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Der Biberbau am Pessenbach ist teilweise geöffnet worden, um ein Ablaufen des aufgestauten Wassers auf die angrenzende Wiese zu verhindern.

Am Pessenbach

Biberbau macht Wasser Platz

Kochel am See - Auf der Suche nach einem Kompromiss zwischen Nager und Mensch hat das Wasserwirtschaftsamt Teile eines Damms entfernt, den ein Biber am Pessenbach gebaut hat.

Eine böse Überraschung erlebte Rudi Herden beim Besuch des Biberbaus, der seit einiger Zeit am Pessenbach angesiedelt ist. Auf der einen Seite fehlen nun etliche der Zweige und Äste. Der Bau ist nicht mehr komplett.

Erzürnt schrieb der Kochler Naturschützer an die Heimatzeitung. In dem Brief heißt es unter anderem: „Hier wird ein Biber vergrämt, der sich und möglicherweise seiner Familie gerade ein Überlebensquartier geschaffen hat – jetzt kurz vor dem Winter. Hier haben amtliche Stellen offensichtlich versagt.“

Was steckt dahinter? Gernot Walther, ebenfalls aus Kochel, ist einer der drei Biberbeauftragten des Landkreises, und er kann Entwarnung geben: „Dass der Biberbau auf der Seite aufgemacht wurde, ist eine Maßnahme des Wasserwirtschaftsamts. Der Wasserpegel musste gesenkt werden, denn durch das Aufstauen konnte ein seitlicher Zulauf nicht mehr abfließen. Das führt letztendlich dazu, dass die Wiese versottet und dem Landwirt Schaden entsteht.“

Man versuche immer, einen Kompromiss zwischen Biber und Mensch zu finden, erklärt Walther. Vergrämen will den Nager niemand. Im Gegenteil, es dürfe nicht sein, dass man ihm die Lebensgrundlage entzieht, denn er ist geschützt. So versuche man behutsam, das Tier in eine bestimmte Richtung zu „schubsen“, dahin, wo er keinen Schaden anrichtet und bleiben kann. Das ist einer der Gründe, warum der Damm nur teilweise entfernt wurde.

Zudem ist der aufgestaute Biberdamm laut Walther kein Hauptbau; der befindet sich gut dreihundert Meter flussabwärts. „Der Biber will durch das Aufstauen an dieser Stelle erreichen, dass er sein Fressen schwimmend transportieren kann.“ Auch in der Natur könne es dem Tier passieren, dass – etwa durch ein Hochwasser – sein Bau weggeschwemmt werde. Gerade an dieser Stelle wäre das nicht so unwahrscheinlich, denn es handle sich um ein ausgebautes Bachbett mit Betonuntergrund, wo es für die Zweige und Äste nicht viel Verankerung gebe. „Wir müssen jetzt sehen, ob der Biber diese Veränderung annimmt und woanders baut. Das kann man nicht voraussehen, da ist jedes Tier anders,“ erläutert der Experte. Manche seien hartnäckiger und aktiver, andere eher gemütliche Zeitgenossen, die sich schneller überzeugen lassen.

Um ein amtliches Versagen handelt es sich also bei dieser Maßnahme nicht, da die „amtlichen Stellen hier Schutz gewährleisten“, wie Walther betont. Niemand soll schließlich zu Schaden kommen, weder Biber, noch der Mensch.

Ines Gokus

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