Die neue Partnerklasse in der Mittelschule Bendiktbeuern und viele, die sich darum kümmern, dass das Projekt reibungslos funktioniert (stehend v. li.): Klassenlehrerin Ulrike Büdke, Laura Giacalone (FSJ), Marlene Kappelsberger (Schulbegleiterin), Andrea Amann (Teilzeit-Assistenz) und Bürgermeister Georg Rauchenberger (grüner Pullover) sowie (sitzend v. li.) Heilförderlehrerin Susanna Pfleger, Rektorin Ursula Kirsch, Sabine Pfeifer (Schulleiterin v. Rothmund-Schule) und Lebenshilfe-Geschäftsführer Franz Gulder. Die Klassenbetreuer sind nur fürs Foto alle gemeinsam vor Ort. Foto: jhd

Förderkinder tummeln sich im Regelschulbetrieb

Benediktbeuern - Die erste Partnerklasse an der Mittelschule Benediktbeuern hat einen guten Start hingelegt. Nach dem ersten Halbjahr gibt es eine Zwischenbilanz.

Kinder mit besonderen Bedürfnissen, die gemeinsam mit anderen eine Regelschule besuchen: Das klappt in Benediktbeuern seit Beginn des Schuljahres ausgezeichnet. Bei der Bilanz der Partnerklasse gab es aber auch kritische Töne.

„Das Wichtigste war, alles langsam anzugehen und wachsen zu lassen. Manches klappte viel schneller als erwartet, anderes dauerte überraschend länger.“ Das sagt Klassenlehrerin Ulrike Büdke. Seit Schuljahresbeginn betreut sie die Partnerklasse 6/7/8 an der Mittelschule Benediktbeuern. Sie wird besucht von Kindern mit geistigen und körperlichen Behinderungen. Oft findet für sie ein eigener Unterricht statt, „aber immer, wenn es Überschneidungen gibt, mischen wir uns mit einer Regelklasse“, so Büdke. Etwa beim momentan laufenden Literaturprojekt „Harry Potter“.

Wie gut kommen die Kinder in Benediktbeuern zurecht, die zuvor gemeinsam eine Partnerklasse der Grundschule Bad Heilbrunn besuchten? „In der Pause mischen die sich schon ganz ungezwungen durcheinander“, so Büdke. Die Regelschüler waren schon im vergangenen Schuljahr auf den Zuwachs vorbereitet worden. „Wir wollen Rumpler tunlichst vermeiden, die sich hinterher vielleicht nur schwer ausbügeln lassen“, sagt Rektorin Ursula Kirsch zur ersten Partnerklasse des Landkreises in einer weiterführenden Schule. Immerhin sind die neuen Kinder auf dem Weg in die Pubertät - „das bringt zusätzliche Herausforderungen“, so Büdke. Probleme gebe es keine. „Wir befinden uns natürlich auf einem Weg und erarbeiten dauernd neue Bereiche.“

„Unser Schulkonzept baut auf Partnerklassen auf, Einzelintegration haben wir nicht im Fokus“, sagt Lebenshilfe-Geschäftsführer Franz Gulder (siehe Kasten). Sabine Pfeifer, Leiterin der von Rothmund-Schule der Lebenshilfe: „Es gibt eine extreme Breite bei unseren Kindern. Manche sind gut im Lesen, andere sind blind, werden beatmet oder können keinen ganzen Satz sagen.“ Genau diese Breite erfordere es, dass auf die Kinder individuell eingegangen werde. „Wenn Kinder in etwas gut sind, können sie ja jederzeit an die Regelschule andocken.“

Eingefädelt wurde das Projekt Partnerklasse von Heilförderlehrerin Susanna Pfleger - sie ist befreundet mit der Frau des Benediktbeurer Bürgermeisters Georg Rauchenberger. „Wir haben statt 600 nur noch 400 Schüler, das hat sich perfekt ergänzt“, so der Bürgermeister. Die Lebenshilfe hat im Landkreis vier Partnerklassen und sechs Klassen in ihrer von Rothmund-Schule.

jhd

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