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Dominikus Zöpf (Foto links, kariertes Hemd) erklärt den Teilnehmern die Handhabung des GPS-Geräts. Dann geht es ins Gelände.

Geocaching

Wo ist der Schatz?

Benediktbeuern – Schnitzeljagd mittels Konfetti- oder Sägemehlspuren war gestern. Die Jäger-Generation des digitalen Zeitalters folgt ihrer Fährte mittels GPS-Gerät. Das ganze nennt sich dann Geocaching – und macht großen und kleinen Schatzsuchern gleichermaßen Spaß.

Wo ist bitteschön der Schatz? Das wollen am Montag gleich einige „Jäger“ wissen, als sie sich am Kloster Benediktbeuern versammeln. Für die Tour mit „Oberjäger“ Dominikus Zöpf („Dodo“) haben sich im Rahmen des „Natursommer“-Programms gleich mehrere Familien angemeldet.

Zuerst gibt der Mitarbeiter des Aktionszentrums eine kurze Einführung in den Umgang mit dem etwa handy-großen GPS-Gerät – eine moderne Form des Kompasses, in das man die Koordinaten eines Punktes eingeben kann. Die Teilnehmer müssen insgesamt acht Stationen finden, dort bestimmte Aufgaben lösen, darüber zum nächsten Punkt gelangen, und am Ende den gesuchten Geocache – also grob übersetzt das Versteck – ausfindig machen. „Dort befindet sich dann eine Schatzkiste“, verspricht Zöpf geheimnisvoll.

Um den Schatz zu finden, müssen verschiedene Rätsel gelöst werden. Auf dem Foto rechts versucht das der siebenjährige Maxi aus Penzberg.

Für Familie Matz aus Stuttgart ist so eine Schatzsuche absolutes Neuland. „Für die Kinder ist das mal eine Abwechslung“, begründet Angelika Matz ihre Teilnahme. Außerdem lernen ihre beiden Enkel so spielerisch neue Techniken kennen. Geübte Geocacher sind dagegen Maxi und seine Mama Martina Albert. Der siebenjährige Penzberger hat bereits rund 300 solcher Geochaches gefunden. „Ich glaube, er kennt hier alle in der Umgebung“, sagt seine Mama lächelnd.

Routiniert tippt sie die Koordinaten der ersten Station in ihr GPS: N4742.502 E1124.031. Und los geht die Jagd. Immer der Nadel des GPS-Gerätes nach. „Aber das ist manchmal gar nicht so einfach. Man kann ja nicht durch Mauern gehen. Außerdem hat das Gerät nur eine Genauigkeit von etwa fünf Metern“, sagt Zöpf.

Trotzdem finden Mutter und Sohn die erste Station mühelos: den Meditationsgarten am Kloster. Hier müssen sie die Beetkreise zählen. Diese Zahl benötigen sie, um die exakten Koordinaten für die nächste Station zu ermitteln. Wer sich verzählt, findet den Schatz nicht. „Es macht Spaß. Weil man so viel suchen muss“, begründet Maxi seine Geocaching-Begeisterung. „Und man sieht viel von der Gegend und entdeckt Stellen, an die man sonst nie gekommen wäre“, ergänzt seine Mutter.

Das bestätigt auch Zöpf, der sogar seine Bachelor-Arbeit über Geocaching geschrieben hat. „Man wird manchmal an sehr interessante Orte geführt, die man sonst nie finden würde.“ Verlassene Gebäude zum Beispiel.

Außerdem braucht man laut Martina Albert einiges an Allgemeinbildung, um die Rätsel an den einzelnen Stationen zu lösen, ohne die man nie die Schatzkiste findet. „Aber es gibt auch ganz schön gefährliche Caches“, warnt sie. Manche Routen zu Verstecken führten über Hausdächer oder durch reißende Flüsse, für deren Durchquerung man Klettergurte benötige.

Der Cache am Kloster ist indes ein einfacher und darum auch für kleinere Kinder zu finden. Man muss Wörter auf Schrifttafeln zählen oder Jahreszahlen auf Tafeln finden. Und während Mama, Papa und Kinder die Schatzkiste suchen, erfahren sie an den einzelnen Stationen einiges über die Geschichte des Klosters. Zum Beispiel, welches Material in einem der Klostergebäude einst veredelt wurde. Denn wer das nicht herausfindet, findet auch nicht den Schatz.

Wo der nach drei Stunden schließlich entdeckt wurde? Das wird nicht verraten.

Franziska Seliger

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