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Seit knapp einem Jahr dient die Jachenauer „Post“ als Flüchtlingsunterkunft.

In der Jachenauer "Post"

Flüchtlings-Unterkunft wird aufgelöst

Jachenau - Flüchtlinge in der Jachenau? Der Gedanke war für viele anfangs gewöhnungsbedürftig. Dann aber funktionierte die Integration überdurchschnittlich gut. Nun wird die Unterkunft in der gemeindeeigenen „Post“ wieder aufgelöst.

Nach dann etwas mehr als einem Jahr wird die Belegung des ehemaligen Gasthofs Post in der Jachenau voraussichtlich in einem Vierteljahr wieder beendet sein. „Wir haben beim Landratsamt die Auflösung der Unterkunft zum 28. Februar beantragt“, bestätigt Bürgermeister Georg Riesch dem Tölzer Kurier. Von Seiten des Landratsamts klingt der Sachverhalt noch etwas vage: „Die Gemeinde ist mit der Bitte an uns herangetreten, die Plätze zu reduzieren“, teilt Behörden-Sprecherin Marlis Peischer auf Anfrage mit. „Wir stehen in Verhandlungen mit der Gemeinde, um eine für beide Seiten verträgliche Lösung zu finden.“ Der örtliche Helferkreis geht aber schon fest davon aus, dass die „Post“ in drei Monaten leer ist.

Grund für das Ansinnen, die Belegung des gemeindeeigenen Gebäudes zu beenden, sind die anstehenden Umbauarbeiten. Wie berichtet, soll in einem ersten Schritt ein Teil des früheren Gasthauses zum neuen Sitz der Gemeindeverwaltung und der Tourist-Info werden. „Vom Bauablauf wird es erheblich einfacher und kostengünstiger, wenn das Gebäude nicht bewohnt ist“, erklärt Riesch. Die Zimmer der Asylbewerber sind zwar vorläufig nicht direkt vom Umbau betroffen – dort sollen erst in einem zweiten Schritt Fremdenzimmer entstehen und darunter, im Erdgeschoß, ein Café oder Bistro. „Aber gewisse Beeinträchtigungen wären schon da“, erklärt der Bürgermeister – etwa beim nötigen Einbau eines zusätzlichen Treppenhauses oder durch die statische Sicherung des Eingangsbereichs. Auch bekomme das gesamte Haus neue Fenster. Im Ernstfall sei der Umbau auch bei laufender Belegung möglich – „als Notlösung“, so Riesch. Doch nachdem der Flüchtlingszustrom fast zum Erliegen gekommen ist, stehen seiner Ansicht nach auch andere, aktuell leer stehende Quartiere im Landkreis zur Verfügung. Dass die „Post“ nur zeitlich begrenzt belegt werden kann, sei von Anfang an klar gewesen, führt Riesch an. Die Jachenau habe zudem mit der Unterbringung von bis zu 45 Asylbewerbern die höchste Flüchtlingsquote pro 1000 Einwohnern erfüllt. Aktuell leben in der „Post“ noch 17 Flüchtlinge, auf einem privaten Bauernhof in der Jachenau sind es 16 – die auch vorläufig dort bleiben.

Zum Ende der Flüchtlings-Belegung der „Post“ zieht Riesch ein positives Fazit. Dass alles so ruhig und friedlich abgelaufen sei, schreibt er auch dem großen Einsatz des Helferkreises und von Verwaltungsmitarbeiterin Rosmarie Fischer zu. „Wir wissen, was wir an diesen Leuten haben.“

Für eine „vernünftige Lösung“ hält auch Jost Gudelius vom Helferkreis die Auflösung der „Post“ als Asyl-Unterkunft. „Wir Helfer sind sicher nicht traurig, dass die Arbeit weniger wird“, sagt er. Auch für viele Flüchtlinge sei es praktischer, näher an Bad Tölz oder Lenggries zu wohnen – wegen des kürzeren Wegs zu Deutsch- beziehungsweise Integrationskursen – oder zur Arbeitsstelle. Immerhin acht von ihnen hätten feste Arbeitsstellen im Helferbereich: als Putzfrau, im Sägewerk, bei einer Kältetechnik-Firma, im Tiefbau oder der Gastronomie. Einer habe eine Ausbildung in einer Kfz-Werkstatt im Ort begonnen. „Dass so eine stattliche Anzahl in Arbeit ist, liegt am sozialen Entgegenkommen der Unternehmer“, lobt Gudelius. Sie hätten betont, dass sie ihren Beitrag zur Integration leisten wollten.

Nach Gudelius’ Wissen werden die Flüchtlinge aus der „Post“ teils in freie Zimmer im Jachenauer Bauernhof umziehen, teils in den Bereich Lenggries oder Tölz verlegt. Riesch hat das Landratsamt um für die Betroffenen „verträgliche Lösungen“ gebeten.

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