Während des Ebola-Ausbruchs 2014 war Lothar Wagner einer der wenigen Europäer, die in Westafrika blieben. Foto: privat

Salesianer-Ordensmann wechselt von Sierra Leone nach Gambia

Lothar Wagner baut neues Projekt in Afrika auf

Benediktbeuern - Während der Ebola-Krise wurde der Ordensmann der Salesianer in ganz Deutschland bekannt. Nun bekommt Lothar Wagner eine neue Aufgabe in Afrika.

Nach acht Jahren in Sierra Leone hat der Salesianer Lothar Wagner um eine neue Aufgabe in Afrika gebeten. Er wird sich bald um den Aufbau einer Einrichtung in Gambia kümmern. Ziel ist es, junge Menschen davon abzuhalten, nach Europa zu fliehen.

Während des Ebola-Ausbruchs 2014 war Lothar Wagner einer der wenigen Europäer, die in Westafrika blieben. Mit seinem Einsatz für benachteiligte Jugendliche wurde der Ordensmann in dieser Zeit bundesweit bekannt. Die unermüdliche Arbeit unter sehr schwierigen Bedingungen hat an seinen Kräften gezehrt.

Pater Jorge Crisafulli, Nachfolger von Wagner in Sierra Leone



Nach der Ebolakrise im Mai 2015 bat er deshalb seine Oberen im Orden, für diese Position einen Nachfolger zu finden. Wagner nimmt derzeit eine Auszeit von seiner Arbeit in Afrika. „Die Ebolakrise wirkt auch bei mir noch nach. Eine solche Situation möchte ich nicht nochmal erleben“, sagt der 41-Jährige, dessen Heimatkloster Benediktbeuern ist. Er wird in den kommenden Monaten bei einer Salesianer-Gemeinschaft in Paris leben, und zwar ohne feste Arbeitszuteilung. „Das gibt mir zum einen die Möglichkeit, mich zu regenerieren. Zum anderen kann ich in Frankreich mein bescheidenes Schul-Französisch aufbessern.“ Denn für Wagner ist klar, dass er danach ins weitgehend französisch sprechende Westafrika zurückkehren möchte.

Und er hat auch schon eine Aufgabe: Wagner wird für den Orden eine neue Präsenz in Gambia aufbauen. Gambia ist ein kleines, sehr schmales Land, das nördlich von Sierra Leone liegt und vollständig vom Senegal umschlossen ist. Die Mehrheit der Bevölkerung ist muslimisch.

In den vergangenen Monaten hat der Orden die Situation dort ausgelotet und sieht Bedarf, dort etwas für die Zukunft von Jugendlichen zu tun. Denn: „Prinzipiell geht es um die Bekämpfung von Fluchtursachen, da besonders Gambia prozentual die höchsten Fluchtzahlen aufzeigt“, berichtet Wagner per E-Mail. Mit einem Team von Mitarbeitern will Wagner junge Menschen durch Schul- und Berufsausbildung unterstützen und in der Freizeit begleiten. „Wir wollen Hoffnung geben in schier hoffnungslosen Lebenslagen.“

Heuer im Spätherbst, voraussichtlich im November, wird Wagner wieder nach Benediktbeuern kommen. Begleitet wird er von seinem Nachfolger in Sierra Leone, Pater Jorge Crisafulli. Sie wollen zum einen über das neue Projekt sprechen und zum anderen darüber, wie es nun in Sierra Leone weitergeht. Viele Menschen aus dem Tölzer Land haben während der Ebola-Krise gezielt für „Don Bosco Fambul“ in Sierra Leone gespendet. „Diese Solidarität ist uns in bleibender Erinnerung“, sagt Wagner, und auch sein Nachfolger möchte den Spendern die Möglichkeit geben, ihn persönlich kennenzulernen. Denn die Arbeit dort wird natürlich weitergehen. Derzeit kümmern sich rund 100 Mitarbeiter um fast 2000 junge Menschen in Not. „Die Herausforderungen sind enorm“, sagt Wagner. „Ich hoffe, dass die Spender diese Arbeit auch nach meinem Weggang aus Sierra Leone unterstützen.“

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