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Das Visitatorenteam im Tölzer Pfarrbüro (v. li.): Der Regionalreferent Süd, Diakon Matthias Friedl, Weihbischof Wolfgang Bischof sowie die beiden Gemeindereferenten Andrea Martin und Michael Hartmann.

Kirche

Visitation: Weihbischof Bischof zieht Bilanz

Bad Tölz - Wo steuert die Kirche in Zeiten der zunehmenden Säkularisierung und des Personalmangels hin? Das war ein Kernthema der siebenwöchigen Visitation im Tölzer Dekanat, die am Freitag beendet wurde. Weihbischof Wolfgang Bischof zeigte sich zufrieden.

Die Handys abgeben. Das galt auch für den Bischof, als er sich am Freitag zum Abschluss der pastoralen Rückschau mit den Dekanatsverantwortlichen zur Klausur im aufgelassenen Kloster Beuerberg traf. Noch abends beim Pressegespräch holten den Weihbischof dann die versäumten Gespräche des Tages ein. „Entschuldigung, ist wichtig“, musste er sich dann kurz ausklinken.

Im Prinzip hatten er und sein Team nach vielen Gesprächen mit hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern im Dekanat Bad Tölz nicht von vielen Problemen zu berichten. Seinen Eindruck fasste der 56-Jährige so zusammen: Er habe gesehen, dass „was wächst und lebendig ist“. Es gebe breites Engagement und immer wieder neue Ansätze zur Belebung kirchlicher Traditionen und Arbeit. Der Weihbischof nannte Beispiele: Etwa die interessanten Wohnviertel-Wortgottesdienste durch engagierte Laien in Gaißach oder auch die neue Leonhardi-Andacht nach der Wallfahrt in Tölz, die sehr gut besucht war. Apropos Leonhardi: Da er ohnehin im Lande war, warum war er eigentlich heuer nicht Festprediger? An Lehards selbst, übrigens seinem Geburtstag, weilte Wolfgang Bischof in Schliersee. Tags darauf in Rom. „Aber wenn ich eingeladen werde, komme ich schon.“

Der Mangel beim geweihten Personal, das wurde in den Visitationsgesprächen deutlich, ist in der Bevölkerung schon zu spüren. Es gibt eine „hohe Fixierung auf den Pfarrer“, sagte Bischof und folgerte: „Wir müssen den pastoralen Mitarbeitern den Rücken stärken.“ Andrea Martin vom Seelsorgeteam Bischofs wusste einen Musterfall: Frauen am Friedhof, das sei längst nicht überall akzeptiert. Beschwerden müsse der zuständige Pfarrer deshalb schon im Ansatz begegnen.

Wie kommt man an kirchenferne Milieus heran? Die Frage bewegt viele Kirchenmitarbeiter. Der Weihbischof nannte das Beispiel Kindertagesstätten, wo letztlich die ersten „kleinen Gemeinden“ entstehen. „Das müssen wir unbedingt stärken.“

Viel war im Dekanat, das von Lenggries bis nach Ascholding und Linden reicht, über die Pfarrverbände Königsdorf-Beuerberg und Dietramszell die Rede, die von Dekan Mario Friedl geleitet werden. Entgegen allen Unkenrufen und Sorge vor „zu großen Einheiten“ sei, so Andrea Martin, unter den Pfarreien sogar ein Wir-Gefühl entstanden. Man überlege sich etwa gemeinsame Gottesdienstordnungen. Es sei auch, so Regionalreferent Matthias Friedl, noch eine Pastoralstelle hinzugekommen. „Die sind jetzt personell gut besetzt.“

Bei den Gesprächen mit Bürgermeistern und Landräten aus Tölz und Miesbach sei es viel um Themen wie Flucht und Asyl sowie die Zukunft der Klöster Reutberg, Tölz, Schlehdorf und Benediktbeuern gegangen. Konkrete Ergebnisse gibt es nicht. Aber insgesamt sei man über die Zusammenarbeit, so der Weihbischof, recht zufrieden.

Christoph Schnitzer

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