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Hofft auf mehr Ausbeute im Oktober: Juniorchef Nikolaus Filgertshofer von der Mosterei Wenig in Schlegldorf ist mit der bisherigen Ernte nicht glücklich. 

Nach schlechter Ernte

Den Obstpressen geht der Saft aus

Bad Tölz-Wolfratshausen - Frisch gepresster Saft ist einfach köstlich. Allerdings lässt die Ernte von Äpfeln und Co. heuer zu wünschen übrig. Trotzdem laufen die Pressen im Landkreis.

Eine Anlaufstelle ist die Mosterei Wenig in Schlegldorf. Der Familienbetrieb nimmt seit gut zwei Wochen um die 30 verschiedene Apfel- und Birnensorten an. „Die Toleranzgrenze liegt bei zwei Kilogramm, da es sich sonst nicht lohnt. Nach oben ist bei den Mengen alles offen“, sagt Anton Filgertshofer jun. Bei den meisten – oft Bauern mit größeren Obstgärten – „liegt der Lieferumfang zwischen 20 und 150 Kilogramm“. Viele bringen auch mehrmals pro Erntezeit ihr Obst nach Schlegldorf. „Es gibt verschiedene Sorten, die zu unterschiedlicher Zeit gepflückt werden können. Der Bohnapfel beispielsweise braucht zum Reifen ein paar kalte Nächte“, erklärt Filgertshofer jun. Wichtig für eine gute Saftqualität: Das Obst muss reif und darf nicht faulig sein.

Zuletzt wurde in Schlegldorf allerdings nur an drei Tagen die Woche produziert. Grund ist die „miserable Ernte“, sagt Filgertshofer jun. An der sei das durchwachsene Wetter schuld gewesen. „Während der Blütezeit war es sehr nass und kalt.“ Er hofft nun auf die Späternte im Oktober.

Anliefern kann man bei der Mosterei Wenig von Montag bis Freitag von 8 bis 11.30 Uhr und von 17 bis 18 Uhr sowie samstags von 8 bis 11.30 Uhr. Das ist ohne Anmeldung möglich. Im Gegensatz zu anderen Annahmestellen produziert der Familienbetrieb übrigens nicht nur im Herbst, sondern entsaftet das ganze Jahr über verschiedene Obstsorten.

Auch beim Garten- und Verschönerungsverein Benediktbeuern ist man mit der derzeitigen Lage nicht zufrieden. Bislang bestehe eher geringe Nachfrage. „Heute habe ich in drei Stunden die Menge an Obst bekommen, die wir sonst oft innerhalb weniger Minuten zusammenhaben“, berichtet Agathe Kießling. Rund acht Zentner waren das. „Heute habe ich eigentlich nur aus Liebe zu den Leuten aufgemacht“, so die Benediktbeurerin. Denn auch wenn nur wenig angeliefert wird, ist der Aufwand im Anschluss immer derselbe: Nach Benutzung der Maschine muss diese geputzt und desinfiziert werden.

Die Vorsitzende des Vereins bestätigt die schlechten Erträge: „Die Bienen konnten wegen Hagel, kaltem und nassem Wetter nicht fliegen. Die Äpfel sind verkümmert und wurmstichig.“ Die saftige Ausbeute ist entsprechend gering. Um 30 Liter Saft zu bekommen, braucht man immerhin rund 50 Kilo Obst. Die Mischung aus Apfel und Birne schmecke besonders gut, sagt Kießling. „Der reine Birnensaft hingegen ist persönlich nicht so meins. Aber das ist Geschmackssache.“

Anmelden fürs Pressen (Telefon 08857/9395) kann man sich immer dienstags von 8 bis 11 Uhr für die jeweils darauffolgende Woche. Am Freitag und Samstag wird dann der Saft produziert.

Nach telefonischer Anmeldung (08179/8871) kann man auch beim Obst- und Gartenbauverein Königsdorf am Wochenende seine Äpfel, Birnen und Quitten entsaften lassen. „Die Bäume schauen dieses Jahr sehr unterschiedlich aus. Manche sind – warum auch immer – voll, andere wiederum tragen nichts“, sagt die Vorsitzende Katharina Demmel. Im Betrieb war es zum Beginn der Saftsaison noch recht ruhig. „Es ist wenig los. Die Frühsorten sind witterungsbedingt abgefallen, und auch die späteren Sorten werfen schon ab“, erklärt Demmel. Bis Ende Oktober erwartet sie aber noch Lieferungen von den Streuobstwiesen aus der Umgebung.

Auf diese hofft auch die Solidargemeinschaft „Tölzer Land“. Möglich ist die Anlieferung am Samstag, 15. Oktober, von 9 bis 12 Uhr am Lagerhaus Graf in Münsing. 17 Euro gibt es je 100 Kilo Äpfeln.

Damit es aber wirklich „Tölzer Land“-Saft wird, müssen bestimmte Vorgaben eingehalten werden. Das Obst darf nicht mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt oder mit Klärschlamm gedüngt worden sein. Zudem muss es von Streuobstbäumen aus dem Landkreis stammen. „Faulige oder schimmlige Äpfel müssen abgewiesen werden, da ein einziger fauliger Apfel rund 2000 Liter Saft verderben kann“, so Adriane Schua, Vorsitzende der Solidargemeinschaft Oberland.

Tatjana Kintscher

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