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Im Landkreis leben etliche US-Bürger, die die Wahl mit Spannung verfolgen. (Symbolbild)

Stimmen von US-Amerikanern aus dem Landkreis

Clinton oder Trump: Wahl wird zur Qual

Bad Tölz-Wolfratshausen - Für viele US-Amerikaner im Landkreis geht es eher um das kleinere Übel zwischen den Präsidentschaftskandidaten.

Donald Trump oder Hillary Clinton? Selten war ein US-Präsidentschafts-Wahlkampf so emotional aufgeladen und so polarisierend wie in diesem Jahr. Dementsprechend gehen auch bei den Amerikanern, die im Landkreis leben, die Meinungen auseinander. Glühende Anhänger scheint keiner der beiden Kandidaten zu haben. Eher fallen Worte wie „kleineres Übel“. Wer von beiden das sein soll, daran scheiden sich die Geister.

„Die USA haben 325 Millionen Einwohner – und ausgerechnet diese zwei Idioten sind unsere Präsidentschaftskandidaten.“ So kleidet George Neuhaus seinen Wahlfrust in Worte. Der 81-Jährige war lange als amerikanischer Soldat in Bad Tölz stationiert und lebt heute in Seeshaupt. Generell neigt er eher den Republikanern zu. Dieses Mal macht er sein Kreuz aber bei der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton – „wenn sie nicht vorher ins Gefängnis kommt“, wie er sarkastisch hinzufügt. Trump aber ist für Nauhaus nicht wählbar. „Er ist ein Verrückter, ein zweiter Hitler.“ Und Clinton habe zumindest Erfahrung. Ein weiteres Argument für Neuhaus: „Bill Clinton war im Rückblick als Präsident nicht schlecht.“

Der Lenggrieser William Craig, der früher ebenfalls den Special Forces in der Tölzer Flint-Kaserne angehörte, besitzt mittlerweile die deutsche Staatsangehörigkeit und ist eigentlich ganz froh, dass er in den USA nicht mehr wählen darf und muss. Denn aus voller Überzeugung könnte er keinem der beiden Kandidaten seine Stimme geben. Weil er Hillary Clinton für „kriminell“ hält, würde er sich letztlich aber doch für Donald Trump entscheiden – obwohl der Texaner, der sich selbst als konservativ bezeichnet, seit seiner Jugend eigentlich eher die Demokraten unterstützt. „Trump ist zwar ein Schandmaul“, sagt der 68-Jährige. „Aber manchem, was er sagt, kann man auch zustimmen.“ Sehr zugesagt habe ihm etwa Trumps Forderung, „das gesamte US-Militär nach Hause zu holen und keine Stellvertreterkriege mehr zu führen“. Zudem ist Neuhaus nach eigener Aussage „kein Freund“ des sogenannten „Deep State“. Damit bezeichnet er eine „Clique von Superreichen, Eliten, Industriellen“ und dem Washingtoner Machtzirkel, der angeblich die Fäden spinne, ohne sich um die Interessen der Bevölkerung zu kümmern. Dem könne Trump als Polit-Neuling eher etwas entgegensetzen als die „Profi-Politikerin“ Clinton. „Die konnte ich schon damals als First Lady nicht sonderlich leiden. Sie hat gar keine Wertvorstellungen.“ Neuhaus hält es auch durchaus für möglich, dass Trump am Ende die Nase vorn hat. „Beim Brexit war auch keiner auf das Ergebnis des Referendums vorbereitet. So eine Überraschung kann mit Trump genauso passieren.“

Ein solches Szenario möchte sich die gebürtige Kalifornierin Kathrin Hartmann, die heute in Bad Tölz lebt, lieber nicht vorstellen. Es sei typisch für die USA, dass die Bevölkerung extreme Kandidaten unterstütze, „um zu provozieren“, findet sie. „Aber ich habe Vertrauen, dass die Amerikaner am Ende vernünftig sind und dass Hillary gewinnt.“ Auch Clinton sei „nicht perfekt“ – doch im Vergleich zu Trump immer noch die bessere Wahl. „Sie ist erfahren und vernünftig.“ Aus vollem Herzen würde Hartmann dagegen einen anderen unterstützen: „Am liebsten wäre mir eine dritte Amtszeit von Obama.“

Ihre Wahl getroffen hat auch Michele Calabro, die in Wackersberg lebt: "Ich habe Hillary gewählt, auch wenn sie den Leuten nach dem Mund redet", sagt sie. "Sie ist immer noch besser als Trump. Viele Amerikaner wollen einfach keine Frau im Weißen Haus. Eine Frau nach einem Schwarzen! Ich kann über das Ganze nur noch lachen. Ich glaube, selbst Trump hat nicht gedacht, dass er so weit kommt. Er hat nämlich von nichts Ahnung."

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