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Die Sensenmähkurse mit Otto Gion sind immer gut besucht.

„Natursommer"-Bilanz

Gebucht wird immer kurzfristiger

Benediktbeuern/Bad Heilbrunn/Kochel am See - Seit mehr als 20 Jahren kann man bei „Natursommer“-Veranstaltungen Fauna und Flora im Loisachtal entdecken. Sowohl Einheimische als auch Gäste beteiligen sich mit Interesse. Nur gebucht wird immer kurzfristiger.

Im Jahr 1994, also vor 22 Jahren, fand die erste „Natursommer Loisachtal“-Veranstaltung statt. Es ist ein Angebot der Gemeinden Bad Heilbrunn, Benediktbeuern und Kochel in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) und richtet sich an einheimische Familien mit Kindern sowie an Gäste. Die Teilnehmer beschäftigen sich mit (Kleinst-)Lebewesen in Biotopen und Seen, lernen den Wald kennen, erforschen die geologische Entwicklung oder lassen sich beim Imker erklären, wie Honig geschleudert wird. „Klassiker“, die seit Jahren rege besucht werden, sind die Fledermaus-Führungen im Kloster Benediktbeuern, der Sensenmähkurs mit Otto Gion oder die „Tümpelsafari“ für die Kleinsten, die jetzt übrigens „Unter- und Über-Wasser-Welten“ heißt. „Ein bisschen Abwechslung im Programm muss sein“, sagt Martin Blösl vom ZUK lächelnd.

Im vergangenen Jahr kamen 319 Teilnehmer zu „Natursommer“-Veranstaltungen, genauer gesagt 112 Kinder und 207 Erwachsene. Die Statistik ist seit Jahren stabil. 2014 waren es 327 Besucher, 2013 sogar 404, 2012 wurden 339 Teilnehmer gezählt. Neuerungen im Programm gibt es immer wieder. Heuer wird erstmals ein „Überlebenstraining“ für Familien angeboten, nämlich am Freitag, 9. September: Die Teilnehmer lernen, welche Pflanzen essbar sind, wie man sich im Gelände orientiert und einen Unterschlupf baut. Eingeladen sind Eltern beziehungsweise ein Elternteil mit Kindern ab fünf Jahren. Der Kurs dauert vier Stunden.

Bei allen Angeboten sind Fachbetreuer vom ZUK mit dabei, zum Beispiel Biologen, Umweltpädagogen oder Teilnehmer des Freiwilligen Ökologischen Jahres. „Wir haben 14 Referenten“, sagt Blösl. Die Teilnahmegebühr liegt zwischen drei und zehn Euro (Sensenmähkurs). Es gibt stets Ermäßigungen für Kinder beziehungsweise Gästekarten-Besitzer. „Wir können nur deshalb so günstig sein, weil wir finanzielle Unterstützung von den Gemeinden bekommen“, freut sich Blösl.

Die Anmeldung für die einzelnen Veranstaltungen erfolgt über die Tourist-Infos. Das Prozedere ist unkompliziert, man kann sich also zum Beispiel in Bad Heilbrunn für eine Tour in Kochel anmelden. Allerdings: Die Teilnehmer melden sich immer kurzfristiger an. „Waren es früher noch zwei, drei Tage, so passiert es jetzt teilweise noch in der letzten Stunde vor Veranstaltungsbeginn“, sagt Sabine Rauscher, Leiterin der Gäste-Info in Benediktbeuern. In Bad Heilbrunn ist es laut Rosmarie Rieker ähnlich. Rauscher führt dies darauf zurück, dass Einheimische erstmal das Wetter abwarten. Auch Urlauber wollen sich die Tagesgestaltung so lange wie möglich offen halten und flexibel sein. Dieses Verhalten spiegelt auch das generelle Buchungsverhalten für Hotels und Pensionen wider. „Das stellt uns manchmal vor Probleme“, sagt Rauscher. Denn es sei schon passiert, dass man einem Referenten abgesagt hatte, „aber dann kamen innerhalb der letzten Stunde vor Beginn doch noch acht, zehn Anmeldungen rein.“ In so einem Fall müsse man äußerst flexibel sein. „Und das ist nicht immer leicht.“

Dass Veranstaltungen im Voraus lange gebucht werden, ist selten, kommt aber auch vor: „Die Schwammerlsuche mit einem Fachmann ist bei uns ein Klassiker, der jedes Jahr gut läuft“, sagt Katja Konrad, Leiterin der Kochler Tourist-Info. Der Termin ist heuer am Freitag, 23. September. Die Rückmeldungen für alle Veranstaltungen sind übrigens bestens. „Es wird vor allem immer wieder die Qualität der Referenten gelobt“, sagt Konrad.

Nächste Veranstaltung: Karina Bald erklärt am Samstag, 3. September, um 10 Uhr Heilkräuter, die in der Klostermedizin eine große Rolle spielen. Dazu gibt es eine Führung durch den Klostergarten Benediktbeuern. Anmeldung: Tel. 0 88 57/248.

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