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Blick an die Decke der Franziskanerkirche: Papierstreifen über Stuckaturen sowie Messuhren zeigen den Experten über längere Zeit hinweg an, ob sich die feinen Risse bewegen. Die Untersuchungen dauern rund zwei Jahre. 

Tölzer Franziskanerkirche

Hochchor zu, Gotteshaus offen

Bad Tölz - Erste Untersuchungen über den baulichen Zustand der Franziskanerkirche liegen vor. Die gute Nachricht: Für den Gottesdienstbetrieb im Kirchenschiff gibt es keine Gefährdung. Die schlechte Nachricht: Der Psallierchor hinter dem Hochaltar ist ab sofort gesperrt.

Wer im Kirchenschiff des über 280 Jahre alten Gotteshauses an die Decke blickt, kann abgeklebte Stuckaturen und sogenannte Rissuhren erkennen. Sie sollen den Experten feinste Bewegungen im Deckenputz signalisieren. Die Messungen sind auf rund zwei Jahre angesetzt, weitere Überprüfungen nötig.

Das sind Resultate von Untersuchungen, die Baufachleute, Statiker und Architekten im Auftrag der Erzdiözese München-Freising an dem Bauwerk vorgenommen haben. Bei einem Ortstermin wurden den Verantwortlichen der Pfarrei jetzt die Ergebnisse vorgestellt.

Dazu äußern wollte sich gestern das Ordinariat als Sprecher des Eigentümers nicht, weil man zunächst Pfarrer Peter Demmelmair informieren wolle. Der Angesprochene wusste freilich längst gut Bescheid. Kaplan Benjamin Bihl war schließlich bei dem Treffen anwesend gewesen. Die wichtigste Erkenntnis ist nach Demmelmairs Worten ohnehin die: „Im Kirchenschiff gibt es keine akuten Gefährdungen. Der Gottesdienstbetrieb kann normal weitergeführt werden.“

Es gibt aber auch eine nicht so gute Nachricht: Im sogenannten Psallierchor hinter dem Hochaltar wurden verdächtige Putzbeulen im Gewölbe festgestellt. Der Raum wurde deshalb gesperrt. Für das Kreisbildungswerk bedeutet das, dass es seine monatliche beliebte Veranstaltung „Zeit der Stille“ nun kurzfristig in den Altarraum verlegen musste. „Ewig schade“, trauert Herbert Konrad der einzigartigen Atmosphäre im einstigen Betraum der Franziskaner hinterher. Die Sakristei unter dem Chor ist indes problemlos nutzbar.

Auch die Empore wird ab sofort für den Publikumsverkehr gesperrt. Der Grund hierfür: Die Decke über der Orgel sei laut Kirchenpflegerin Maria Büttner nur mit großem Aufwand zu untersuchen. Um ganz sicherzugehen, werde der Spieltisch des Organisten überbaut.

Der reguläre Gottesdienstbetrieb wird also weitergeführt wie der Mittwochs-Rosenkranz. Am Sonntag um 11 Uhr will Kaplan Bihl den Gläubigen – im meist gut gefüllten – Spätvormittagsgottesdienst einen kurzen Abriss über die Untersuchungen und das Fazit geben. Die meisten Besucher wissen wohl auch, dass in der Franziskanerkirche schon länger keine Konzerte mehr stattfinden. Der Grund: Es gibt keinen Notausgang. Gottesdienste fallen nicht unter diese Vorschrift der Versammlungsstätten-Verordnung.

Und wie geht es grundsätzlich weiter? Nach über 40 Jahren ohne Renovierung steht nach den Worten des Stadtpfarrers Peter Demmelmair eine Grundsanierung der Kirche an. Er erinnert aber daran, dass auch der Innenraum der Kalvarienberg- sowie der Mühlfeldkirche an der Reihe wären. „Da kommt viel auf uns zu.“

Die nun über rund zwei Jahre laufenden Messungen geben der Erzdiözese auch Zeit für eine Grundsatzentscheidung, was sie mit der Franziskanerkirche anfangen will. Eine Rolle wird dabei so Demmelmair auch spielen, ob sie das Kloster zurückerwerben kann. Eine Fremdnutzung stehe jedenfalls nicht mehr im Raum.

Christoph Schnitzer

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