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Tölzer Projekt in Äthiopien: Manege frei für einen guten Start ins Leben

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Zu Besuch in Adama, Äthiopien: Mitglieder des Tölzer Fördervereins Suneko um die Vorsitzende Johanna Gebretsadik (re.) machten sich vor Ort ein Bild von ihrem Projekt, ein Künstlerzentrum für bedürftige Kinder. © Suneko

„Suneko“ heißt ein Tölzer Verein. Er sorgt dafür, dass Kinder in Äthiopien eine bessere Zukunft haben.

Bad Tölz – Das kleine Mädchen ist aufgeweckt und erzählt mit leuchtenden Augen von seinem Berufswunsch: Ärztin. Bis vor Kurzem lebte die junge Äthiopierin auf der Straße. Inzwischen besucht sie das „Suneko“-Künstlerzentrum für soziale Entwicklung, das dank Spenden aus dem Oberland aufgebaut wurde. Mitglieder des Tölzer Fördervereins Suneko besuchten nun das Projekt in der äthiopischen Stadt Adama.

In einer kleinen, alten Halle, die die „Suneko“-Mitarbeiter vor Ort eigenhändig herrichteten, lernen Kinder artistische Kunststücke. Heute stehen sie brav in der Reihe und warten geduldig, bis sie ihre Purzelbäume und Flickflacks vorführen können. Es gibt kein Drängeln oder Geschrei, stattdessen stolz leuchtende Kindergesichter. Eine andere Gruppe bildet eine lebende Pyramide, wieder andere wirbeln zu viert bunte Jonglierkeulen durch die Luft. Die bayerischen Gäste halten die Darbietungen auf Video fest.

Tölzer waren vier Monate in Äthiopien

Vereinsvorsitzende Johanna Gebretsadik und vier Kollegen verbrachten knapp einen Monat in Äthiopien. Ihr Ehemann und Vereinsgründer Solomon Solgit war nicht dabei. Er tourt gerade als Artist mit dem berühmten „Cirque du Soleil“ durch mehrere Länder.

Alle fünf Reisenden packten in ihr erlaubtes 20-Kilo-Gepäck Sachspenden ein. „Es ist unglaublich, was die Kinder alles können“, freute sich die Vorsitzende. Sie selbst leitete einen Hiphop-Workshop für eine Aufführung vor den Eltern. „Nur dienstags, donnerstags und am Samstagnachmittag findet das Training statt“, erklärte Gebretsadik. „Samstags gibt es dort auch eine Mahlzeit für die Kinder.“

Das Ziel für die Zukunft ist, den Kindern jeden Tag eine warme Mahlzeit anbieten zu können. „Dazu müssen wir eine große Küche anschaffen.“ Sportkleidung für 8- bis 18-Jährige und Sportmatten werden ebenso benötigt.

Rund 35 Kinder nimmt das Künstlerzentrum pro Jahr auf. Ein Mitarbeiter besucht arme Familien und verschafft den Mädchen und Buben so Zugang zu Bildung. Wenn die Kinder bei „Suneko“ aufgenommen werden, müssen sie zur Schule gehen und werden mit Kleidung und Schulgeld unterstützt. Ziel des Vereins ist, das Selbstvertrauen der Kinder zu fördern, damit sie ihr Leben selbst meistern.

Kinder müssen sich Geld als Schuhputzer verdienen

Vereinsmitglied Naime Ayvaz-Cincil hat sich ein Straßenbild besonders eingeprägt: „An einer Ampel verdiente sich ein Kind Geld als Schuhputzer. Es putzte auch die Schuhe von anderen Schülern – solchen, die sich später eine Ausbildung werden leisten können.“

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Viele Studenten und ein 14-köpfiges Team unterstützen das Künstlerzentrum ehrenamtlich. Yasemin Altuntas hat die Gemeinschaft vor Ort beeindruckt. „Alle passen aufeinander auf.“ Die bayerischen Gäste schwärmten von der Gastfreundschaft und der offenen Gesellschaft.

Weitere Infos und Bilder auf www.suneko.org

Birgit Botzenhart

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