme aber an, dass beispielsweise auch die Zukunft des Klosters Reutberg angesprochen wird. Oder das Thema Franziskanerkirche.

Apropos: Wie ist denn der Sachstand?

Wolfgang Bischof: Da existiert ein Gutachten (für Franzmühle, Kloster und Madlschule, die Red.). Das alles liegt bei der Ordinariatskonferenz. Da gibt es aber noch keine Ergebnisse. Es ist alles noch in Planung.

Welche Themen werden denn an Sie herangetragen?

Wolfgang Bischof: Die kirchlichen Mitarbeiter wollen natürlich wissen, wie gehen wir in die Zukunft? Wie gehen wir mit dem Personalmangel um? Das brennt den Leuten unter den Nägeln.

Und: Wie geht man damit um?

Wolfgang Bischof: Ja, das ist die Gretchenfrage. Ich habe schon von dem kirchlichen Papier „Gemeinsam Kirche sein“ gesprochen, in dem Fragen wie etwa Gottesdienstfeier, Verkündigung, karitative Dienste beleuchtet werden. Es wird nur im Miteinander gehen.

Sie treffen sich auch mit politischen Repräsentanten. Was sind da die Themen?

Wolfgang Bischof: Es gibt ja viele Berührungspunkte. Kindertagesstätten etwa oder der Umgang mit den Flüchtlingen. Letzteres wird ein wichtiges Thema bleiben. Jetzt geht es darum, wie Integration geschieht, was Kirche dazu beitragen kann und wie man den Blick auf die Realitäten schärfer hinbekommt. Ich bin gespannt auf die Gespräche mit den Verantwortlichen.

Bedeutet Visitation im Umkehrschluss auch, dass der Bischof Kontakt mit der Basis bekommt und geerdet wird?

Wolfgang Bischof: Ich glaube, wir sind in ganz gutem Kontakt mit den Dekanen und Pfarrern. Aber seit wir Visitationen auf Dekanats- und nicht nur auf Pfarreien-Ebene machen, gewinnen wir neue Blicke auf den pastoralen Raum. Einer hat mir mal gesagt, jetzt wisse er erst, wo die Leute überall arbeiten und wie vernetzt wir sind.

Pfarrer Demmelmair hat salopp gesagt, Visitation sei „nichts Aufregendes, eine Bestandsaufnahme halt“.

Wolfgang Bischof:Ich gehe mit offenem Herzen ins Tölzer Dekanat und freue mich darauf, Interesse füreinander und aneinander zu haben. Da kann’s situationsbezogen auch mal Überraschungen geben. Aber das ist reizvoll.

Die Fragen stellte Christoph Schnitzer

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