Auf den Start der musikpädagogische Zusatzausbildung freuen sich die Professorin Christine Plahl (li.) und Dozent Fabian Gierscher (sitzend) sowie einige Studenten. arp

Musikpädagogisches Zentrum an der KSFH eingeweiht

„Wünsche Euch viel Rock’n’Roll“

Benediktbeuern - An der Hochschule in Benediktbeuern wird ab dem Wintersemester erstmals eine musikpädagogische Zusatzausbildung angeboten. Aus diesem Grund gibt es jetzt ein Musikstudio im Kloster. Am Mittwoch war Einweihung – natürlich mit viel guter Musik.

Wer künftig Hiphop, Rap oder auch klassische Musik aus den Räumen der Katholischen Stiftungsfachhochschule (KSFH) hört, muss sich nicht wundern: Im Erdgeschoss befindet sich nun ein Musikstudio, in dem die Studierenden die neue musikpädagogische Zusatzausbildung (MUZA) absolvieren. Es handelt sich um keinen neuen Studiengang, sondern, wie der Name schon sagt, um eine Zusatzqualifikation zu den beiden Bachelorstudiengängen „Soziale Arbeit“ und „Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit“. Aus 70 Bewerbern wurden 18 Frauen und Männer ausgewählt, die alle über musikalische Grundkenntnisse verfügen und neue Formen musikalischen Lernens erproben sollen. Zudem können sie sich Grundkenntnisse der digitalen Musikproduktion aneignen.

Die Musik fristete in der Ausbildung zum Sozial- und oder Religionspädagogen bislang ein Schattendasein. Denn längst sind die Zeiten passé, in denen ein Pädagoge mit der Gitarre in der Hand zum Beispiel im offenen Jugendtreff einen coolen Eindruck hinterlässt. Heute wird gerappt, oder man schneidet via Internet kleine Tonsequenzen zu einem eigenen Song zusammen. Wer hingegen mit Senioren arbeitet, kann zum Beispiel bei Demenzkranken durch die Musik positive Erinnerungen wachrufen. Das sind nur zwei Beispiele von vielen, wie man Musik sehr effektiv in der Sozialen Arbeit einsetzen kann. „Musik stärkt den Selbstwert und führt zu Erfolgserlebnissen“, sagt Fabian Gierscher. Der gelernte Tontechniker studierte Soziale Arbeit, ist heute in der Jugendarbeit tätig und jetzt Dozent in Benediktbeuern.

Die Zusatzausbildung wird von Professorin Dr. Christine Plahl geleitet. Sie freute sich sehr, dass zur Einweihung des Musikstudios am Mittwochabend viele Gäste nach Benediktbeuern gekommen waren. Unter ihnen befanden sich Prof. Hermann Sollfrank (Präsident der KSFH), Prof. Annette Eberle (Dekanin in Benediktbeuern) Maria Anderl (Referentin für Musische Bildung im Erzbischöflichen Jugendamt München-Freising), Thomas Nowack (Referent im Popularmusikverband der evangelischen Kirche in Bayern) und Matthias Fischer (Popularmusikbeauftragter des Bezirks Oberbayern). Auch Klosterdirektor Pater Reinhard Gesing und Bürgermeister Hans Kiefersauer waren unter den Gästen.

„Die Zeichen der Hochschule stehen auf Entwicklung und Entfaltung“, sagte Präsident Sollfrank. „Ich wünsche Euch alles Gute – und viel Rock’n’Roll.“

Martina Sumser, Leiterin des Praxis-Centers, trug aus gegebenem Anlass einige Liedzeilen von Bob Dylan vor, bevor sich die Gäste im Musikstudio bei Sekt und Häppchen umschauen konnten. Es gibt einen Aufnahme- und Seminarraum, in dem verschiedene gespendete Instrumente zur Verfügung stehen, von der E-Gitarre bis zum Orff’schen Schulwerk. Angrenzend liegt ein Regieraum, in dem Dozent Fabian Gierscher leicht verständliche digitale Programme und Schnitttechniken zeigt. Hier kann man unter anderem lernen, wie man kleine Videos macht oder Hörbücher vertont. Die 18 neuen Studenten haben allesamt schon Musik im Blut. Und wie schön das klingt, bewiesen Christina Kornell, Maximilian Stößel und Markus Lanksch als Hochschul-Band, die die Gäste bis zum Ausklang sehr gut unterhielt.

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