Hier würden sie gerne anspruchsvoll trainieren: Beim Fototermin mit unserer Zeitung zeigten einige der Jugendlichen sowie Spartenleiter Marcus Klingler (5.v.re.) und Sportwart Florian Konrad (4. v. re.) die Fläche an der Wurz. Foto: Pröhl

TSV Benediktbeuern-Bichl

Mountainbiker wollen Gelände gestalten

Benediktbeuern - Die Mountainbiker im TSV Benediktbeuern-Bichl denken an die Errichtung einer neuen Trainingsstrecke. Sie soll allen Sportlern zur Verfügung stehen und ein Vorzeigeprojekt für den Landkreis werden. Die Gemeinde ist aufgeschlossen.

Mountainbiken ist eine populäre Sportart, vor allem bei Jugendlichen. In der Mountainbike-Gruppe des TSV Benediktbeuern-Bichl trainieren derzeit 15 junge Frauen und Männer zwischen zehn und 21 Jahren, und das auf ziemlich hohem Niveau: Einige beteiligten sich vor Kurzem an der EM in Graz. Die Jugendlichen, die aus dem ganzen Loisachtal stammen, kämpfen in ihren jeweiligen Altersklassen auch bei bayerischen und oberbayerischen Meisterschaften mit und sind in der Nachwuchs-Bundesliga und im Bayern-Kader vertreten.

Trainiert wird derzeit am und um das Alpenwarmbad. „Aber wenn wir national und international mithalten möchten, müssen wir das Training variabler gestalten“, sagt Trainer Alois Matheis. Dann müsse man mehr Wert auf Spritzigkeit und Kondition legen. Aus einigen Wettbewerben, etwa dem „Eldorado Kids Cup“, seien die Jugendlichen schon „leistungstechnisch herausgewachsen“. Für ein anspruchsvolles Training fahren die Eltern sie derzeit bis Holzkirchen oder auf den Samerberg bei Rosenheim.

Seit einigen Monaten reift im Verein der Gedanke, an der Wurz (Bereich alter Skihang hinterm Schwimmbad) eine spezielle Mountainbike-Strecke anzulegen. Die Fläche, die sie im Auge haben, ist rund 6000 Quadratmeter groß. Sie soll nicht nur den Jugendlichen zum Training dienen, sondern auch Erwachsene und Auswärtige ansprechen, die im Loisachtal anspruchsvoll mit dem Bergradl fahren möchten. „Hier, auf dem hügeligen Gelände, könnte man einen naturnahen Kurs gestalten, der sich gut in die Landschaft einfügt“, sagt Marcus Klingler, Spartenleiter der Mountainbike- und Skiabteilung. Mit Steinen, Baumstämmen und Holzteilen könnte man zum Beispiel Stufen gestalten oder kleine Hügel modellieren. In der Sport-Sprache nennt man das „shapen“. „Es soll auf keinen Fall ein Downhillpark werden“, sagt Trainer Matheis.

Die Sportler möchten die Fläche, die immer offen ist, allen Mountainbikern zur Verfügung stellen, also auch Auswärtigen. „Es wäre ein Aushängeschild für Gemeinde und Landkreis“, sagt Klingler. Man versuche, Fördergelder zu bekommen, etwa aus dem Leader-Programm. Eventuell könnte man den Parcours auch noch ein Stück hangaufwärts ziehen.

Der Verein will damit auch erreichen, dass weniger Mountainbike-Fahrer auf schmalen Wegen im Benediktenwand-Gebiet unterwegs sind. „Wir würden gerne die Wild-Fahrer von den Steigerl wegbringen“, sagt Klingler. Gerade diese Mountainbiker ziehen immer wieder den Zorn der Wanderer auf sich. „Natürlich: Alle erreichen wir damit nicht“, sagt Klingler realistisch. „Aber insgesamt wäre die Strecke eine gute Werbung für den Sport.“

Im Gemeinderat wurde das Thema schon kurz diskutiert. Bürgermeister Hans Kiefersauer steht dem Projekt im Prinzip aufgeschlossen gegenüber, will aber noch ein paar Fragen geklärt haben, etwa zur Finanzierung und Haftung. Zudem sei ein Drittel noch verpachtet.

Der Verein weiß, was auf ihn zukommt. „Das Projekt steht und fällt mit den Eltern“, sagt Klingler. Und deren Engagement sei „nicht selbstverständlich“. Die Mountainbiker wollen bei der Gestaltung viel mitanpacken.

Parken könnten die Besucher in Mariabrunn. Damit soll der Schwimmbad-Parkplatz entlastet werden, und Fußgänger könnten von dort in Ruhe zur Tutzinger Hütte aufbrechen. „So kommt man sich nicht ins Gehege.“ Einen Zeitplan gibt es noch nicht. „Aber es wäre schön, wenn 2017 was vorangeht“, sagt Klingler.

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