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Alois Willibald (li.) kann sich noch so reinbeißen: Gegen den späteren Zweiten der Isargau-Meisterschaft, Georg Brandhofer, musste er sich gestern Nachmittag im Gaißacher Gasthof Zachschuster geschlagen geben. 

Brauchtum

Immer schön locker bleiben

Gaißach - Es bleibt dabei: Wie schon bei der Deutschen Meisterschaft wurde Sepp Brandhofer  vor seinem Bruder Georg bester Isargauer Fingerhakler.

Sonntagnachmittag im Gasthaus Zachschuster in Gaißach: Fingerhakler und ihre Fans sitzen dicht gedrängt. Denn hier steigt die Isargau-Meisterschaft – und das tut sie schließlich nur einmal im Jahr. Die vielen Schnitzel, Schweinsbraten und Knödel heben die Temperatur im – auf gut Bairisch – bacherlwarmen Saal nochmal um ein paar Grad an. Was für ein Kontrast zum Schneeregen vor der Tür.

Benedikt Haslinger sitzt ganz vorne. Er hat seinen Auftritt schon hinter sich und schaut jetzt den Großen zu. Benedikt ist sechs Jahre alt. Er machte aber schon seit 2014 bei den Isargaumeisterschaften mit. „Da bin ich Letzter geworden“, erzählt er. Diesmal hat Benedikt all seine Kontrahenten in der jüngsten Schülerklasse über den Tisch gezogen. „Wir sind die Glücksbringerinnen“, freut sich Benedikts Mama Petra Haslinger. Zusammen mit anderen Müttern sitzt sie in der ersten Reihe. „Natürlich bin ich stolz auf ihn“, sagt sie. Haslinger gehört hier ganz klar zur Gruppe „Fans“.

28 Isargau-Fingerhakler haben sich heuer angemeldet. „Einige fahren bei Leonhardi mit und müssen die Wagen und Pferde herrichten“, erklärt Balthasar Bauer die spärliche Teilnehmerzahl. Der zweite Vorsitzende fungiert als Ansager und spielt zwischendurch im Quartett der Gaißacher Musi das Tenorhorn.

Eigentlich finden die Meisterschaften jedes Jahr im März im Reutberger Starkbier-Zelt statt. Auch, weil die Schüler am Ostermontag die Bayerischen Meisterschaften austrugen, fiel der Termin diesmal flach. Zwischen jedem Hakler-Wettbewerb müssen bei den Jüngsten vier Wochen liegen.

Nach den vier Schülerklassen sind die Junioren dran, die wegen geringer Nachfrage mit der Klasse „Jugend“ zusammengelegt wurden. Vier Hakler zwischen 17 und 18 Jahren duellieren sich nun. Jeder gegen jeden, wer zweimal verloren hat, fliegt raus. Hans Willibald verliert nie. Auch das entscheidende Kräftemessen mit Franz Oswald gewinnt er. Bei den Jugendlichen merkt man: Da ziehen sich Spezln gegenseitig über den Tisch, ein frecher Spruch hier, ein Lacher da. Bei den Erwachsenen geht es ernster zu. Sechs Teilnehmer aus Mittel- und Halbschwergewicht beanspruchen den Isargau-Titel für sich. „Es gibt keinen klaren Favoriten“, sagt Bauer, als er das Tenorhorn kurz zur Seite gelegt hat.

Platz nehmen, Hosenträger runter, einmal noch die Kreide auf den Händen verreiben, dann mit der Hornhaut des Mittelfingers im Lederriemen einhaken: Es sind Bewegungen, die fast mechanisch ablaufen. Mit der nötigen Lockerheit gehen die Brüder Sepp und Georg Brandhofer an die Sache ran. Ein Erfolgsrezept für das Finale, in dem es dann tatsächlich zum Bruderduell kommt. Jetzt verschwindet auch bei ihnen das Lächeln. Bei der Deutschen Meisterschaft im Mittelschwergewicht Mitte August verwies Sepp Georg auf Platz zwei. Auch heute ist Sepp nicht zu schlagen – und jetzt wieder Isargau-Meister.

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