Fällt wieder eine Klappe für den „Bullen von Tölz“? Unser Archivbild zeigt (v. li.) Katerina Jacob und Ottfried Fischer mit Produzent Ernst von Theumer („Alexander-Film“) und der 2009 verstorbenen Ruth Drexel. Foto: Schneider-Press/Mate

Tölzer Künstler wollen eine Art Abschluss drehen

Ein Kinofilm mit dem „Bullen von Tölz“?

Bad Tölz – Dank der Krimi-Satire „Der Bulle von Tölz“ wurde die Kurstadt Mitte der 1990er-Jahre schlagartig bundesweit bekannt. 2009, nach dem Tod von Hauptdarstellerin Ruth Drexel (Resi Berghammer), wurde die Serie nach Folge 69 eingestellt.

Nun versuchen zwei Tölzer Filmemacher von „MekkMovie“ („Tödliche Verbindungen“, „Pension Freiheit“), die Serie nochmals aufleben zu lassen und als Kinofilm eine Art Abschluss zu drehen. Unterstützt wird das „MekkMovie“-Team Markus Kleinhans und Andreas Jordan dabei von Travestie-Künstlerin Nessy Karolinger, die seit einigen Monaten in Bad Tölz lebt und unter anderem das ehemalige „Bullen“-Büro in einem kleinen Filmmuseum an der Herderstraße wieder aufgebaut hat. Doch bis der „Bullen“-Film verwirklicht werden könnte, hat das Trio noch viel Arbeit vor sich.

 Die drei wollen eine Art Abschluss drehen, „eine Geschichte hinter der Geschichte“, wie es Andreas Jordan formuliert. Es soll darum gehen, dass eine 70. Serienfolge gedreht werde. In dem Kinofilm will man dann die „Geschichte dahinter erzählen“, sprich: „Wir beobachten mit unserem Film die Dreharbeiten“, erklärt Jordan die geplante Handlung. Die Filmemacher haben nach eigenen Angaben engen Kontakt zu Katerina Jacob, die elf Jahre lang Kommissarin Sabrina Lorenz an der Seite von Ottfried Fischer spielte. Laut Nessy Karolinger kommt Jacob an diesem Sonntag auch zu einem Kinder-Casting nach Tölz. Sie soll mitentscheiden, wer in dem geplanten Film den Sohn von Kommissar Benno Berghammer spielen könnte. 

In Abstimmung mit Jacob gibt es folgende Idee: Timo ist elf Jahre alt, alleine bei seiner Mutter (Sabrina Lorenz) in Berlin aufgewachsen, er ist vorlaut und ein Besserwisser. Als sie mit ihm nach Bayern zieht, wird das Verhältnis noch schlechter. Aber in Benno Berghammer findet der Junge einen Verbündeten – nichts ahnend, dass der „Bulle“ sein Vater sein könnte. 

Laut Nessy Karolinger steht Schauspielerin Katerina Jacob, die damals im Unfrieden aus der Serie schied, „voll und ganz hinter dem neuen Projekt. Wir können uns auf die Schulter klopfen, dass sie wieder dabei ist“. Und auch andere Schauspieler hätten schon grünes Licht gegeben.

Ottfried Fischer will mitspielen, wenn „alles passt“, sagte gestern ein enger Vertrauter auf Nachfrage unserer Zeitung. Wichtig sei erstmal das Drehbuch. Die Tölzer Filmemacher lassen sich davon nicht entmutigen. „Diese Aussage ist bei so großen Schauspielern wie ihm normal“, sagt Karolinger. Und wenn es ihm nicht gefalle, gehe man gerne auf seine Wünsche ein. 

Für die Verwirklichung des Films sind noch viele Details zu klären – etwa die Rechte am Titel. Es gibt mehrere Personen und Gesellschaften, die hier Rechte besitzen. Jordan weiß um die Schwierigkeiten: „Das ist wirklich diffizil, und wir lassen diese Fragen gerade von Medienanwälten klären.“ Damals war Sat1 der Auftraggeber für die Serie, Alexander-Film die ausführende Produktionsfirma. Die Firma war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, und Sat1 gibt sich bei diesem Thema sehr zugeknöpft. „Sat1 plant weder den Dreh einer neuen Folge noch einen Kinofilm zum ,Bullen von Tölz‘“, antwortet der Sender auf Anfrage. Man konzentriere sich auf die Produktion von neuen Serien. 

Die Idee, den „Bullen“ nochmal aufleben zu lassen, kommt seit einigen Jahren immer wieder auf – und bislang ist sie immer wieder gescheitert. Im Mai 2011 sagte Fischer im Interview mit unserer Zeitung, dass es bereits einen „Stoff“ gebe. Allerdings sei die Umsetzung noch eine Frage der Finanzierung. Danach war nichts Konkretes mehr zu hören. 

Die Finanzierung spielt auch jetzt die Hauptrolle. „Geld haben wir nicht im Rücken“, sagt Jordan. Deshalb plane man, das Projekt „anders herum“ aufzuziehen. Jordan und Kleinhans wollen zuerst einen Kurzfilm („Teaser“) produzieren, in dem einige der Schauspieler mitwirken, und dann zusätzlich mit einem Exposé auf die Suche nach einem Investor gehen. „Wir haben einen Fünf-Stufen-Plan und sind sehr motiviert“, sagt Jordan, und auch Karolinger ist sehr zuversichtlich: durch ihr Filmmuseum habe sie Kontakte zu Produktionsfirmen. 

Karolinger drückt aufs Gaspedal: Wenn beim Casting am Sonntag das passende Kind gefunden werde, wolle man „so schnell wie möglich“ den Teaser drehen. „Optimalerweise haben wir ihn in vier Wochen im Kasten.“ Sei dann ein Investor gefunden, könnte man schon nächsten Frühsommer mit dem Kinofilm anfangen.

Den ganzen Bericht lesen Sie heute im Tölzer Kurier.

Infos zum Casting: Das Casting findet am Sonntag, 11. September, von 13 bis 17 Uhr im „Bullenbüro“ in der Herderstraße 5 statt. Bewerber sollten zwischen 10 und 14 Jahre alt sein und sich „selbstständig, schlau und vorlaut“ präsentieren. (www.dasbullencasting.de) 

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