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Umzug abgeschlossen: Die Moralt-Anlagen an der Lenggrieser Straße stehen größtenteils leer. 

Firma Moralt

Was wird aus der „Industrie-Ruine“ ?

Bad Tölz – Nach dem Umzug der Firma Moralt ist noch unklar, wie es mit den Gebäuden weitergeht.

Vor zwei Wochen ist der letzte Produktionstag der Firma Moralt in Bad Tölz sang- und klanglos über die Bühne gegangen. Es war auch deshalb kein historischer Moment mehr, da der Umzug des 116 Jahre alten Unternehmens von Tölz nach Hausham längst begonnen hatte. Richtig bewusst wird einem der Wegzug des Traditionsbetriebs durch die neue Telefonnummer, die der Haushamer Betrieb laut Pressemitteilung seit Kurzem hat: 0 80 26/92 53 80.

Bis alle Maschinen in die Haushamer Tiefenbachstraße verlagert sind, wird es noch einige Wochen dauern, sagt der Vorstand des Türenherstellers, Klaus Feile. Man nütze die ruhigen August-Wochen, um sich am neuen Standort einzurichten. Immerhin wird dafür rund eine Million Euro in die Hand genommen. Zu den derzeit 35 Mitarbeitern ist einer hinzugekommen, vier Leiharbeiter sollen durch feste Kräfte ersetzt werden, sagt Feile. Vom Umzug der im Tölzer Land wohnenden Moralt-Mitarbeiter seien natürlich nicht alle begeistert gewesen, räumt der Unternehmenschef ein. Aber die neuen Maschinen, das neue geordnete Umfeld und die hellen Räume wüssten seine Leute aber schon zu schätzen. „Tölz“, sagt Feile, „war ja doch eine Industrie-Ruine.“

Bevor eine Räumungsfirma für Industriegebäude zum Entrümpeln im Tölzer Moralt anfängt und, so Feile, „der letzte Kalender von der Wand genommen wird“, wird das Unternehmen noch einmal einen Ausverkauf für Schreiner und Interessenten machen. Dabei werden Restposten an Türrohlingen und Platten günstig verkauft. Der genaue Termin steht noch nicht fest, es wird ein Freitag sein.

Und was geschieht mit den alten Gebäuden? „Keine Ahnung“, sagt Feile. Der Pachtvertrag endet am 30. September. Grundeigentümer Hans Wehrmann von der Certina Holding AG teilte gestern auf Anfrage mit, dass ein Teil der Moralt-Immobilien bis zum 31. Dezember 2017 vom früheren Moralt-Partner SWL weiter genutzt werde. Um welche Gebäude es sich genau handelt, solle im September besprochen werden. Zur Zeit nach 2017 hat die Rathausführung schon klargestellt, dass eine Wohnbebauung derzeit nicht realistisch ist.

Mit der Firma SWL, die 2013 die komplette Stäbchenplattenproduktion von Moralt am Standort Tölz übernommen hatte, gibt es für Moralt nun auch keine Berührungspunkte mehr, sagt Klaus Feile. In Tölz hatte SWL Reststoffe vom früheren Partner Moralt verwertet.  chs

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