Kaspar Bartl jun. (re.) setzte die Hydraulikpressen in Betrieb, während (v. li.) Benedikt Leichmann, Bartl sen. und Franz Leichmann die Verschiebeaktion des alten Holzhauses überwachten. Foto: esc

Firma verschiebt Haus

Wegscheid/Wegscheid - Als die Gaißacher Firma "Bartl Verschub- & Hebetechnik" am Samstag in Wegscheid ein Holzhaus um 5,50 Meter versetzte, lockte das knapp 200 Schaulustige an.

Die Aktion war nicht so spektakulär wie die Verschiebung des "Portikus" des ehemaligen bayerischen Bahnhofs in Leipzig im vergangenen Jahr. Trotzdem waren die Zuschauer durchaus beeindruckt: Gegen 14 Uhr betätigte Kaspar Bartl jun. die Hebel der Hydraulikpressen - und mit rund drei Tonnen Schubkraft bewegte sich das kleine, inklusive der Stahlträger rund 66 Tonnen schwere Holzhaus auf den stählernen Gleitschienen wie von Geisterhand gezogen. "Wir haben hier das klassische Verschiebegerät für Brücken eingesetzt, das nur ein wenig modifiziert wurde", erklärte der Seniorchef. Brücken zu verschieben, ist nämlich das Hauptgeschäft seiner Firma. "Europaweit rund 60 Stück pro Jahr."

Wo immer eine neue Eisenbahn- oder Autobahnbrücke gebaut wird, ist das Knowhow der Isarwinkler gefragt. Um den Verkehrsfluss nicht zu lange zu unterbrechen, wird dabei zumeist erst die neue Brücke gebaut, ehe sie an den Platz der alten geschoben wird.

"Die Hauptarbeit in Wegscheid hatte allerdings Bauherr Franz Leichmann!, erklärte Kaspar Bartl. Denn ehe Letzterer zusammen mit sechs Fachkräften in Aktion trat, musste erst das Fundament des alten Holzhauses aus dem Jahr 1932 freigelegt und dann die Stahlträger daruntergesetzt werden. "Jetzt bauen wir ein neues Haus, und im Herbst wird das Holzhaus zurückgeschoben und an das neue Gebäude angepasst", führte Leichmann aus.

Die ganze Aktion ging übrigens erstaunlich schnell über die Bühne: "Exakt nach einer Viertelstunde war alles vorbei", sagte Bartl.

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