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Mit 1800 Besuchern war das Walchenseekraftwerk vergangenes Jahr am Tag des offenen Denkmals der Renner. Wegen des hohen Besucheransturms gibt es heuer durchgehend Auffahrten zum Wasserschloss – nicht mehr nur zu bestimmten Uhrzeiten. Eine Anmeldung ist daher nicht erforderlich.

Tag des offenen Denkmals

Einmalige Einblicke in die Geschichte

Bad Tölz-Wolfratshausen - Das Walchensee-Kraftwerk ist traditionell der Hauptanziehungspunkt beim Tag des offenen Denkmals. Bei der 24. Auflage am Sonntag, 11. September, stehen aber auch ganz neue Entdeckungsreisen auf dem Programm. In jedem Fall bietet sich die einmalige Gelegenheit, hinter sonst verschlossene Türen zu blicken.

Für ihre persönliche Gestaltung des „Tags des offenen Denkmals“ will sich Maria Mannes ein Programm zurechtlegen. „Auf alle Fälle werde ich zum ,Klösterl‘ an den Walchensee fahren“, sagt sie. „Auf dem Weg dorthin mache ich am Morgen Station am Walchenseekraftwerk – bevor dort der große Ansturm beginnt.“ Am Nachmittag möchte die Kreisheimatpflegerin gern noch eine Führung in der St.-Nikolaus-Kapelle an der B 11 in Geretsried mitmachen oder sich die Friedhofskirche St. Laurentius in Nantwein zeigen lassen. Auch in die Ausstellung im Kloster Beuerberg reizt sie. „Aber da war ich schon fünfmal“, fügt sie lachend hinzu.

Tatsächlich lohnt es sich, den 11. September gut durchzustrukturieren. Denn das Angebot an Besichtigungen am Tag des offenen Denkmals – kostenlos und unter fachkundiger Führung – ist breit gefächert. Und vieles davon bekommt man nicht so leicht wieder zu Gesicht. Entsprechend groß ist stets die Resonanz: Im vergangenen Jahr wurden etwa 4000 Besucher gezählt. Hauptanziehungspunkt war das Walchenseekraftwerk mit allein 1800 Besuchern.

Im Programm, das Kreisheimatpflegerin Mannes wieder mit viel Herzblut zusammengestellt hat, finden sich neben solchen Klassikern aber auch immer wieder Neuheiten. Im Kloster Benediktbeuern etwa können die Besucher heuer den sonst verschlossenen Bibliothekssaal und den Psallierchor besichtigen, den Raum also, in dem die Mönche die Psalmen sangen oder beteten. Erstmals mit dabei ist auch die Fraunhofer-Glashütte, wo historische Schmelzöfen und Rührwerke ausgestellt sind, die einst zur Erzeugung von schlierenfreiem Glas dienten. Ungewöhnliche Einblicke ins Klosterleben eröffnen sich dem Interessierten in Beuerberg. Dort ist in einer Ausstellung vieles so zu besichtigen, wie es die Schwestern bei ihrem Auszug aus dem Kloster vor zwei Jahren hinterlassen haben – von der kompletten Einrichtung bis hin zum Korb mit Häkelnadeln.

16 Jahre ist es her, dass das Klösterl auf der Halbinseln Zwergern am Walchensee zuletzt an einem Tag des offenen Denkmals zu besichtigen war. Dort gibt es einen barocken Hochaltar von Cosmas Damian Asam zu entdecken. Normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist die Königshütte am Altlacher Hochkopf. Am Tag des offenen Denkmals aber gibt es dort „immer eine gigantische Bewirtung“, schwärmt Mannes. Hochaktuell ist ein weiterer Klassiker im Programm: die Staffelalm am Rabenkopf. Dort gibt es zwei Fresken von Franz Marc, der heuer den 100. Todestag hatte.

Mona Scharnowske und Andreas Steppan

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