Gäste sind Mangelware: Das ehemalige Gästehaus „Fischer am See“ ist seit Jahren weitgehend verlassen. Foto: Pröhl
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Gäste sind Mangelware: Das ehemalige Gästehaus „Fischer am See“ ist seit Jahren weitgehend verlassen. 

Anwesen am Walchensee

Beim „Fischer am See“ bröckelt die Fassade

Kochel am See/Urfeld – Es ist eines dieser Häuser, die auffallen. Allerdings nicht unbedingt im positiven Sinne. Das ehemalige Gästehaus „Fischer am See“ in Urfeld am Walchensee.

Man kann noch erahnen, dass sich hier einst die Urlauber nahe dem Ufer vergnügten und den herrlichen Ausblick auf See und Berge genossen. Mittlerweile bröckelt aber der Putz, das Haus mit der Adresse Urfeld 9 wirkt verlassen.

Das ist es aber mitnichten. Genutzt wird es von der Katholischen Integrierten Gemeinde (KIG). Laut den Nachbarn werden hin und wieder Tagungen abgehalten, Mitglieder der KIG kommen dann dort unter. Außerdem kümmert sich eine Familie um das Haus, räumt im Winter beispielsweise den Schnee. Der Kochler Bürgermeister Thomas Holz spricht allerdings von einer „nicht sehr intensiven Nutzung“. Kontakt gebe es kaum zu den Eigentümern.

Natürlich wäre es ein Wunschtraum, wenn das Gebäude wieder öffentlich genutzt werden würde. Vor allem in einer sehr touristisch geprägten Gemeinde, wie es Kochel nun einmal ist. „Es ist klar: An solchen schönen Plätzen, mit einem schönen Blick auf den Walchensee wäre es gut, wenn die Hotelnutzung fortgeführt würde“, sagt Holz. „Aber man muss es realistisch sehen. Der Eigentümer sieht für das Haus eine andere Nutzung vor.“

Die KIG war einst sehr präsent in der Gemeinde. Sie stellte den Dorfpfarrer, betrieb die private Günther-Krasnitzky-Schule. Doch mit den Jahren zog sich die Gemeinschaft immer mehr aus der Region zurück. 2008 wurde die Schließung der Schule bekannt gegeben, ein Jahr später verließ die KIG auch Bad Tölz: Dort hatte der Urfeld-Verlag seinen Sitz, der in der Alten Knabenschule untergebracht war.

Das Kochler Gemeinderatsmitglied Isidor Gerg, der selbst in Walchensee lebt, sagt: „Es ist die Entscheidung des Hausbesitzers, was er mit dem Gebäude macht.“ An Weihnachten sei der „Fischer am See“ immer recht voll, die Leute seien akzeptiert. „Aber die Integrierte Gemeinde wird sich wohl Gedanken machen müssen, was mit dem Haus weiter passiert: Ob sie es sanieren oder einen Ersatzbau errichten.“

Allerdings sind die Besitzumstände nicht ganz einfach: Nach Auskunft der KIG gehört der „Fischer am See“ einer Eigentümergemeinschaft, die die Räumlichkeiten der Integrierten Gemeinde zur Verfügung stellt. Für eine weitere Stellungnahme zur Zukunft des früheren Hotels war die Katholische Integrierte Gemeinde nicht zu erreichen.

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