„I’m a master in googeling, doodeling, twittering and tindering“, sang der Tölzer Schauspieler Stefan Murr als Karl-Theodor zu Guttenberg. Das Publikum war von dem Auftritt begeistert.

Tölzer Künstler auf dem Nockherberg:

„Mit dieser Begeisterung haben wir nicht gerechnet“

Bad Tölz/Lenggries   - Noch ein bisschen müde, aber noch immer ganz überwältigt präsentierten sich am Donnerstag die drei Künstler aus dem Tölzer Land, die am Mittwoch beim Nockherberg-Singspiel auf der Bühne standen.

„Das war fantastisch. Ich habe bis sechs Uhr früh gefeiert“, sagte Sänger Sebastian Horn. Stehende Ovationen nach dem Singspiel hat es noch nie zuvor gegeben. „Wir wussten, dass wir gut sind. Aber dass die Leute so begeistert reagieren, damit hatten wir wirklich nicht gerechnet“, sagt der Lenggrieser. Wie berichtet, hat die Band „Dreiviertelblut“, in der unter anderem Horn und Florian Rein mitwirken, heuer erstmals komplett die gesamte Musik-Untermalung übernommen. Neben Horn war Gerd Baumann federführend.

 Horn war einer der ersten, der die Bühne betrat. „Ich war total aufgeregt. Die ganze Halle voll und zirka zwei Millionen Leute vor dem Fernseher.“ Eine tragende Rolle hatte Florian Rein am Schlagzeug. Nach seinem Einsatz richtete sich die komplette Band. Und Rein wiederum musste auf die Stichwörter der Schauspieler achten. „Das war eine Stunde höchste Konzentration und Anspannung. Ich hab danach erstmal eine Viertelstunde gebraucht, um runter zu kommen. Erst da habe ich dann richtig wahrgenommen: die Leute haben echt stehend applaudiert“, sagt der Tölzer.

Regisseur Marcus H. Rosenmüller ist dafür bekannt, an einer Inszenierung bis auf den letzten Drücker zu feilen. So auch diesmal. „Dass wir das Pegida-Huhn reinnehmen, haben wir erst am Tag zuvor entschieden“, erzählt Horn. Und eigentlich hätte auch die Modelleisenbahn von Horst Seehofer eine größere Rolle gespielt. „Aber nach dem Zugunglück von Bad Aibling haben wir das wieder gestrichen.“ 

Großen Zwischenapplaus gab es auch für Stefan Murr, der wieder als Karl-Theodor zu Guttenberg zu sehen war: „Wir waren ja topaktuell. Guttenberg war in diesen Tagen wieder mehrfach in den Nachrichten“, freut sich der Tölzer. Auch er hatte zum Schluss eine Gänsehaut, als sich das Publikum zum Applaus erhob. „Wahnsinn.“ Es hätte, meint Murr, wohl niemand gedacht, dass Regisseur Rosenmüller „in politisch so schwierigen Zeiten“ ein derart treffendes Stück auf die Bühne bringe. „Man hat gespürt: Der Applaus am Schluss war ehrlich. Das war eine richtige Welle, die bei den Kommunalpolitikern in den hinteren Reihen begann und bis nach vorne rollte.“ (müh)

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