Die Alte Schäfflerei war einst die Fassmacherei des Klosters. Das Gebäude wurde 1758 errichtet. Fotos: Fraunhofer

Preis für Fraunhofer-Zentrum für energetische Altbausanierung

„Die Auszeichnung macht uns sehr stolz“

Benediktbeuern - Das Fraunhofer-Zentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege in Benediktbeuern wird als eines der 100 besten Projekte in Deutschland ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgt kommende Woche – gleichzeitig mit der Einweihung.

„Die Auszeichnung ist eine große Ehre für uns“, freut sich Christine Milch, Koordination des Denkmalpflegezentrums in Benediktbeuern. Das Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) mit Sitz in Holzkirchen führt seit 2011 in der Alten Schäfflerei des Klosters Benediktbeuern wissenschaftliche Untersuchungen zur Altbau-Sanierung durch. Am Freitag, 18. November, wird das Zentrum nun eingeweiht.

Und die Forscher haben noch einen weiteren Grund zur Feier: Im Rahmen des Bundesprojekts „Deutschland, Land der Ideen“ wurde das Zentrum als eines der 100 besten Vorhaben im Wettbewerb „Ausgezeichnete Ort im Land“ ausgewählt. Bei der Einweihungsfeier wird den Wissenschaftlern eine entsprechende Urkunde überreicht. „Das macht uns sehr stolz“, sagt Milch.

So sah das Gebäude vor der Renovierung aus. 

Die Arbeiten in der Alten Schäfflerei laufen seit fünf Jahren – und sie werden auch noch weitergehen. Denn das historische Gebäude ist eine Dauer-Baustelle, auf der man möglichst viel forschen und austesten will. Die Alte Schäfflerei stammt aus dem Jahr 1758 und war einst die Fassmacherei der Benediktinermönche. 2010, als der Pachtvertrag von Fraunhofer unterschrieben wurde, war das Gebäude in einem denkbar schlechten Zustand. Aber genau so etwas wurde gesucht. Vereinfacht gesagt, geht es darum, verschiedene Baustoffe zu testen und herauszufinden, wie diese in einem historischen Gebäude, vor allem in Bezug auf die Energieeffizienz, einsetzbar sind.

Die Forscher begannen zuerst mit dem Dach. Ein Augenmerk lag zum Beispiel darauf, das Dach möglichst gut zu dämmen und gleichzeitig die historischen Ziegel zu erhalten. Dann folgte die Wiederherstellung der Fassade. Die jüngsten Projekte beschäftigten sich mit Wandheizungsmethoden und Bodendämmung. „Als nächstes geht es um die energetische Ertüchtigung der Bestandsfenster“, sagt Koordinatorin Milch.

In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Forscher und Bau-Experten diese Baustelle besucht, um sich zu informieren. Es soll ein Zentrum werden, in dem man sich austauschen und Projekte weiterentwickeln kann. Das Haus steht auch interessierten Laien offen. Beim „Tag des offenen Denkmals“ werden regelmäßig Führungen angeboten.

Das Zentrum kann jetzt eingeweiht werden, weil Seminarräume „fertig“ geworden sind. „Das komplette Gebäude ist barrierefrei“, freut sich Milch. Zudem wurde das hölzerne Treppenhaus renoviert, man hat Innentüren instand gesetzt und die Brandschutzauflagen erfüllt. Aber „fertig“ im eigentlichen Wortsinn ist man nicht – es soll hier auch weiterhin geforscht werden.

Die Feierlichkeiten beginnen am Donnerstag, 17. November, mit einem Kolloquium zum Thema „Technologien für die Denkmalpflege“. Es ist Fachbesuchern vorbehalten. Am Freitag, 18. November, finden von 15 bis 16.30 Uhr Führungen für die Öffentlichkeit statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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