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Einen langen und prächtigen Festzug führte der Veteranenverein Gaißach zur Feier seines 150-jährigen Bestehens an.

150 Jahre Veteranenverein Gaißach

Frieden: Alles andere als selbstverständlich 

Gaißach - Gaißach feiert das 150-jährige Bestehen des Veteranenvereins mit Festzug, Gottesdienst und nachdenklichen Worten.

Die Augenzeugen werden immer weniger. Gerade deshalb sei es wichtig, die Erinnerungen an die Kriegserlebnisse und das geschehene Unrecht wachzuhalten und die nachfolgenden Generationen zu sensibilisieren. Den Veteranenvereinen komme dabei eine wesentliche Rolle zu. Mit dieser Feststellung unterstrich der Gaißacher Bürgermeister Stefan Fadinger die Wertschätzung des örtlichen Veteranenvereins, der am Sonntag sein 150-jähriges Bestehen feierte.

Und es war wirklich ein Prachttag zum Feiern, auch wenn die kraftvolle Augustsonne am Vormittag im Verlauf des Feldgottesdienstes bei einigen Teilnehmerinnen leichte Kreislaufprobleme verursachte.

Spielmannszug, Musikkapelle, Gaißacher Schützenkompanie und der Jubiläumsverien führten am Morgen den Festzug an. Es folgten die Fahnenabordnungen der Ortsvereine, ein langer Zug von Miedermadln und Schalkfrauen, die geladenen Veteranenvereine aus der näheren und weiteren Umgebung sowie einige benachbarten Musikkapellen. So ging es vom Festzelt im Ortsteil Wetzl zum Altar, der auf einer Wiese unterhalb der Fachklinik Mittelpunkt des Geschehens war.

Unter den 273 Mitgliedern, die der Verein aktuell zählt, sind noch fünf Kriegsteilnehmer. „Drei davon sind heute hier“, gab Vorsitzender Thomas Kell vor Beginn der Messe einen kurzen Überblick über die Situation und den Werdegang des Verbündnisses.

In den 150 Jahren seit der Gründung habe der Verein nur fünf Vorsitzende gehabt. Bürgermeister Fadinger würdigte diese Tatsache in seinem Grußwort als ein Zeichen des bereitwilligen Engagements der besagten Führungsleute. Schon in den Statuten von 1879 ist festgeschrieben, dass neben der Weitergabe des Wissens um die Kriegsvorkommnisse und der Pflege der Kameradschaft überdies Zweck des Vereins sei, für den Frieden zu beten und sich dafür einzusetzen. In den schweren Zeiten wurde Unterstützung für Versehrte und Hinterbliebene geleistet. Heute, nach 70 Jahren Frieden, „besteht der Verein überwiegend aus Bundeswehrreservisten und pflegt das Gedenken an Gefallene, Vermisste und verstorbene Mitglieder. Er ist ein Stück Geschichte und aktiver Teil unseres Gemeindelebens“, betonte Fadinger. Die gegenwärtigen Kriegs-, Krisen- und Terrorereignisse würden die Notwendigkeit der Bundeswehr wieder stärker ins Bewusstsein rücken.

Dass der Frieden mittlerweile selbstverständlich geworden sei, berge Gefahren, mahnte auch Pfarrer Ludwig Scheiel, selbst einst Gebirgspionier in Brannenburg. Die Ursachen für die neu entflammten Krisen seien vielfältig: Es liege etwa an der Politik, der es an Ehrlichkeit fehle. Er habe, so Scheiel, während seines Studiums der Agrarwissenschaften in Weihenstephan miterlebt, wie der Aufbau einer Geflügelmast in Nigeria durch europäische subventionierte Billigexporte zum Erliegen gekommen sei. Unsere Gesellschaft lebe zudem mit einem falschen Demokratie- und Freiheitsverständnis. „Der Wohlstand lässt uns oberflächlich werden.“ Um den Missständen zu begegnen sei jeder einzelne Bürger gefordert. „Jeder könnte mehr tun für Frieden und Gerechtigkeit, da nehme ich mich nicht aus“, appellierte der Pfarrer. „Fangt damit an in Euren Familien, an Eurem Arbeitsplatz, in Eurem Dorf. Diese Berge“ – Scheiel deutete Scheiel auf die großartige Gebirgskulisse im Hintergrund – „erzählen seit Jahrtausenden von Frieden und Standhaftigkeit. Steht auch Ihr dafür ein.

Ein Fest im Sonnenschein: Jubiläum des Veteranenvereins Gaißach

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