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Bis 2024 bedient die Bayerische Oberlandbahn die Strecke zwischen München und Lenggries beziehungsweise Tegernsee/Bayrischzell. Für die Zeit danach werden schon jetzt Konzepte erarbeitet. 

Zukunft der BOB-Strecken

Weichenstellung für den Zugverkehr

Bad Tölz-Wolfratshausen - Wohin steuert der Zugverkehr im Oberland? Fährt die BOB in zehn Jahren von Lenggries bis zum Marienplatz? Und mit welchem Antrieb? Bei einem Spitzengespräch mit Wirtschaftsministerin Ilse Aigner warfen Politik und Bahn gemeinsam einen Blick in die 2020er-Jahre.

Eine Verbindung von Lenggries direkt zum Münchner Marienplatz; Züge, die elektrisch fahren und mehr Fahrgäste aufnehmen können; und entsprechend ausgebaute Gleise: So wünscht sich Landrat Josef Niedermaier den Zugverkehr im Oberland für die 2020er-Jahre. Einen Blick in die Zukunft warf er kürzlich als Teilnehmer einer Elefantenrunde.

Vier Jahre ist es her, dass die Bayerische Oberlandbahn den Zuschlag erhielt: Bis 2024 ist das Unternehmen nun damit beauftragt, den Zugverkehr auf den Strecken zwischen München und Lenggries, Tegernsee und Bayrischzell zu bedienen. Doch der Blick geht bereits in die Zeit, die danach kommt. Welche Anbieter auch immer dann am Zug ist: Der Freistaat als Auftraggeber überlegt schon, was er dem Betreiber ab den 2020er-Jahren abverlangen wird. Das war Thema des Gesprächs, zu dem unter anderem Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Innen-Staatssekretär Gerhard Eck, der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak und sein Tölzer Amtskollege Niedermaier mit der DB Netz und mit BEG-Geschäftsführer Johann Niggl zusammentrafen. Die BEG vergibt im Auftrag des Freistaats die Aufträge für den Zugverkehr in Bayern.

„Man braucht schon jetzt ein Konzept“, erklärt Niedermaier die frühzeitigen Gespräche. „Man muss sich zum Beispiel klar werden, mit welchen Fahrzeugen man dann fahren will – denn sie müssen frühzeitig bestellt werden.“ Wünschenswert ist aus seiner Sicht, dass die BOB – beziehungsweise das Nachfolge-Unternehmen – über eine der dann zwei Münchner Stammstrecken fährt – die zweite soll nach jetzigen Planungen 2026 eröffnet werden. „Es sollte nicht so sein, dass die BOB dann nur bis Haupt- oder Ostbahnhof fährt“, sagt der Landrat. „Eine Verbindung direkt in die Innenstadt – das wäre ein Traum.“

Klar sei aber auch, dass der Betreiber nicht mit den jetzigen Dieselloks auf die Stammstrecke einfahren könne. Über alternative Antriebsmöglichkeiten – namentlich geht es um nicht-fossile Energieträger – sollen zwei Machbarkeitsstudien Aufschluss geben.

Eine davon hat das Wirtschaftsministerium bereits in Auftrag gegeben, sie befasst sich mit dem Thema Wasserstoff-Loks. Ferner soll die BEG in einer eigenen Studie untersuchen, ob südlich von Holzkirchen auch ein Betrieb von Akku-Loks möglich ist. Nördlich könnten die Züge dann die Oberleitungen anzapfen, die auch die S-Bahn nutzt.

Breiten Raum im Gespräch nahm laut Niedermaier der Wunsch aus dem Landkreis Miesbach ein, den 30-Minuten-Takt zu den Stoßzeiten, den es aktuell nur bis Schliersee gibt, bis nach Bayrischzell auszuweiten. Dazu wäre ein Streckenausbau nötig. Denn zwischen Schliersee und Bayrischzell müssen die Züge irgendwo aneinander vorbeifahren können – was gegenwärtig nicht der Fall ist.

Für die Tölzer/Lenggrieser Strecke war die Ausdehnung des 30-Minuten-Takts über die Stoßzeiten hinaus laut Niedermaier kein Thema. „Unser Problem ist vielmehr, dass die Kapazität zu den Stoßzeiten zu gering ist“, sagt er. „Und wenn die Bevölkerung in Zukunft wächst, wird es in den Zügen noch voller.“ Daher sei es wichtig, längere Züge einzusetzen. Doch auch dafür sei ein Ausbau der Gleise nötig, es müssten mehr zweigleisige „Begegnungsstrecken“ gebaut werden. Die Gespräche sollen bei einem weiteren Spitzentreffen im Januar fortgesetzt werden.

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