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Kampfmittelbeseitigungs-Experten waren in Gaißach-Reut am Samstagmorgen gefragt.

Keine Evakuierungen nötig

Weltkrieg-Panzerfaustköpfe in Gaißach gesprengt

Gaißach - Zwei Panzerfaustköpfe entdeckte ein Gaißacher Landwirt bei Baggerarbeiten auf seiner Wiese. Ein Sprengkommando aus Ingolstadt rückte am Samstag an, um die Munition aus dem Zweiten Weltkrieg zu sprengen.

Ein 47-jähriger Landwirt war am späten Freitagnachmittag mit seinem Mini-Bagger zugange, auf seiner privaten Wiese in Gaißach-Reut, keinen Kilometer entfernt von Gaißach-Dorf. Beim Umgraben stieß er auf zwei Blindgänger, jeweils rund 20 Zentimeter lang und zwischen 12 und 15 Zentimeter dick. Panzerfaustköpfe aus dem Zweiten Weltkrieg, wie sich herausstellen sollte.

Der Gaißacher verständigte die Tölzer Polizei, die die Munition am Freitag ab 17.45 Uhr inspizierte. Nach einer Rücksprache mit den Kriegsmittelbeseitigungs-Experten im Innenministerium war klar: Ein Transport nach München ist zu riskant, ein Sprengkommando muss her – konkret die Ingolstädter Firma K.A. Tauber Spezialbau, die vom Freistaat in ganz Bayern für die Beseitigung alter Kriegswaffen beauftragt wird. Michael Filips, Leiter des Bereichs Süd, entschied, die Sprengung bei Tageslicht am nächsten Morgen durchzuführen.

Am Samstag um 9.05 Uhr explodierten die beiden Panzerfaustköpfe, die ohne Abschussrohre gefunden worden waren. Filips und sein Kollege legten die mit jeweils einem Kilo Sprengstoff gefüllten Blindgänger „vorsichtig“ per Hand in eine Grube, die der Landwirt für die Sprengung netterweise mit dem Mini-Bagger ausgehoben hatte. „Wir haben sie dann noch mit etwas Erde bedeckt, um die Splitter-Streuung abzumildern“, erklärt Filips. Jeweils 30 Gramm Sprengstoff hätten genügt, um die beiden Munitionsköpfe zu öffnen. „In solchen Fällen verwendet man geringe Mengen, weil das Hauptpotenzial ja von den Blindgängern ausgeht.“

Evakuiert werden musste niemand, berichtet Polizeihauptmeister Max Eiglsperger. Die Sprengexperten setzten einen Sicherheitsradius von 300 Metern an. Im näheren Umfeld des Fundorts stehen keine Häuser, auch Rad- und Fußwege liegen deutlich abseits. „Das Gelände ist sehr übersichtlich. Es war leicht zu sehen, dass keine Jogger oder Radfahrer in der Nähe unterwegs waren“, sagt Filips. Neben dem zweiköpfigen Sprengkommando und dem Gaißacher Landwirt waren zwei Polizisten vorort. In bebauten Gegenden oder verwinkelteren Arealen brauche man ein wesentlich größeres Aufgebot, so Filips. Ein Routine-Einsatz war es für das Ingolstädter Duo trotzdem nicht. „Wir müssen jeden Fall einzeln betrachten. Bei uns ist Routine tödlich.“

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