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Ausgezeichnete Idee: Der von Christophe Chayriguet entwickelte „Zettelwirt“-Notizblock. Foto: Pröhl

Auszeichnung mit "Design Award"

Gedankenblätter statt Gigabyte

Gaißach - In einer Zeit, in der immer mehr digitalisiert wird, geht Christophe Chayriguet den entgegengesetzten Weg: Seine „analoge High-Tech-Lösung“ mit dem Namen „Zettelwirt“ wurde jetzt sogar mit einem Preis ausgezeichnet.

Der „Zettelwirt“ ist ganz einfach zu bedienen. Man benötigt kein Handbuch und muss ihn vor Gebrauch nicht besonders einrichten. Er ist ein Notizblock. Zwischen einer Hartpapier-Hülle befinden sich mit einem Gummiring festgehaltene Blätter, die sich einfach entnehmen und einhängen lassen.

Erfunden hat den „Zettelwirt“ Christophe Chayriguet. Der 37-Jährige hat seine Produktionsstätte in Gaißach. Die Grundidee: „Der Notizblock dient als Selbstmanagement-Werkzeug.“ Auf die Idee kam er nach seinem BWL-Studium während seiner Zeit als Produktmanager in der Käse-Industrie. „Ich habe gemerkt, dass ich in meinem Studium einige wichtige Dinge nicht gelernt habe. Dann habe ich mich mehr mit Selbstmanagement beschäftigt und eigene kleine Werkzeuge entwickelt.“ Unter anderem den Notizblock, den er 2008 konkret anging.

„Man kann sich seine Ideen sofort aufschreiben und sie später systematisch ansehen. Die Blätter sind leicht einzeln rauszunehmen.“ Ein Vorteil gegenüber dem Smartphone, das Chayriguet übrigens nicht besitzt: „Es ist ablenkungsfreier.“ Auf dem Smartphone erhalte man ständig eine Fülle an Informationen. „Gerade an Tagen, an denen man nicht hoch konzentriert ist, ist es ganz hilfreich.“

In der Wortwahl orientiert sich Chayriguet aber durchaus an den Begriffen aus der digitalen Welt: So ist im „Zettelwirt“ Platz für 64 GB – was in diesem Fall nicht für Gigabyte, sondern für „Gedankenblätter“ steht. Neben der „mobilen App“ steht mit einer Papierstation aus Holz auch die „Desktop-App“ zur Verfügung. Wiederaufladbar ist der Notizblock auch: mit neuen Blättern.

Die Idee fand jetzt auch Anerkennung: Der „Zettelwirt“ wurde mit dem „German Design Award“ 2017 ausgezeichnet. Preisverleihung ist im Januar in Frankfurt. Nach einer Messe wurde Chayriguet nominierte, reichte seine Produkte ein. „Dann habe ich die frohe Nachricht bekommen. Für eine junge Marke ist das natürlich etwas ganz Besonderes, weil man so seine Bekanntheit steigern kann.“

In seiner Firma arbeitet Christophe Chayriguet großteils alleine. Allerdings hat er ein Netzwerk an Mitarbeitern, die ihm bei Produktion, Logistik und Messeplanung helfen. Denn Messen sind ein wichtiger Schritt, um die Bekanntheit des „Zettelwirt“ weiter zu steigern. „Wir wollen dort versuchen, unsere Produkte dem Einzelhandel anzubieten.“

Bislang erhält man den „Zettelwirt“ und die weiteren Produkte von „Offline“ nämlich eher in exklusiven Papeterie-Geschäften. „Es sind etwa 30 in Deutschland, Österreich und der Schweiz.“ Aber auch in Dänemark und Frankreich erhält man die Produkte.

„Eine Marke aufzubauen braucht Geduld“, weiß Chayriguet. Zunächst versuchte er, herauszufinden, was die Kunden wirklich möchten. Es gab sowohl Interessenten für den günstigeren „Zettelwirt“ als auch für das edlere Exemplar mit Lederumschlag. Deshalb hat er diese beiden Richtungen weiterverfolgt.

Für die Zukunft hat Christophe Chayriguet noch weitere Ideen in der Schublade. „Das Ziel ist aber jetzt zunächst, mit den bestehenden Produkten stärker in den Handel zu kommen.“

Der „Zettelwirt“

ist auch erhältlich im Heimatshop des Münchner Merkur unter www.heimatshop-bayern.de/off-lines/

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