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Torten-Expertin: Monika Triebenbacher hat vor einem Jahr die Sat.1-Show „Das große Backen“ gewonnen. 

Monika Triebenbacher und die Back-Show

Ein Sahnehäubchen reicht

Benediktbeuern - Vor einem Jahr war die Benediktbeurerin Monika Triebenbacher in der Sat.1-Show „Das große Backen“ zu sehen. Acht Sonntage lang quirlte, knetete und dekorierte sie sich durch ihre tollen Tortenrezepte und ging dann als Gewinnerin hervor. Nun beginnt die nächste Staffel der Backshow, die sie aufmerksam verfolgt. Doch was hat sich für sie in diesem Jahr alles verändert?

 „Ich werde schon oft erkannt, immer noch. Viele rufen an und fragen, ob ich etwas für sie backen kann, zum Beispiel eine Hochzeitstorte.“ Doch Monika Triebenbacher winkt ab. „Ich bin eine Privatperson, kein Betrieb. Ich kann das gar nicht leisten“. Einige wollen sie für Events buchen, sogar die Teilnahme an einer Fachmesse in Stuttgart mit eigenem Stand und Vorführungen auf einer Bühne wurde ihr angeboten. „Und Sat.1 wollte mich für eine neue Kochshow, bei der man sich mit verschiedenen Profis messen muss.“ Doch Triebenbacher hat abgelehnt. „Ich glaube schon, dass ich Chancen hätte, denn ich koche auch ziemlich gut“, sagt sie selbstbewusst, „aber ich will mich nicht mehr dieser Wettbewerbssituation aussetzen.“

Außerdem hat sie auch so alle Hände voll zu tun. Die Arbeit in der Firma ihres Mannes, zwei Kinder, Haushalt und immerhin um die zehn VHS-Kurse, die sie gibt, halten sie ordentlich auf Trab. Und die vielen Torten natürlich, die sie nach wie vor fabriziert, nur für Familie und Freunde übrigens und für Veranstaltungen im Dorf und in der Schule. „Gottseidank isst jeder immer noch gerne Kuchen. Ich bringe zu Einladungen immer einen mit.“ Wetten, sie wird gern und ausgiebig eingeladen? „Ja, stimmt schon“, lacht sie.

Immerhin muss sie die Lebensmittelfarben und den Fondant nicht mehr selbst bezahlen, denn sie ist jetzt Markenbotschafterin für diese Produkte bei zwei englischen Firmen. Das heißt, sie bekommt monatlich Päckchen mit allen möglichen Waren geliefert, mit denen sie dann backt. Das Ergebnis stellt sie dann auf Facebook oder ihrem Blog vor. Letzteren möchte sie irgendwann mal zu einem Buch verarbeiten, alles sei schließlich bereits vorhanden dafür.

Es ist also keinesfalls so, dass Monika Triebenbacher aufgehört hat, vom zuckersüßen Zukunftserfolg zu träumen, aber sie setzt auch ganz klar ihre Prioritäten: „Meine Kinder brauchen mich noch ein paar Jahre. Außerdem will ich mir nichts mehr vorschreiben lassen in meinem Fach. Ich hab ganz klare Vorstellungen davon, wie ich etwas mache.“ Und das könnte eines Tages sein, dass sie sich tatsächlich auf Auftragstorten spezialisiert, ein eigenes Geschäft damit aufmacht. „Aber das hat noch Zeit. In ein paar Jahren ist vielleicht die Sendung vergessen, aber nicht das, was ich kann.“

Eigentlich ist die 36-jährige also immer noch rund um die Uhr mit Kuchen und Backen beschäftigt – wann immer es ihre Zeit erlaubt. „Aber ich hab’ mir jetzt ein kleines Zimmerchen eingerichtet, in das ich mich zurückziehe, wenn ich mal in Ruhe etwas modellieren möchte. Dann störe ich meine Familie in der Küche nicht mehr.“

Und wenn sie nun die neuen Kandidaten in der Fernsehsendung sieht? Schwingt da eher Erleichterung mit, dass sie es bereits geschafft hat – oder doch ein bisschen Sentimentalität? „Ich erinnere mich ganz genau, wie es dort war in diesem Zelt. Es war toll, eigentlich mit die beste Erfahrung meines Lebens. Genau mein Ding. Einfach nur frei backen, ohne andere Verpflichtungen.“ Es sei ihr auch nicht so wichtig gewesen, zu gewinnen, obwohl das dann quasi das sprichwörtliche Sahnehäubchen auf dem Kuchen war. Und auch, wenn sie ein bisschen überlegt hat, ob sie nicht doch bei der neuen Kochshow teilnehmen soll: „Manche Erinnerungen sollten am besten so toll bleiben, wie sie sind. Die können eigentlich nicht getoppt werden.“

Ines Gokus

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