Unternehmer rechnen auch heuer mit vielen Aufträgen. Derzeit wird viel gebaut. Foto: Markus Scholz/dpa
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Unternehmer rechnen auch heuer mit vielen Aufträgen. Derzeit wird viel gebaut. 

Wirtschaft

Wirtschaft: Viele Aufträge, wenig Mitarbeiter

Bad Tölz-Wolfratshausen –  Bauen und Kaufen: Die deutsche Wirtschaft wächst. Auch im Landkreis sind die Auftragsbücher bereits gut gefüllt. Großes Problem: der Mangel an Fachkräften und Nachwuchs.

Sparen lohnt wegen der niedrigen Zinsen im Moment kaum. Daher wird lieber investiert. Das sorgte im vergangenen Jahr dafür, dass die Wirtschaft so stark gewachsen ist wie seit vier Jahren nicht mehr. Dementsprechend ist die Stimmungslage der Betriebe im Landkreis gut. „Die Auftragslage ist branchenübergreifend positiv“, sagt beispielsweise IHK-Vorsitzender Reinhold Krämmel.

Das kann Ernst Hauer von der gleichnamigen Heizungs-, Sanitär- und Solarfirma in Bad Heilbrunn bestätigen. „Bisher ist schon einiges an Nachfrage da. Die nächsten zwei Monate haben wir auf jeden Fall Arbeit“, sagt Hauer. Wegen des niedrigen Ölpreises würden sich derzeit zwar wenige zum Umstieg auf erneuerbare Energien überwinden. Er saniere aber viele Bäder altersgerecht. „Da es relativ wenig Zinsen für Erspartes gibt, gönnt man sich lieber was Schönes.“

Auch Kreishandwerksmeister Martin Heimgreiter sagt: „Allgemein ist die Stimmung gut.“ Er sei zwar nicht so optimistisch wie im vergangenen Jahr, aber zuversichtlich. „Die Flüchtlingskrise lässt einen zweifeln, ob alles so bleibt, aber andererseits: Sind mehr Menschen da, wird mehr gebraucht“, so der Schreinermeister.

Mit der Geschäftslage ist Bernhard Simon, Geschäftsführer von Simon Haus- und Holzbau, ebenfalls recht zufrieden. „Wir haben fürs ganze Jahr Aufträge, können aber noch was annehmen“, sagt der Geschäftsführer der Schlegldorfer Firma. Er rechnet damit, dass das Jahr 2016 ähnlich gut wird wie 2015.

Die Auftragsbücher von Kilian Willibald aus Schlegldorf sind traditionell zu dieser Jahreszeit noch nicht gefüllt. Das ist aber kein Grund zur Sorge. Die Tiefbaufirma lebt von öffentlichen Ausschreibungen. Diese erfolgen meistens zwischen Februar und April. „Wir schauen hoffnungsvoll ins neue Jahr“, sagt Willibald. 2015 war gut: Dafür sorgten öffentliche Bautätigkeiten, privater Wohnungsbau und Aufträge durch die Flüchtlingsproblematik. „Heuer steht der Hochwasserschutz in Lenggries an, und die umliegenden Gemeinden planen neue Wasserleitungen. Da versuchen wir unser Glück.“

Sorgen macht allerdings der Fachkräftemangel. „Mehr als die Hälfte der Betriebe kann ihren Bedarf nicht decken“, schätzt Reinhold Krämmel. Sein Bauunternehmen weiche dann auf Sub-Unternehmer aus oder müsse Kunden zwei, drei Monate warten lassen, bis das Projekt begonnen werden kann.

„Ich finde keine guten Mitarbeiter“, sagt auch Ernst Hauer. Er habe zwei Angestellte und suche seit mehreren Jahren zwei weitere. Hauer würde gerne mehr ausbilden, doch da gebe es keine Nachfrage. Derzeit hat er einen Praktikanten aus Afghanistan. „Er ist sehr willig, die Fachsprache ist aber sogar für Deutschsprachige schwierig.“ Wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen, würde Hauer ihn einstellen.

„Vielleicht werden Flüchtlinge zu Fachkräften“, stimmt Martin Heimgreiter zu. Er sieht den Nachwuchsmangel allgemein als Chance für Schwächere, die nun zum Zug kommen. „Die Betriebe werden vielleicht kleiner werden, aber der Auftragsbedarf wird da sein. Ich seh’ das nicht so schwarz.“

Die Suche nach den passenden Leuten kennt auch Bernhard Simon. „Gute zu finden ist nicht so einfach“, sagt er. Das beste Mittel dagegen sei, den eigenen Nachwuchs auszubilden – sein Betrieb hat zurzeit fünf Lehrlinge. Simons Firma plant künftig mehr Informationsveranstaltungen, um für die nächsten Jahre vorzusorgen. „Jeder hat seinen Platz – egal, ob er von Hauptschule, Realschule oder Gymnasium kommt.“

Susanne Weiß

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