Im Alpenwarmbad soll das Heizkonzept optimiert werden. Aus diesem Grund wird während der Winterzeit ein Blockheizkraftwerk eingebaut. Foto: Gäste-Info/Archiv

Neues Heizkonzept für das Alpenwarmbad in Benediktbeuern 

Badespaß soll auch die Umwelt schonen

Benediktbeuern - Nach der Saison ist vor der Saison: Die Gemeinde Benediktbeuern will als letzte große Maßnahme am Alpenwarmbad noch das Heizkonzept verbessern. Die Bauarbeiten finden in der Winterzeit statt.

Rund 3,8 Millionen Euro hat die Gemeinde Benediktbeuern bislang ins Alpenwarmbad investiert – und das „neue“ Freibad kommt in der ganzen Region gut an, auch deshalb, weil es barrierefrei gebaut wurde.

Was jetzt noch fehlt, sind energetische Ertüchtigungen. „Die uralten Heizkessel sind dringend sanierungsbedürftig“, sagte Bürgermeister Hans Kiefersauer in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Wolfgang Schwegler, Diplom-Ingenieur für Gebäudetechnik, stellte den Räten seine Berechnungen vor. Es soll ein Blockheizkraftwerk (BHKW) gebaut werden. Die neue Anlage wird mit Flüssiggas betrieben und senkt den CO2-Ausstoß um 58 Prozent. „Der Wärmeverbrauch im Bad liegt bei 400 000 Kilowattstunden Strom, und die neue Anlage braucht während der Öffnungszeiten des des Bads 205 000 Kilowattstunden Strom“, rechnete Schwegler vor. Lagen die Unterhaltskosten für die komplette Heiz- und Stromversorgung bislang bei 82 000 Euro, liegen sie nach der Sanierung bei 42 000 Euro.

Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf insgesamt rund 275 000 Euro brutto. „Das Blockheizkraftwerk amortisiert sich nach zwei bis drei Jahren, die ganze Anlage nach sechs bis sieben Jahren“, sagte Schwegler.

Rudi Mühlhans sprach von einer „sinnvollen Investition“. Es wäre aber schöner, so Mühlhans weiter, wenn man etwas anderes als Erdgas gefunden hätte, „aber da war ja nichts praktikabel“.

Hackschnitzel seien wesentlich teurer, und man habe keine ausreichende Lagerkapazität, erklärte Bürgermeister Kiefersauer. „Und zudem brauchen Hackschnitzel viel Strom“, ergänzte Ingenieur Schwegler. Auch Solar-Thermie auf dem Dach sei nicht rentabel, erklärte Schwegler auf Nachfrage von Cölestin Allgäuer. Das Blockheizkraftwerk sei wirtschaftlicher und ermögliche es, die Wasserbecken im Schwimmbad dann zu erwärmen, „wenn man es braucht“. Im Schwimmbad müsse man eine Wassertemperatur garantieren, und das sei mit Solar nicht möglich. „Da müssten wir dann Gas nachschießen, um die Beckentemperatur zu garantieren“, so Schwegler.

Laut Kiefersauer handelt es sich jetzt um den „letzten Schritt“ in Sachen Schwimmbad-Modernisierung. Als Kommune habe man eine Vorreiterrolle in Bezug auf umweltgerechte Sanierung. „Das Gas-BHKW läuft wesentlich stabiler als das Öl-BHKW an der Schule“, sagte Kiefersauer. Dort gibt es immer wieder Klagen über Probleme.

Schwegler arbeitet jetzt an der Detailplanung, damit die Räte in der Dezember-Sitzung die Maßnahme beschließen können. Die Sanierung soll Mitte Februar starten und etwa sechs Wochen dauern. Pünktlich zum Saisonstart, der meistens im Mai ist, soll die neue Anlage in Betrieb sein.

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