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In der Staffelalm am Rabenkopf malte Franz Marc.

Im Gedenkjahr

Franz Marc sorgt für Andrang im Museum und auf der Alm

Kochel am See/Jachenau - Das Franz-Marc-Gedenkjahr lockt heuer viele kunstinteressierte Urlauber nach Kochel, auch aus dem Ausland. Und auf der Staffelalm stehen täglich unangemeldet Wanderer, die die Fresken sehen wollen.

Dass ein berühmter Maler Fresken auf einer Alm hinterlässt, ist etwas Einmaliges. Folglich wird im Franz-Marc-Gedenkjahr von überregionalen Medien gerne über die Staffelalm berichtet. „Bei uns stehen täglich Wanderer vor der Tür, die die Fresken sehen wollen“, sagt Besitzer Sepp Orterer. Das sei eigentlich unabhängig vom Gedenkjahr. „Aber heuer ist es noch ein guter Schwung mehr“, sagt der Jachenauer. Die Fresken könne man vom Fenster aus ganz gut sehen. Wenn die Sennerin Zeit habe, lasse sie die Gäste auch mal hinein. „Aber wir bitten alle Wanderer um Verständnis, denn es gibt auf der Alm auch noch vieles anderes zu arbeiten.“

Die Tourist-Info Kochel hat in diesem Sommer mehrere geführte Bergtouren auf die Staffelalm angeboten, bei der sich die Besucher Zeit für die Fresken nehmen konnten. Die Nachfrage war groß, die September-Tour ist schon ausgebucht. Gibt es das Angebot vielleicht auch 2017? „Das ist sicher ein Thema, über das wir mal intern sprechen können“, sagt Leiterin Katja Konrad. Kochel bietet heuer auch einen geführten Spaziergang auf den Spuren von Franz Marc durch die Gemeinde an. „Wie viele Personen sich anmelden, hängt auch immer vom Wetter ab“, sagt Konrad. „Aber grundsätzlich ist das Interesse da.“ Nächster Termin ist am Freitag, 9. September.

Generell, hat Konrad festgestellt, wissen diese Urlauber bei Ankunft schon recht gut, was sie in Sachen Kunst erwartet. „Viele haben in Zeitungen was gelesen und sich im Internet informiert.“

Das Kochler Museum zeigt heuer drei Hauptwerke von Franz Marc: Im Frühjahr war es „Das arme Land Tirol“, derzeit sind es „Weidende Pferde IV“. Beide Gemälde wurden aus den USA nach Kochel transportiert. Ab 19. September werden „Kämpfende Formen“ ausgestellt, die Marc noch fertigstellte, bevor er in den Ersten Weltkrieg aufbrach. Begleitend dazu gibt es besondere Veranstaltungen.

„Im März hatten wir fast doppelt so viele Besucher als in den vergangenen Jahren“, berichtet Veronika Puchner vom Betriebsbüro des Museums. Franz Marc fiel am 4. März 1916 in der Nähe von Verdun. Es gab einige Veranstaltungen in beiden Ländern beziehungsweise überregionale Medienberichte.

Das Marc-Museum verzeichnete im vergangenen Jahr knapp 60 000 Besucher. Wie viel es bereits heuer sind, möchte das Museum nicht bekannt geben – Details gebe es erst am Jahresende, lässt Direktorin Dr. Cathrin Klingsöhr-Leroy, derzeit in Urlaub, ausrichten. Man kann jedoch davon ausgehen, dass die Bilanz sehr gut ausfallen wird. „Wir merken sehr, dass die Besucher auf besondere Highlights wie die Leihgaben aus den USA ansprechen und gezielt zur Ausstellung kommen“, sagt Puchner. Während der Sommermonate habe man deutlich mehr ausländische Besucher, auch aus Übersee.

Außerdem wurden heuer schon mehr Familienkarten verkauft als im Vorjahr, sagt Puchner. „Die Kinder nehmen dann oft auch an den museumspädagogischen Angeboten teil.“

Und was macht der Kultur-Urlauber, wenn er das Museum besichtigt hat? „Das ist unterschiedlich“, sagt Tourist-Info-Leiterin Konrad. „Manche nutzen das Kombiticket und schauen sich noch andere Museen an.“ Beliebt sind aber auch Fahrten auf den Herzogstand oder mit dem Schiff über den See.

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