So könnte das Spa Natura Tölz aussehen – zumindest, wenn sich die Stadt für den Siegerentwurf von Titus Pernthaler entscheidet. Foto: Steppan/A

Stadtrat

Spa Tölz: „Hopplahopp geht’s nicht“

Bad Tölz - Wie geht es nach dem Architektenwettbewerb weiter mit Planung und Bau des neuen Wellnessbads und Spa „Natura Tölz“? Darum kreiste der Tölzer Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung und erörterte Zeitplan, Betreiberfrage und Zusammenhänge zum Hotelbau.

Allein die Planungszeit für das Projekt an der Bockschützstraße wird sich wohl noch bis 2018/19 ziehen, nannte Bauamtsleiter Christian Fürstberger eine Jahreszahl für den Baubeginn. Kämmerer Hermann Forster erklärte auch, warum. Aus leidvoller Erfahrung beim Eisstadionbau wisse er, dass die Planung eines solchen Großprojektes keine halbscharige Sache sein dürfe. „Hopplahopp geht’s nicht.“

So hat man in Sachen Betreiber zum Beispiel einen kleinen Schwenk vollzogen. Entgegen der ursprünglichen Absicht, das Bad selbst zu betreiben, um stets Einfluss auf die Qualität nehmen zu können, favorisiert man im Rathaus nun doch eine halb-externe Lösung und sucht eine Betreiberfirma, die das Bad im Auftrag der Stadt managt. Das könne so ähnlich wie bei der Stadtklinik laufen, sagte Forster. Das frühere Krankenhaus wurde vier Jahre von Asklepios über einen Managementvertrag geführt, bevor es letztlich ganz privatisiert wurde. Ein großer Vorteil des externen Badbetreibers in den Augen der Stadt: Man kann den Betreiber auch beim Badbau gleich hinzuziehen und Einfluss nehmen lassen.

So ein Betriebsführungsmodell muss bei der Größe des Projekts aber europaweit ausgeschrieben werden. Auch das kostet wieder Zeit. Willi Streicher (SPD) hatte zuvor das Spa auf einem guten Weg gesehen, nur mit dem Zeitplan gehadert. „Der Bürger möchte doch endlich mal was sehen.“ Streicher erwähnte in dem Zusammenhang auch das Hotelprojekt an der Arzbacher Straße. Man arbeite an beiden Projekten mit Hochdruck, sagte Forster. „Zum Hotelprojekt wird in nächster Zeit eine Aussage kommen.“

Da geht es dann wohl um die entscheidende Weichenstellung und die Frage: Kommt das Hotel oder kommt es nicht? Mehrere Stadträte äußerten sich indirekt und direkt dazu. Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG) brachte Hotel und Spa nicht in unmittelbaren Zusammenhang. Das Spa sei Teil der Neuen Tölzer Hotelkultur, so wie das Hotel. „Wenn ein Baustein wegfällt, dann trete ich doch nicht vom Spa zurück.“ Das Bad solle doch „Auslöser für andere Investoren sein, nach Tölz zu kommen. Wir dürfen da nicht zögern“, zeigte er sich vom Erfolg des Projekts fest überzeugt.

Michael Lindmair gab ihm Recht und sprach von einem „Zeichen für die bestehenden Tourismus-Betriebe“. Auch Bürgermeister Josef Janker wollte eine gegenseitige Abhängigkeit von Hotel und Spa nicht erkennen. „Wir brauchen das Spa für alle Gäste in Tölz.“

Etwas anders sah das Franz Mayer (Grüne), den die Diskussion um Zahl der Aufgüsse und Saunaerweiterung erst einmal kalt ließ. „Was mich umtreibt, ist etwas anderes.“ Das Ziel der Neuen Tölzer Hotelkultur sei gewesen, neue Hotelbetten zu schaffen. Darum habe man das Spa auf den Weg gebracht. Solange man nicht wisse, ob die zwei geplanten Hotels an der Arzbacher Straße kommen, wolle er eigentlich kein Geld für einen Badbau ausgeben. Geplant werden solle natürlich.

Ihm zur Seite sprang Anton Heufelder (CSU), der „ganz erschrocken“ über Andreas Wiedemanns Ansichten war. Natürlich sei der Hotelbau entscheidend für die Haltung zum Spa. Das sei vor über fünf Jahren auch Ausgangspunkt bei der Vorstellung der Neuen Tölzer Hotelkultur (NTHK) gewesen. Von der ganzen NTHK-Entwicklung zeigte sich Heufelder ohnehin ein bisschen enttäuscht. Und zum Spa: Es sei erst mal wichtig, was es kostet. „Dann werden wir sehen, ob wir uns das antun.“

Zunächst einmal wird man sich, so lautete schließlich der einmütige Beschluss des Stadtrats, mit dem Architekten des Siegerentwurfs, Titus Pernthaler aus Graz, zusammensetzen, um über Änderungswünsche (zum Beispiel eine größere Sauna), Baukosten (derzeitige Schätzung: 10,5 bis 13 Millionen Euro) sowie Honorar einig zu werden. Erst im Mai soll der Stadtrat dann über den Architektenvertrag entscheiden. Gleichzeitig wird parallel eine Betreiberausschreibung gestartet.

Christoph Schnitzer

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