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Landwirte, die ihre Kühe oft auf der Weide haben, bekommen bis zu 50 Euro pro Tier und Jahr vom Staat. "Davon wird keiner reich, aber es ist eine Anerkennung unserer Arbeit", sagt Peter Fichtner, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV).

Unweltförderung

Beliebter Anreiz zum Naturschutz

Bad Tölz-Wolfratshausen - Das staatliche Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) wird ausgeweitet. Aktuell beteiligen sich 78 Prozent der Bauern im Landkreis daran. Inwiefern sie von den neuen Angeboten profitieren, bleibt abzuwarten. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Landwirte, die die Umwelt schonen, werden mit staatlichen Zuschüssen belohnt: Das ist das Prinzip des Kulturlandschaftsprogramms (Kulap), das bereits seit 1988 in Bayern existiert. Nun wird es – nicht zum ersten Mal – reformiert: Im Doppelhaushalt 2017/18 regelte das Kabinett, dass den Bauern für diese beiden Jahre 520 Millionen Euro zur Verfügung stehen – „69 Millionen Euro mehr als im laufenden Doppelhaushalt“, teilt das Landwirtschaftsministerium mit. Fördergeld, das sich künftig auf 19 statt bisher 11 Angebote verteilt. Neu ist unter anderem das Mähen von Steilhangwiesen, der Erhalt von Streuobstwiesen, die Winterbegrünung mit Wildsaaten und die Anlage von Blühflächen. Wer solche (Fleiß-)Aufgaben übernimmt und damit die Natur pflegt, sichert sich Ausgleichszahlungen.

Für die Landwirte im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sei das Kulap im Vergleich zu so manch anderer Region „ein ganz wichtiges Programm“, sagt Andreas Kowalzik vom Holzkirchner Landwirtschaftsamt, das Anträge entgegennimmt und das staatliche Geld auch auszahlt. Es gebe „sehr viele extensive Bauern hier“. Landwirte also, die zum Beispiel auf Kunstdünger verzichten oder ihre Tiere oft auf der Weide haben. Von den insgesamt 1170 Betrieben im Landkreis beteiligen sich derzeit laut Kowalzik 911 an Agrarumweltmaßnahmen, unter die neben Kulap auch das „Vertragsnaturschutzprogramm inklusive Erschwernisausgleich“ (VNP) fällt. Letzteres fördert zum Beispiel den Erhalt von Streuwiesen, die erst spät im Jahr gemäht werden. Es unterstützt also Bauern, die mit ihrer behutsamen Vorgehensweise etwas für die Artenvielfalt tun.

2015 schüttete das Landwirtschaftsamt im Kreis 4,87 Millionen Euro für Agrarumweltmaßnahmen aus. VNP mache dabei nur einen Bruchteil aus, sagt Kowalzik, stellvertretender Leiter der Abteilung Förderung. Im Durchschnitt bezieht jeder teilnehmende Betrieb rund 5345 Euro im Jahr. „Das ist eine Anerkennung unserer Arbeit. Reich wird davon aber keiner“, sagt Peter Fichtner.

Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV) betreibt selbst einen Hof in Bad Heilbrunn. Schon als er ihn 1986 vom Vater übernommen hatte, bezog er staatliche Fördergelder. Unter anderem wegen des Weideviehs: Für jede Kuh, die zwei bis vier Monate auf der grünen Wiese und nicht im Stall ist, gibt es heute maximal 50 Euro vom Staat. „Das Geld geht meistens schon für die Erneuerung der Weidezäune drauf“, erklärt Fichtner. Gut zwei Drittel der hiesigen Landwirte nehmen die Prämie mit.

Die meisten hätten die Tiere sowieso draußen, so Fichtner – wie die 365 Bauern im Landkreis, die aktuell 169 Euro pro Hektar im Jahr erhalten, weil sie „extensive Grünlandnutzung“ betreiben. Die Bedingungen: Sie dürfen nur 1,4 Kühe pro Hektar grasen lassen und dürfen keine Mineraldüngemittel verwenden. Auf Almen gibt’s für die gleiche Leistung übrigens 80 Euro. „Nur wegen des Geldes macht das niemand“, stellt Fichtner klar. „Aber da ist eben für jeden was dabei.“ Nun auch die Maßnahme „Weinbau in Steil- und Terrassenlagen“, die Isarwinkler und Loisachtaler überhaupt nicht betrifft.

Ob die Kulap-Ausweitung für die Landwirte im Landkreis eine große Rolle spielt, ist abzuwarten. Neue Anträge sollen sie laut Staatsministerium ab Anfang 2017 einreichen können. „Den großen Run“ erwartet Andreas Kowalzik vom Landwirtschaftsamt nicht. Die Förderungen laufen immer fünf Jahre lang. „Die meisten haben 2015 ihre Anträge wieder gestellt.“ Für Landwirte, die neue Flächen dazubekommen haben, lohne sich der Einstieg. Milchbauern, die ihren Betrieb wegen des Preisverfalls verkleinern oder umstellen müssen, biete Kulap Alternativen.

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