Der Tölzer Christkindlmarkt wird ab 25. November wieder tausende Besucher anlocken. Heuer wird er zum ersten Mal von der Stadt organisiert.

Stadt zum ersten Mal Veranstalter

Tölzer Christkindlmarkt: Traditionell mit Überraschungen

Bad Tölz - Schon ganz auf Weihnachten eingestellt ist Susanne Frey-Allgaier. Kein Wunder: Die stellvertretende Kurdirektorin plant seit Monaten für den Tölzer Christkindlmarkt, dessen Organisation die Stadt von den Aktiven Tölzern übernommen hat. Dabei setzt Frey-Allgaier auf Bewährtes, und ein wenig Neues.

In den Supermarktregalen stehen Lebkuchen. Ein untrügliches Zeichen, dass es auf Weihnachten zugeht – zumindest langsam. Tatsächlich aber dauert es nur noch zwei Monate, bis am 25. November der Tölzer Christkindlmarkt eröffnet wird. Bislang lag die Organisation in den Händen der Aktiven Tölzer. Nach anhaltenden Streitereien im Verein und vor allem im Vorstand beschloss die Stadt Anfang des Jahres, Oster- und Christkindlmarkt selbst auszurichten. Neben Frey-Allgaier wird sich in der Tourist-Info (TI) vor allem Lucia Zampino darum kümmern.

Anders als von Aktiven-Chefin Claudia Fritz in der turbulenten Jahresversammlung 2015 prophezeit war es für die Stadt kein Problem, die bisherigen Händler zu halten. „Kein einziger hat zurückgezogen“, sagt Frey-Allgaier. Zudem seien einige neue aus Handel und Gastronomie gewonnen worden. Bei Letzteren habe man aber nur solche angenommen, „die uns einen Mehrwert bieten, weil sie was Neues haben“. Das heißt, es gibt nicht den zehnten Bratwurststand. Stattdessen bietet ein Standlbetreiber Suppen und Eintöpfe an, ein anderer alles rund um die Ente. Insgesamt gibt es über 50 Stände. „Es wird also ein wenig voller werden.“ Die Hütten hat die Stadt dem Verein mittlerweile abgekauft. Rund 70 000 Euro wurden für etwa 50 Holzstandl bezahlt.

Die Handwerkerhütte werden vier Wochen lang die Kräuterpädagoginnen besetzen. „Die scharren schon mit den Hufen und haben einiges geplant“, sagt die stellvertretende Kur-Direktorin. In unmittelbarer Nähe wird zudem der Handwerkerpavillon aufgestellt. Dort zeigen Kunsthandwerker wie man Pantoffeln filzt, drechselt oder auch Mützen strickt.

Noch ein bisschen „zaghaft“ seien die Vereine. „Ich möchte ihnen die Möglichkeit geben, was Außergewöhnliches zu machen“, sagt Frey-Allgaier. „Es geht darum, sich zu präsentieren und nicht nur Glühwein zu verkaufen.“ Stadtkapelle und Musikschule hätten hier schon gute Ideen. „Ich bin offen für alles, beispielsweise wäre es auch schön, wenn ein Verein veganes Essen anbieten würde.“

Die TI wird ebenfalls eine Hütte vor Ort haben. Dort finden nicht nur die Händler einen Ansprechpartner, sondern auch die Besucher einige Serviceleistungen. „Wir bieten die Möglichkeit, bei uns Taschen unterzustellen, wenn man noch weiter bummeln möchte“, sagt Frey-Allgaier. Auch der Wertgutschein „Der Tölzer“ werde dort verkauft und die Tombola der AWO von dort bestückt. Hauptpreis ist heuer wieder ein Auto.

Auf der Bühne wird es viel Musik geben. Um die Organisation des Programms kümmert sich in bewährter Weise Stefan Zauner. „Der Tölzer Knabenchor wird heuer an zwei Samstagen auftreten“, freut sich Frey-Allgaier. Der Ausbau des Kinderprogramms ist für die kommenden Jahre geplant, in der Kürze der Zeit habe sich das nicht realisieren lassen. Man setze hier aber auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum, „das wirklich ein tolles Kinderprogramm hat, bei dem jedes Wochenende etwas geboten ist“. Überhaupt soll es immer an den Wochenenden „eine kleine Besonderheit geben“, sagt die Vize-Kur-Direktorin. Geplant sei beispielsweise eine Illumination der Markstraße. Auch der Auftritt des Nikolaus des Freundeskreises Stadtmuseum soll mehr in den Fokus rücken.

Wichtig ist es Frey-Allgaier, den örtlichen Handel wieder mehr mit einzubeziehen. Gestaltet wird unter anderem ein Adventskalender, der an Kunden ausgegeben werden kann. Hinter den Türchen versteckt sich der neue – noch namenlose – Tölzer Wichtel. Eine eigens kreierte Figur, „die immer wieder auftauchen soll – auch in der Dekoration der Schaufenster“.

Generell werde es „ein traditioneller Markt mit einigen Überraschungen“, verspricht Frey-Allgaier. Beratend zur Seite stehen ihr dabei die Festival-Veranstalter Christian „Gutzi“ Gutmair und Peter Frech. Dessen Mitarbeiter Erich Ziegler kümmert sich wie in den vergangenen Jahren als „Christkindlmarkt-Hausmeister“ um alles, was anfällt. „Er ist unser wichtigster Mann“, sagt Frey-Allgaier.

An Heiligabend wird der Markt bis 16 Uhr geöffnet haben – und er geht nach Weihnachten in die Verlängerung. „Wir tüfteln das gerade noch aus. Aber vermutlich werden die Gastrostände bis 31. Dezember offen sein.“

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